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Türkei-Ausblick für 2017- Licht am Ende des Tunnels

Die Türkei hatte im Jahr 2016 massive Schwierigkeiten – wirtschaftlich als auch politisch. Konjunkturell betrachtet war die erste Jahreshälfte eine Periode der Erholung: Die meisten Makrodaten zeigten eine Verbesserung an. Die politischen Turbulenzen gingen zurück. Der Aktienmarkt konnte leicht zulegen, während die Marktteilnehmer im Allgemeinen positiv gestimmt waren. Es wurde ein neuer Premierminister und ein neuer Zentralbank-Gouverneur ernannt. Dieser kündigte eine Lockerung der Geldpolitik an und sorgte damit für positive Erwartungen. In der zweiten Jahreshälfte änderte sich die Stimmung komplett: Die Türkei hatte eine Menge an Problemen zu bewältigen.

Putschversuch führte zu erneuten Turbulenzen

Mitte Juli erlebte das Land einen Putschversuch, der scheiterte. Danach wurde der Notstand ausgerufen, der zu Jahresende auslaufen wird. Nach dem Putschversuch wurden mehr als 90.000 Menschen aus staatlichen Einrichtungen entlassen. Das politische Umfeld beeinflusste das Marktgeschehen massiv. Einige der Wirtschaftsreformen wurden ausgesetzt.

Die Rating Agentur Moody’s stufte das Kreditrating der Türkei von Baa3 auf Ba1 zurück – mit einem negativen Ausblick. Standard & Poor‘s revidierte die Aussichten der Türkei von negativ auf stabil, während das Rating für die türkische Staatsanleihen bei „BB“ beibehalten wurde, das sind zwei Stufen unter Investment Grade.

2017: Referendum für Umstellung auf ein Präsidialsystem

Obwohl die Wirtschaftsreformen für eine Zeit ausgesetzt scheinen, gehen wir davon aus, dass sie weiter fortgesetzt werden. Es stellt sich die Frage der zeitlichen Umsetzung. Denn die politische Priorität der Regierung Erdogan ist die Umstellung auf ein Präsidialsystem. Um dieses Ziel zu erreichen, wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2017 eine Volksabstimmung abgehalten.

EU-Verhandlungen

Ein wichtiges Thema in der nahen Zukunft sind die EU-Beitrittsgespräche der Türkei. Ende November 2016 hat das EU Parlament dafür gestimmt die Gespräche mit der Türkei betreffend einer EU-Mitgliedschaft aufgrund des Putschversuches vorerst zu unterbrechen. Im Anschluss daran gaben einige Regierungsrepräsentanten negative Statements ab, welche die Stimmung noch mehr anspannten. Auch wenn es viele unsichere Punkte gibt, so ist die Suspendierung von Beitrittsgesprächen ein sehr komplexer Prozess. Jetzt muss der Europäische Rat über die Suspendierung entscheiden. Wir gehen davon aus, dass sich führende EU-Politiker für eine Fortführung der Beitrittsgespräche aussprechen werden. Allerdings werden vorerst unter den jetzigen Umständen keine neuen Kapitel im EU-Regelwerk mit der Türkei eröffnet.

Notenbank dreht an der Zinsschraube

Nach der Ernennung des neuen Zentralbank-Gouverneurs kam es von März bis September zu einer Zinssenkung von 10,75% auf 8,5%. Bei der letzten Sitzung im November überraschte die Notenbank die Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung von 0,5%-Prozentpunkten. Im Hinblick auf die kontinuierliche Abwertung der türkischen Lira wurde dieser Schritt positiv bewertet – auch dass sich die Notenbank die Option offen lässt, falls erforderlich, weiter an der Zinsschraube zu drehen wird positiv beurteilt.

Mittlerweile gehen staatliche Stellen für die Türkei für 2016 von einem Wirtschaftswachstum von 3,2% aus (vorher 4,0%). Was die Inflation betrifft rechnet die Regierung, so sich die Lebensmittelpreise nicht wesentlich ändern, mit einer Rate von 7,5% zum Jahresende.

Tourismus vor Comeback?

Ein wichtiges Thema werden 2017 die Einnahmen aus dem Tourismus sein. 2016 gingen die touristischen Umsätze um 40% zurück. Die zahlreichen Terroranschläge, der gescheiterte Putschversuchs und die verschlechterten Beziehungen zu Russland sind die Ursachen dafür. In letzter Zeit haben sich die Beziehungen zu Russland verbessert. Der Tourismus könnte wieder an Fahrt gewinnen.

Performance Istanbul Stock Exchange (12/2011 – 12/2016)

Quelle: Thomson Financial Datastream; Daten per 27.12.2016; die Grafik repräsentiert einen Index und berücksichtigt keinerlei Spesen und Gebühren; bitte beachten Sie: die Wertentwicklung der Vergangenheit last keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Aktien-Bewertungen werden attraktiver

Die Notierungen an der türkischen Aktienbörse sind von Jahresbeginn bis Anfang Dezember auf Dollar-Basis um ca. 15% gefallen. Damit waren sie um 23% schlechter als der Durchschnitt aller Schwellenländer-Börsen. Seit dem Ende des dritten Quartals betrugen die Kursverluste an der türkischen Börse 18% (auf Dollar-Basis), das entspricht einer Unterperformance von 14% gegenüber den globalen Schwellenländer-Börsen: die Türkei ist damit innerhalb der MSCI-Indexwelt nach Brasilien die zweitschwächste Schwellenland-Börse der Welt.

Aktuell liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 8,0 – bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 20% (Gewinn-je-Aktie). Das KGV liegt damit deutlich unter dem historischen Schnitt von 10,0. Bankaktien werden mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,7 (bei einer erwarteten Eigenkapitalrendite von 14% für 2016) gehandelt – damit ist dieser Sektor attraktiv. Im Konsensus gehen die Analystenschätzungen für das kommende Jahr 2017 von einem Anstieg der Gewinne bei Banken um 7% aus, die Gewinne von Industrieunternehmen könnten demnach sogar um 30% steigen (Quelle: Bloomberg).

Türkei ein langfristig attraktives Investment

Zusammenfassend: Der türkische Markt steht vor einem Wendepunkt, nachdem er stark von politischen Ereignissen belastet war. Angesichts des prognostizierten Gewinnwachstums und der positiven Wachstumsaussichten gehe ich davon aus, dass türkische Aktien längerfristig Aufwärtspotenzial haben. Die strukturellen Probleme der Türkei und die globalen finanziellen Rahmenbedingungen können dazu führen, dass die Türkei unter ihrem Potenzialwachstum von 4,5% wächst. Der gescheiterte Putschversuch und die Herabsetzung der Bonität durch Moody‘s haben kurzfristig Druck auf türkische Aktien ausgeübt. Für die mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten der Türkei ist es wichtig, dass die Strukturreformen fortgesetzt werden und sich die innenpolitische Lage entspannt. Für langfristig orientierte Investoren ist die Türkei aufgrund der im historischen Vergleich günstigen Bewertung ein interessantes Investment.

 

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Sevda Sarp

Sevda Sarp ist seit 2013 bei der Erste Asset Management und arbeitet als Research Analyst. Von 2011 bis 2013 war sie als Senior Banking Analyst in der Erste Group beschäftigt. Zuvor arbeitete sie sechs Jahre lang für UniCredit Istanbul und Ata Securities im Bereich Türkische Banken und Versich...

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