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Finanz Know How: Diversifikation und Korrelation

CC0, Quelle: Pixabay

Ein Stall voller Hühner – Mehr vom Gleichen ist nicht gleich Diversifikation

Nehmen wir an, Sie möchten Ihr Geld mit einer Hühnerfarm verdienen. Jedes Huhn legt ein Ei pro Tag. Wenn Sie also 10 Hühner besitzen, dann erhalten Sie 10 Eier, die Sie verkaufen können. Je mehr Hühner, desto mehr Eier werden Sie erhalten – und entsprechend werden Ihre Verkaufserlöse höher ausfallen.

Diversifikation ist, wenn Sie unterschiedliche Hühner halten

Wenn Sie Ihr Geschäftsmodell ausbauen möchten, dann kann es Sinn machen, zu den 10 Haushühnern vielleicht noch 5 Zwerghühner und 5 Seidenhühner anzuschaffen. Diese legen zwar gleich viel Eier, aber andere. Damit kann eventuell eine neue Zielgruppe von Kunden angesprochen werden.

In der Finanzsprache nennt man die Anschaffung von Hühnern auch Investition. Die Summe aller Hühner stellt das Portfolio dar. Und wenn es sich um unterschiedliche Hühner handelt, dann stellt man sein Portfolio auf unterschiedliche Standbeine und spricht von Diversifikation.

Doch was versteht man unter Korrelation?

Als Biobauer möchten Sie nur das Beste für Ihre Hühner. Sie erwerben ein nettes Grundstück an einem Bach, wo die Hühner den ganzen Tag frei herumlaufen können. Doch eines Tages beginnt es zu regnen, der Bach tritt über die Ufer und überschwemmt die Wiese mit den Hühnern. Keines der Hühner kann schwimmen, alle erleiden dasselbe Schicksal.

In der Finanzsprache gibt es den Begriff der Korrelation. Dieser sagt aus, in welchem Zusammenhang (d.h. gleichlaufend, gegenläufig oder unabhängig voneinander) sich meine Investments bewegen. In unserem Beispiel handelt es sich um eine positive Korrelation. Das bedeutet: 100 % aller Hühner werden vom Wasser weggespült.

Der bessere Weg der Diversifikation unter Berücksichtigung von Korrelation

Wenn Sie zu den 10 Hühnern auch 10 Enten angeschafft hätten, dann wären nach dem Regen noch die Enten da, denn diese können schwimmen.

Um nochmals auf die Finanzbegriffe zurückzukommen: Hühner und Enten bewegen sich im Falle der Überschwemmung in eine andere Richtung. Mit den Enten wäre Ihr Portfolio besser diversifiziert als durch den Erwerb weiterer Hühner.

Was lernen wir daraus für unsere persönlichen Finanz-Investments?

Anlegerinnen und Anleger sind häufig auf der Suche nach dem einen – dem optimalen –  Investment (= Huhn). Ein hoher Ertrag bei möglichst geringen Kursschwankungen wäre das Ziel. Durch die Beimischung von Enten ins Hühner-Portfolio schützen Sie Ihr Investment (zumindest teilweise) vor dem Regen!

Diversifikation in der Praxis anhand eines Euro Staatsanleihefonds

Das österreichische Investmentfondsgesetz (InvFG) stellt den Schutz der Anlegerinnen und Anleger in den Mittelpunkt. Die Pflicht zur „Diversifikation“ ist im Gesetz fest verankert und daher eine Vorgabe für alle Investmentfonds nach österreichischem Recht.

Anhand des ESPA BOND COMBIRENT (einem der ältesten Fonds in Österreich, gegründet 1969) möchten wir die Diversifikation in Form eines Praxisbeispiels näher erläutern. Dazu muss man vorab wissen:

Der ESPA BOND COMBIRENT veranlagt überwiegend in europäische Staatsanleihen (die auf EUR lauten). Diversifikation findet somit vorwiegend auf zwei Ebenen statt:

  • Emittenten (unterschiedliche Staaten)
  • Laufzeiten

Aufgabe des Fonds ist es, den Markt für europäische Staatsanleihen abzudecken. Dieser besteht aus unterschiedlichen Ländern, somit ergibt sich auch für den Fonds eine Aufteilung  über diese Länder bzw. auf unterschiedliche Laufzeiten (Darstellung per Ultimo April 2017):

Der Fonds setzt somit nicht alles auf einen einzelnen Emittenten oder auf eine spezielle Laufzeit. Vielmehr erfolgt eine Diversifikation auf mehreren Ebenen mit dem Zweck, ein ausgewogenes Portfolio zu erreichen und den Anlegerinnen und Anlegern einen einfachen Zugang zum Markt der europäischen Staatsanleihen zu ermöglichen.

Allerdings: Wenn wir zu unserem ursprünglichen Beispiel mit den Hühnern und den Enten zurückkommen, dann müssen wir folgendes feststellen: Der Fonds setzt auf Euro Staatsanleihen unterschiedlicher Länder und Laufzeiten. Das Portfolio besteht also (sinnbildlich) aus Haushühnern, Zwerghühnern und Seidenhühnern – es sind keine Enten dabei! Anlegerinnen und Anleger sollten dies bedenken und ihr persönliches Portfolio entsprechend weiter diversifizieren, z.B. mit Fonds, die in Unternehmensanleihen veranlagen.

Fazit:

Bei jedem Investment gilt: Alles auf eine Karte (auf eine einzige Anlage oder Anlage-Kategorie) zu setzen, kann zwar kurzfristig zum Erfolg führen. Doch irgendwann geht eine solche Strategie schief – und vielleicht ist dann ein Teil des eingesetzten Kapitals verloren. Besser wäre es, seine Investments entsprechend zu streuen. Der Fachbegriff dafür lautet: Diversifikation.

Die Streuung im Portfolio können Sie noch verbessern, indem Sie unterschiedliche Investments mischen. Unterschiedlich bedeutet, dass die Kursentwicklung der einzelnen Anlagen nicht immer in die gleiche Richtung läuft (Beachtung der Korrelation). So können Sie das Chance/Risiko-Profil Ihres Portfolios verbessern.

Diversifikation ist Bestandteil des aktiven Managements bei allen Fonds der Erste Asset Management.
Mehr Informationen zur Produktpalette der Erste Asset Management finden Sie der auf unserer Homepage www.erste-am.at

Hinweise zum oben genannten Fonds:

Es handelt sich bei oben genanntem Fonds lediglich um ein Beispiel zur Veranschaulichung – und keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf des Fonds.

 

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Johann Griener

Johann Griener ist seit 01.01.2001 in der Erste Asset Management GmbH im Bereich „Sales Retail“ tätig. In dieser Funktion betreut er v.a. die Sparkassen in Österreich mit aktuellem Schwerpunkt auf Oberösterreich. Der Aufgabenbereich umfasst die Servicierung, Schulung, Aus- und Weiterbildun...

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