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US Notenbank wird ab Oktober den Anleihenbestand abbauen

(c) iStock

Die wichtigste Zentralbank der Welt, die Federal Reserve der USA, hat im Rahmen der geldpolitischen Sitzung am 20. September eine historische Entscheidung bekannt gegeben: Die durch das Anleiheankaufsprogramm stark gewachsene Zentralbankbilanz wird ab Oktober langsam reduziert. Das ist generell ein gutes Zeichen. Denn diese Entscheidung kann als ein weiteres Zeichen für die Normalisierung des volkswirtschaftlichen Umfelds gedeutet werden.

Zentralbankbilanz bis 2014 auf 4500 Milliarden US-Dollar gewachsen

Vor der Großen Rezession Anfang 2007 betrug die Zentralbankbilanz noch knapp 900 Milliarden US-Dollar. Ab dem dritten Quartal 2008 bis zum dritten Quartal 2014 wurde immens viel Liquidität in den Markt gepumpt. Diese Maßnahme war wahrscheinlich ausschlaggebend dafür, dass die USA und die Weltwirtschaft ein Abgleiten in eine Depression und Deflation vermeiden konnten. Seit Anfang 2015 verharrt die Zentralbankbilanz bei beachtlichen 4500 Milliarden US-Dollar. Mit dem Fortschreiten der wirtschaftlichen Erholung war eine weitere Ausweitung nicht mehr nötig. Ab dem kommenden Oktober wird sie nun graduell reduziert. Genauer: In einem ersten Schritt werden die auslaufenden Anleihen und Kuponzahlungen bis zu einer Obergrenze von 10 Milliarden US-Dollar nicht mehr reinvestiert. Das wirtschaftliche Umfeld wird also als selbst tragend genug eingeschätzt, um eine graduelle Reduktion der Zentralbankbilanz zu verkraften.

Anhebungen des Leitzinssatzes angepeilt

Die Bandbreite für den Leitzinssatz wurde unverändert bei 1-1,25 Prozent belassen. Mit der für Juli veröffentlichten Kernrate für die persönlichen Konsumausgaben von 1,4 Prozent im Jahresabstand ergibt sich ein realer Leitzinssatz von minus 0,28 Prozent. Das entspricht ungefähr dem von Fed-Ökonomen geschätzten realen neutralen Zinssatz von minus 0,22 Prozent. „Neutral“ bedeutet in diesem Zusammenhang weder eine unterstützende noch eine dämpfende Wirkung auf die Wirtschaft. Die Prognosen der Fed schlagen einen graduellen Anstieg der Inflation auf 2 Prozent bis 2019 vor. Das würde theoretisch zweieinhalb Leitzinsanhebungen auf 1,8% erforderlich machen, damit der reale Leitzinssatz unverändert bleibt. Tatsächlich ist die Fed noch optimistischer: Für Ende 2017 wird nach wie vor ein Wert von 1,4 Prozent (eine Zinsanhebung), für Ende 2018 bereits ein Wert von 2,1 Prozent (drei weitere Anhebungen) angegeben. Dahinter steckt die implizite Annahme, dass auch der neutrale Leitzinssatz etwas ansteigen wird (von aktuell minus 0,22 auf 0 Prozent im nächsten Jahr).

Die „Key Facts“ der Notenbank-Politik

  • Das US-Wirtschaftswachstum wird immer selbst tragender und nachhaltiger. Gemäß den Fed-Prognosen wird eine Abschwächung von heuer 2,4 Prozent auf das geschätzte Potenzialwachstun von 1,8 Prozent im Jahr 2020 erfolgen.
  • Anstieg der aktuell niedrigen Inflation in Richtung Zentralbankziel (2 Prozent) bis 2019.
  • Reduktion der Zentralbankbilanz.
  • Anstieg des neutralen Leitzinssatzes auf langfristig 2,8 Prozent (realer neutraler Zinssatz: 0,8 Prozent).
  • Leitzinsanhebungen im Einklang mit der wirtschaftlichen Verbesserung auf langfristig gesehen das neutrale Leitzinsniveau: Das Ausmaß wird bestimmt a) vom veranschlagten Anstieg der Inflation und b) von der impliziten Annahme für einen Anstieg des neutralen Leitzinssatzes.

Dieses Szenario ist allgemein positiv für Aktien und nachteilig für kreditsichere Staatsanleihen. Nachsatz: in den kommenden Monaten werden einige Fed-Mitglieder inklusive Chairwoman Yelllen neu besetzt. Das könnte das beschriebene Szenario natürlich umstoßen.

 

 

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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Gerhard Winzer

Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.

Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebs...

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