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Die Urbanisierung in Asien: Herausforderung und Chance

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Asiens Städte wachsen und wachsen. Dies stellt die Infrastruktur vor große Herausforderungen. Dank des technischen Fortschritts nimmt die Bedeutung umweltfreundlicher Verkehrslösungen zu. Davon können auch Anleger profitieren, so die Kernaussagen in einem Gastkommentar für das Magazin „Global Investor“.

Die Bevölkerung in Asien legt rasant zu – vor allem in den Städten. Die zunehmende Urbanisierung stellt die Städte- und Infrastrukturplanung vor neue Herausforderungen – und zwar weltweit. Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung  betrug im Jahr 2015 weltweit durchschnittlich ca. 53 Prozent: Jeder zweite Mensch lebt also in einer Stadt. Asien weist mit ca. 46 Prozent einen unterdurchschnittlichen Urbanisierungsgrad auf – trotz einer hohen Anzahl von Mega-Städten mit hoher Bevölkerungsdichte. Allein Chinas Metropolen verzeichnen jährlich einen Zuzug von ca. 13 Millionen Menschen aus ländlichen Gegenden.

Bis zum Jahr 2035 zehn Mal mehr Autos in China

Immer mehr Menschen in den Städten bedeuten naturgemäß große Herausforderungen für die Infrastruktur. Das starke Wachstum der Mobilität führt zu einer zunehmenden Übernutzung der Verkehrsinfrastruktur mit dramatischen Folgen für die Umweltbelastung. Die Internationale Energieagentur erwartet für das Jahr 2035 global einen Fahrzeugbestand von rund 1,7 Milliarden PKW (IEA, 2013). Die PKW-Dichte würde sich in Indien mehr als verdreifachen, in Indonesien mehr als vervierfachen und in China sogar verzehnfachen.

Der Ausbau der Infrastruktur im öffentlichen Nah- und Fernverkehr steht daher im Fokus der Regierungen in Asien. Neben Umweltaspekten gibt es ein volkswirtschaftliches Interesse: Die Abhängigkeit von Rohöl-Importen soll durch umweltfreundliche Fortbewegungsmittel verringert werden.

E-Busse und E-Taxis gewinnen an Bedeutung

Elektromobilität gewinnt in diesen Konzepten weiter an Bedeutung und wird im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt. Besonders in China werden Elektro-Busse in vielen Städten getestet und eingesetzt. Ende 2014 waren Schätzungen der internationalen Energiebehörde zufolge bereits ca. 36.500 Elektrobusse in China in Betrieb. Aber nicht nur China findet Gefallen an der umweltfreundlichen Fortbewegung im öffentlichen Nahverkehr: In mehreren Regionen Asiens kommen die E-Busse zum Einsatz, u.a. in Bangalore (Indien), Bonifacio (Philippinen) oder in Kuala Lumpur (Malaysia), wo das erste asiatische „Bus Rapid Transit Programm“ auf die Beine gestellt wurde. Auch elektrische Taxiflotten, erstmals in Shanghai 2010 getestet, werden mittlerweile in verschiedenen Städten weltweit eingesetzt.

Parkhaustürme werden zu E-Car Verleih-Stationen

Etwa 200 Kilometer südwestlich von Shanghai liegt die Stadt Hangzhou mit etwa 8,8 Millionen Einwohnern. Unter der Führung des chinesischen Fahrzeugherstellers Kandi (ISIN US4837091010) startete im Jahr 2012 das Projekt „Self-driving Electric Vehicle Rental for Public Transportation in Hangzhou“ zur Einführung elektrischer Stadtfahrzeuge. Das Projekt steht für die Verbindung von Nachhaltigkeit mit Elektromotoren, Nutzungseffizienz durch Car-Sharing und Raumeinsparung durch mechanische Abstellanlagen. Das Besondere an dem Projekt sind die Verleih-Stationen. In mechanisierten Parkhaustürmen werden die Elektroautos auf Gestellen, die Hebebühnen ähneln, gestapelt und gleichzeitig geladen. Mittlerweile wurde dieses Konzept auf Joint Venture Basis auch erfolgreich in Shanghai, Nanjing, Chengdu und in anderen Städten  in China etabliert.

Vollautomatische fahrerlose E-Autos werden in Singapur getestet

Fast nirgendwo auf der Welt ist die Bevölkerungsdichte so hoch wie in Singapur mit seinen 4,6 Millionen Einwohnern. Aufgrund einer überschaubaren Fläche von 650 Quadratkilometern und einer hochentwickelten Infrastruktur gilt Singapur als ein ideales Testfeld für die Elektromobilität. Die National University of Singapore testet seit dem Jahr 2013 ein vollautomatisiertes fahrerloses Elektroauto für den Straßeneinsatz. Den Berechnungen der Universität von Singapur zu Folge würde eine Flotte von 300.000 autonom fahrenden Taxis ausreichen, dass selbst in der Hauptverkehrszeit niemand länger als 15 Minuten auf seinen Wagen warten müsste.

Superzüge mit bis zu 350 km/h

Doch nicht nur im Individualverkehr scheint ein neues Zeitalter angebrochen. Im öffentlichen Fernverkehr in Asien wird in letzten Jahren massiv in den Ausbau von Hochgeschwindigkeits-Zugverbindungen investiert. Die schnell wachsenden Metropolen sollen durch kürzere Reisezeiten besser miteinander verbunden werden.

China verfügt inzwischen mit unglaublichen 22.000 Kilometern über das weltweit größte Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz. Alle anderen Länder zusammen kommen nicht annähernd an diesen Wert heran.

Mit bis zu 350 Stundenkilometern führt China auch die Liste der schnellsten Serienzüge der Welt an. Dank vieler Technologietransfers verfügen die Chinesen inzwischen über genügend Wissen, um ihre Hochgeschwindigkeitszüge selbst zu konstruieren. Etablierte Zughersteller bekommen es mit CRRC Corp Ltd (ISIN CNE100000BG0) mit einem gewichtigen Konkurrenten zu tun. Gemeinsam mit Russland wird China mit CRRC die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke für Frachtzüge von Moskau nach Kazan bauen. Die Aufnahme des Fahrbetriebs ist für 2019 geplant. Die Kosten des Projekts werden sich auf 16,9 Mrd. US-Dollar belaufen.

Mit ihrem Erfolg, reichlich Erfahrung im Inland und ihren fortschrittlichen Technologien, hat die CRRC und CRC nun damit begonnen, sich nach mehr Chancen in den überseeischen Märkten umzusehen, darunter in Indien, Malaysia, Singapur, Indonesien (Jakarta-Bandung High-Speed Railway, China-Laos Railway) und vielen anderen Ländern. Indien plant Hochgeschwindigkeitsstrecken und die vorgeschlagene Chennai-Neu-Delhi Strecke mit 2.200 km könnte die zweitgrößte der Welt nach Bejing-Guangzhou-Linie mit ca. 2.300 km werden.

Schienenlose Bahn

Auch die Entwicklung einer schienenlosen Bahn – The ART, Autonomous Rail Rapid Transit“ – von Zhuzhou CRRC Times Electric Co (ISIN CNE1000004X4), die in der Provinz Hunan am 2. Juni 2017 bereits ihren Betrieb aufgenommen hat, zeigt die Innovationsfreudigkeit der chinesischen  Unternehmen. Der 30 Meter lange  E-Zug fährt auf Gummireifen statt auf Schienen, transportiert bis zu 500 Passagiere  und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 70 Stundenkilometern. Mit Hilfe von eingebauten Sensoren wählt er Fahrtrouten auf „virtuellen Schienen“ aus.

Günstige Bewertung an der Börse

Die Infrastrukturausgaben in Asien wachsen weiter schneller als im Rest der Welt. In den nächsten 10 Jahren möchte China mehr als 18 Billionen US-Dollar in die Infrastruktur investieren. Ein Drittel davon entfällt auf den Transportsektor*)  Damit stiegt Chinas Anteil an den Infrastrukturausgaben weltweit auf 60 Prozent bis 2027. Auch Indiens Anteil wird sich in diesem Zeitraum von 15 Prozent auf 26 Prozent erhöhen.  Ein Großteil entfällt dabei auf Verkehr und den Transport-Sektor. Mit dem Ziel den Ausbau von 2.830 Kilometern neuer Bahnstrecken bis 2018 zu bewältigen, bietet dieser Sektor den Investoren weiterhin gute Anlagechancen. Die Unternehmen im Rail- bzw. Schienenbereich (H-Shares) notieren aktuell mit einem KGV 2017e von 8,2x bzw. 2018e von 7,1x. Auch die K/BW 2017e sind mit 1x bzw. 0,9x für 2018e günstiger als der MSCI China bewertet. Auf einen längeren Anlagehorizont ausgerichtet, könnten sich Investitionen in Aktien, die vom Ausbau der Infrastruktur in Asien profitieren, lohnen, entsprechende Risikobereitschaft vorausgesetzt.

*) Quelle: Chinesische Regierung

 

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Gabriela Tinti
Gabriela Tinti ist seit 2008 Senior Fondsmanagerin im Aktien-Team der Erste Asset Management/ERSTE-SPARINVEST. Ihr Schwerpunkt liegt auf globalen Aktien aus den Schwellenländern und auf Immobilienaktien. Sie ist seit 1988 in der Finanzbranche tätig. Zu Beginn ihrer Karriere arbeitete sie bei e...
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