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Renmimbi – eine staatlich regulierte Währung

© iStock.com

 

Gastautorin: Jenny Teng, Senior Fondsmanager

 

Jenny Teng ist Senior Fondsmanagerin im Aktien-Team der Erste AM. Die gebürtige Chinesin ist seit 2008 für die ERSTE-SPARINVEST tätig und für die asiatischen Aktienmärkte zuständig.

 

 

Über eine lange Zeit hat die chinesische Währung, der Renmimbi (RMB), eine Schwächephase durchgemacht. Dieses Jahr ist anders.

Nach einem Anstieg von 7% gegenüber dem US-Dollar erreichte die chinesische Währung in der ersten Septemberwoche ihr höchstes Niveau gegenüber dem USD seit 16 Monaten. Hierbei handelt es sich um eine bemerkenswerte Entwicklung, zumal die Jahre 2014 bis 2016 sehr schwach waren.

Entwicklung des Renmimbi vs. US-Dollar (01/2010-09/2017)

Quelle: Bloomberg; per 2.10.2017

Welches sind die treibenden Faktoren für die jüngste Rallye?

Neben der allgemeinen USD-Schwäche und einem verbesserten Ausblick für die chinesische Wirtschaft gehen Marktexperten davon aus, dass der steile Anstieg die Folge staatlicher Eingriffe seitens der chinesischen Regierung ist. Beginnend mit der zweiten Jahreshälfte 2016, setzten die chinesischen Behörden Schritte, um den RMB gegenüber dem USD zu stärken. Aufgrund dieser Veränderung in der Währungspolitik sehen sich Unternehmen und Einwohner Chinas mit schärferen Restriktionen bei der Konvertierung des RMB in andere Währungen konfrontiert.

Berichten zufolge richtete die chinesische Regierung das Ersuchen an im Staatsbesitz befindliche Unternehmen, ihre Devisenreserven in RMB zu tauschen. Im Mai 2017 adjustierte die People’s Bank of China (PBOC) die Formel zur Berechnung des täglichen RMB-Referenzzinssatzes. Es wurde ein „antizyklischer Adjustierungsfaktor“ eingeführt, welcher der Zentralbank mehr direkte Kontrolle über den Wert ihrer Währung gibt. Diese Schritte führten großteils zu der heurigen RMB-Rallye und verhalfen Chinas Währungsreserven zu siebenmonatigem, ununterbrochenem Wachstum von Februar bis August.

Währungsreserven Chinas (in Millionen USD)

Quelle: Bloomberg

Warum will China jetzt den RMB stärken?

Einer der wichtigsten Gründe ist die Verringerung der Kapitalabflüsse. Diese waren eine Hauptursache für den Abwärtsdruck auf den RMB. Laut Bloomberg-Schätzungen betrug die Kapitalflucht von August 2015 bis Dezember 2016 mehr als 1.200 Mrd. USD. Ausländische Unternehmen überwiesen Gelder ins Ausland. Chinesische Unternehmen zahlten USD-Außenstände zurück und erhöhten das Volumen an Übersee-M&A-Transaktionen. Chinesische Haushalte wechselten RMB-Bestände in Fremdwährung, um diese in Übersee-Investments zu veranlagen, was ebenfalls zu dem Kapitalausfluss beitrug. China verwendete Fremdwährungsreserven, um den RMB zu stützen, was zu einer Reduktion besagter Reserven von 4.000 Mrd. USD per Juni 2014 auf etwa 3.000 Mrd. USD im Januar 2017 führte. Ein Verfall von eigener Währung und die Reduktion der Fremdwährungsreserven verursachte Bedenken bei der chinesischen Zentralbank. Die chinesische Führung unternahm daher Schritte, um diesen Trend umzukehren.

Ein weiterer wichtiger Grund ist die Aufrechterhaltung der Beziehung mit den Vereinigten Staaten. Der starke Auftrieb im RMB setzte im Mai ein, kurz nach dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi im April. Angesichts des Umstandes, dass Präsident Trump seine Anschuldigungen gegenüber China wegen angeblicher Währungsmanipulation nach dem Treffen mit Xi einstellte, liegt die Vermutung nahe, dass der Zeitpunkt kein Zufall ist.

Die Bemühungen, den RMB zu stärken, werden auch als Teil der Antwort auf die Herabstufung des chinesischen Länderratings seitens Moody’s im Mai gesehen, die erste seit 1989. China braucht einen stärkeren RMB, um das Investorenvertrauen zu fördern und mehr ausländisches Kapital anzuziehen.

Ist die Aufwertung des RMB nachhaltig?

Was als nächstes mit dem RMB geschieht, hängt mit der Tendenz des US-Dollars und der chinesischen Währungspolitik zusammen. In den kommenden Monaten ist der politische Kalender recht voll, unter anderem mit dem 19. Kongress der Kommunistischen Partei im Oktober und dem Staatsbesuch Präsident Trumps in China. Der RMB könnte bis dahin relativ fest gegenüber dem RMB bleiben. Allerdings möchte China einen exzessiven Anstieg, der sich auf die Exporte des Landes auswirken würde, vermeiden. Um dies zu unterstreichen, ergriff die chinesische Zentralbank am 8. September Maßnahmen, um den Währungsanstieg einzudämmen. Die chinesische Notenbank (People Bank of China) setzte die Vorschriften hinsichtlich der benötigten Reserven beim Fremdwährungsankauf für Finanzinstitutionen aus. Dies wird die Ankaufkosten reduzieren und indirekt die Stärke des RMB kurzfristig beschneiden.

Mit der Öffnung des chinesischen Finanzmarktes wird der RMB zu einer langfristig mehr durch Marktkräfte beeinflussten Währung. Auf kurze Sicht wird die chinesische Regierung jedoch weder exzessive Abwertungen noch Aufwertungen akzeptieren. Daher bleibt der RMB derzeit eindeutig eine staatlich regulierte Währung.

 

Hinweis:

Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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