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China auf dem Weg zu neuer Stärke

Xinhua / Eyevine / picturedesk.com

Eindrücke einer Pekingreise
Autor: Thomas Oposich, Senior Fondsmanager Anleihenfonds

Eine Fahrt durch Peking führt eines vor Augen: Gigantomanie ohne Grenzen – in Bezug auf Häuser, Verkehr und Menschen. Eine Fahrt mit dem Tuk Tuk, der einem Motorroller auf drei Rädern ähnelt, erlaubt eine kurze Reise in die Vergangenheit. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird einem in diesem Moment sichtbar vor Augen geführt.

Ungeachtet der Gegensätze in den sozialen Strukturen, bleibt die Blickrichtung in der Millionen-Metropole nach vorne gerichtet. Geführt von staatlicher Hand soll das Land zu „neuer Stärke“ geführt werden. Die Einflussnahme gerade im Bereich der Infrastruktur und bei Immobilienprojekten ist enorm.

Produktionsrückgang wegen Luftverschmutzung

So müssen rund 28 Unternehmen im Raum von Peking und nordöstlich bis Mitte März ihren Betrieb drastisch reduzieren. Grund dafür: Die immer stärker währende Luftverschmutzung, gerade über die Wintermonate, muss in den Griff bekommen werden. Kurzer Kommentar der betroffenen Unternehmen: „Es ist wie es ist“.

Der Grund meines Besuches war eine China-Konferenz. Bei meinen zahlreichen Gesprächen mit Unternehmen unterschiedlichster Branchen scheint hier alles sprichwörtlich in „Butter“ zu sein.

Bei den Staatsbanken hat sich nicht nur die Asset-Qualität verbessert. Auch die Zahl der notleidenden Kredite ist deutlich zurückgegangen. Leichte Einbußen gibt es im Kommissionsgeschäft, da sich da und dort die Gebührenstruktur massiv reduziert hat – natürlich von staatlicher Hand verordnet. Der Vermögensverwalter China Cinda Asset Management betreibt ein blühendes Geschäft mit problembehafteten Vermögenswerten (distressed Assets), die 40 Prozent zum Gesamtertrag beitragen.

Immobilien bleiben ein wichtiger Faktor

Im Immobiliensektor ist die Goldgräberstimmung zwar nicht mehr so groß wie noch 2016 und zu Beginn des heurigen Jahres. Aber der Trend sollte stabil bleiben – mit einem leichten Hang zum Abschwung vor allem in den Megastädten. Denn eines ist klar: Die Nachfrage nach dem „Betongold“ ist weiterhin ungebremst stark. Große Baufirmen werden immer größer, um das Netzwerk bei den lokalen Behörden ständig verstärken zu können. Manche Unternehmen fürchten sich davor, dass sie quasi von einem „Haifisch“ zu einem „Fisch“ werden und damit selbst Ziel einer Übernahme.

Auch der Konsum sollte allmählich wieder in die Gänge kommen. Gerade Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Klimaanlagen erleben gerade einen Höhenrausch. Ersatzanschaffungen machen in den sogenannten Tier 1 Städten (größer als 20 Millionen Einwohner.) 40 Prozent des Gesamtumsatzes aus. In Tier 4 Städten (größer 150.000 Einwohner) liegt der Anteil der Haushaltsgeräte am Konsum bei etwa 20 Prozent.

Online-Handel blüht

So wie in anderen Erdteilen steigt die Bedeutung des Online-Konsums rasant. Bereits 16 Prozent der Umsätze im Konsum werden online generiert. Mit einem jährlichen Zuwachs von 5 Prozent kann hier in den nächsten Jahren durchaus gerechnet werden. Der sogenannte „Singles’ Day“ am 11. November, hat gezeigt, wie groß der Kaufrausch in Peking ist: Die Onlinehändler lieferten sich eine Rabattschlacht.

So stellte beispielsweise Alibaba, Chinas größter Internethändler, mit Verkäufen im Wert von 15,6 Milliarden Euro bereits zur Mittagszeit seinen Rekord aus dem Vorjahr ein. Insgesamt hat Alibaba am gesamten Tag Waren im Wert von 21,8 Milliarden Euro verkauft.

Zinssenkungen fördern den Optimismus der Konsumenten

Woher kommt eigentlich all dieser Optimismus? Vieles lässt sich dadurch erklären, dass sich China in einer Zinssenkungsphase befindet. Aktuell liegt der Leitzinssatz bei 4,35 Prozent. Vor 5 Jahren war das Niveau noch bei 6 Prozent. Die meisten Analysten gehen zwar von einem gleichbleibenden Zinssatz für 2018 aus. Luft nach unten gibt es dennoch genug.

Es stellt sich generell die Frage, wie kann überhaupt ein so großes Land organisiert und regiert werden? Und das durch die zentrale Lenkung einer einzigen Partei. Wieviel Selbstbestimmung, wieviel Freiheit darf eigentlich sein? Auch Gedankenfreiheit setzt einen langen Lernprozess voraus. Ein europäisches Demokratiemodell käme deshalb noch viel zu früh.

Denn schon in der vergangenen Geschichte war die Gesellschaftsordnung Chinas auf ein einiges Kraftzentrum ausgerichtet. Der Kaiser war eingebettet in strenge Regeln und Zeremonien, gab Orientierung und Sicherheit für Verwaltung und Volk. Der Bogen spannt sich daher vom Höhepunkt des chinesischen Reiches im 12. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert.

Maos Erben haben Planwirtschaft verdrängt

Waren in der Vergangenheit noch die Tore für Neues geschlossen, ist heute die ideologische Mauer an vielen Stellen durchbrochen. Maos erben haben die Planwirtschaft längst verdrängt. China wandelt sich unaufhaltsam zu einer Marktwirtschaft, weg von der Versteinerung des Kommunismus hin zur Glitzerwelt des Materialismus.

Der Schlüssel liegt in der Hierarchie, die die Massen auch im Alltag regierbar macht.

Das hat auch der in diesem Oktober abgehaltene 19. einwöchige Parteitag der kommunistischen Partei deutlich gezeigt. Und Staatschef Xi Jinping stellt die unumstößliche Spitze dar.

 

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