Erste Asset Management - Blog

Gerhard Winzer

Gerhard Winzer ist seit März 2008 bei der Erste Asset Management tätig. Bis März 2009 war er Senior Fondsmanager im Bereich Fixed Income Asset Allocation, seit April 2009 ist er Chefvolkswirt.

Er hat einen HTL Abschluß und studierte an der Universität Wien Volkswirtschaft und Betriebswirtschaftslehre mit einem speziellen Fokus auf Finanzmärkte. Er ist CFA-Charterholder und war von 2001-2003 Teilnehmer des Doktoratsprogramms für Finanzwirtschaft im Center for Central European Financial Markets in Wien.

Von Juli 1997 bis Juni 2007 war er in der CAIB, Bank Austria Creditanstalt, UniCredit Markets & Investment Banking im Research tätig. Die letzte Position war Direktor für Fixed Income/FX-Research und Strategie. Von Juli 2007 bis Februar 2008 verantwortete er die Asset-Allocation im Research der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien.

Gerhard Winzers Beiträge
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Gerhard Winzer am 06. Februar 2015

Lockere Geldpolitik macht Risiko-Anlagen attraktiv

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In den vergangenen Wochen haben viele Zentralbanken ihre Geldpolitik gelockert. Immer mehr Zentralbanken senken den jeweiligen Leitzinssatz. Zudem hat die Europäische Zentralbank ein umfangreiches Anleihen-Ankaufprogramm angekündigt. Was steckt also dahinter? An den Frühindikatoren für die Konjunktur kann es nicht gelegen sein.

Denn sowohl die Frühindikatoren der OECD für die Industrie- und Schwellenländer als auch der globale Einkaufsmanagerindex für den Fertigungssektor sind zuletzt gestiegen.
Die Beweggründe der der Zentralbankaktionen haben andere Gründe:
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Gerhard Winzer am 23. Januar 2015

Sparen wird unattraktiv, Investieren attraktiver

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Die Europäische Zentralbank hat am 22. Jänner ein erweitertes Kaufprogramm von Anleihen bekannt gegeben. Beginnend mit März 2015 bis mindestens Ende 2016 sollen monatlich Anleihen im Umfang von 60 Milliarden Euro gekauft werden. Die Käufe umfassen neben den bisherigen Programmen (Hypothekaranleihen und ABS) auch Staatsanleihen

Der Hintergrund für diesen Schritt ist die schwächelnde Wirtschaft. Obwohl die Leitzinsen auf quasi null Prozent gesenkt worden sind, kommt der Wirtschaftsmotor nicht in Schwung. Die gesamte Wirtschaftsleistung in der Eurozone (das Bruttoinlandsprodukt) befindet sich lediglich knapp 5% über dem Niveau vom 1. Quartal 2008. Berücksichtigt man die niedrige Inflation (durchschnittlich nur 1,1% seit 2008), zeigt sich, dass das reale Bruttoinlandsprodukt nach wie vor 2,2% unter dem Niveau von 2008 liegt.

Wenn Zinsen von null Prozent am Geldmarkt nicht ausreichen um die Wirtschaft zu unterstützen, bleibt als Alternative die Verzinsung über den gesamten Laufzeitbereich von Anleihen nach unten zu drücken. Das funktioniert, in dem die Zentralbank verspricht, auf absehbare Zeit die Leitzinsen bei null Prozent zu belassen und indem sie direkt Anleihen kauft. Der Effekt wird dadurch verstärkt, dass nicht nur der Preis des Geldes (der Zinssatz) sinkt, sondern auch die Menge des Geldes (Zentralbankgeld M0) massiv ausgeweitet wird. Das führt dazu, dass Staatsanleiherenditen immer unattraktiver werden. Die Investoren werden dadurch in Segmente gedrängt, die eine höhere Rendite versprechen (Anleihen mit einer längeren Laufzeit, Anleihen mit Kreditrisiko, Aktien, aber auch Anleihen in einer fremden Währung wie dem US-Dollar).
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Gerhard Winzer am 16. Januar 2015

Aufwertung des Schweizer Franken

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am 15. Jänner den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufgehoben. Viele Marktteilnehmer wurden auf dem falschen Fuß erwischt. In der ersten Reaktion hat der Währungsmarkt mit einer Festigung des Franken gegenüber dem Euro von 1,20 auf 1,05 reagiert.

Die Zentralbank begründet die Aufgabe des Mindestkurses damit, dass sich die Überbewertung des Franken reduziert hat. Tatsächlich befindet sich der real effektive Franken (Stichtag: 14. Jänner 2014) rund 10% unter dem Höchst vom 31. August 2011. Insgesamt ist der Franken allerdings nach wie vor sehr fest: Der real effektive Franken ist nach wie vor rund 24% über dem langfristigen Durchschnitt.

Damit die Aufhebung des Mindestkurses nicht zu einer unangemessenen Straffung der monetären Rahmenbedingungen führt, hat die Zentralbank den Zinssatz für Guthaben auf den Girokonten von Geschäftsbanken bei der Zentralbank, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Das Zielband für den dreimonats-Libor verschiebt sie weiter in den negativen Bereich auf -1,25% bis -0,25% von bisher -0,75% bis 0,25%.
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Gerhard Winzer am 14. Januar 2015

Stress auf den Märkten

Der Stress an den Märkten und die Nervosität der Marktteilnehmer haben zugenommen. Das kann man an den gestiegenen impliziten Volatilitäten (eine finanzmathematische Kennzahl für die erwartete Schwankungsbreite, Anm.) für Aktienindizes und höheren Renditeaufschlägen für das Kreditrisiko ablesen. Gleichzeitig sind die ohnehin schon sehr niedrigen Renditen von kreditsicheren Staatsanleihen (zB Österreich, Deutschland) weiter zurückgegangen.

Bemerkenswert: Auch die in den Anleiherenditen eingepreiste langfristige Konsumentenpreisinflation ist stark gefallen. Der Wert für die USA befindet sich mit 1,9% auf dem Krisenniveau von 2008. In der Eurozone liegt die langfristig eingepreiste Inflation mit 1,6% deutlich unter dem Wert von 2008 (2,0%).

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Gerhard Winzer am 25. November 2014

Goldpreisverfall wie lange noch?

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Trotz verschiedener geopolitischer Krisenherde sowie der jüngsten Volatilitätssteigerung an den Märkten, konnte Gold den Bärenmarkt noch nicht verlassen. Was steckt hinter der schwachen Entwicklung des Goldpreises und welche Faktoren könnten Gold in einen Bullenmarkt versetzen?

Kreditsichere, nominelle Staatsanleihen bieten per Konstruktion einen Hedge gegenüber Deflation. Die treibenden Faktoren auf den Finanzmärkten in diesem Jahr sind Wachstumsenttäuschungen und zunehmender Disinflationsdruck. Im Einklang damit sind die geforderten Risikoprämien für risikobehaftete Wertpapiere angestiegen und die nominellen Renditen von kreditsicheren Staatsanleihen gefallen.

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Gerhard Winzer am 04. November 2014

Investoren werden vorsichtiger

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Die konjunkturelle Dynamik lässt auf globaler Basis nach. Darauf deuten sowohl die fallenden Frühindikatoren der OECD für wichtige Industriestaaten als auch die fallenden Einkaufsmanagerindizes hin. Dennoch stehen sie im Einklang mit einer leichten Beschleunigung des Wachstums der Weltwirtschaft von Quartal zu Quartal. Das Ausmaß der Erholung wird immer geringer. Die Hoffnung, dass endlich Potenzialwachstum erreicht werden könnte, schwindet zusehends. Die seit Jahren nach unten korrigierten Wachstumsschätzungen setzen sich fort. Das passt nicht nur zum langsamen Erholungsszenario nach der Großen Rezession sondern auch zu den starken Hinweisen eines gefallenen Potenzialwachstums.

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Gerhard Winzer am 04. November 2014

Das Wachstum enttäuscht – die Schwankungen an den Finanzmärkten nehmen zu

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Die wichtigste Referenzrendite der Finanzgemeinde, die 10jährige Rendite der US-amerikanischen Staatsanleihe, ist in diesem Jahr kräftig gefallen. Genauer: von 3,03% zu Jahresanfang auf aktuell 2,11%. Das ist insofern überraschend, als die Konjunktur der US-Wirtschaft als einzige große Volkswirtschaft auf immer breiteren Beinen steht und sich am Übergang von der Erholungs- in die Expansionsphase befindet.

Im Einklang damit haben in den USA die Risiken für eine zu niedrige Inflation abgenommen. Im Oktober läuft das umfassende Anleiheankaufsprogramm der Zentralbank aus. Die Fed indiziert den Start für Leitzinsanhebungen im nächsten Jahr. In diesem Umfeld weisen die US-Staatsanleihen seit Jahresanfang einen überraschend hohen Ertrag von 6% auf. Betrachtet man nur die langlaufenden Anleihen mit einer Laufzeit von über 10 Jahren, beträgt der Ertrag sogar 21%.
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