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Ausschüttung und Steuer – einfach erklärt

© Erste Asset Management

„Ich habe EUR 500,- als Ausschüttung bekommen und davon wurden EUR 200,- an Steuer abgezogen. Das kann nicht stimmen, denn das sind ja 40 %!“

So oder so ähnlich erleben es Anlegerinnen und Anleger, wenn sie auf die Abrechnung der Ausschüttung ihrer Fondsanteile blicken. Hier eine kurze Erklärung, warum diese Darstellung auf der Abrechnung stimmt und inwieweit ein Zusammenhang zwischen der Ausschüttung und der abgeführten Steuer besteht.

Kein Zusammenhang zwischen Ausschüttung und Steuer!
Anhand folgender Grafik wird dargestellt, wann die Steuer bei einem Fonds entsteht und wann die Ausschüttung erfolgt.

Grafik: Exemplarischer Kursverlauf eines Fonds sowie Ereignisse während des Geschäftsjahres Quelle: ERSTE-SPARINVEST KAG
Grafik: Exemplarischer Kursverlauf eines Fonds sowie Ereignisse während des Geschäftsjahres
Quelle: ERSTE-SPARINVEST KAG

Die schwarze Linie zeigt den exemplarischen Kursverlauf eines Anleihefonds. Während des laufenden Fonds-Rechnungsjahres gibt es diverse Ereignisse wie z.B. Zinszahlungen oder den Verkauf von Anleihen mit Gewinn. Jedes dieser Ereignisse das einen Ertrag bringt, löst grundsätzlich eine Steuerpflicht aus. Die Summe aller Steuern (abzüglich möglicher Verlustvorträge) ist mit der nächsten Ausschüttung abzuführen. Diese Steuerpflicht errechnet sich somit aus den Erträgen, die im abgelaufenen Rechnungsjahr angefallen sind.
Nach Ende des Rechnungsjahres erfolgt eine Ausschüttung. Die Höhe dieser Ausschüttung (brutto) wird von der Kapitalanlagegesellschaft festgelegt. Im Zuge der Ausschüttung wird die Steuer abgezogen – die Anlegerinnen und Anleger erhalten die Netto-Ausschüttung.

Erkenntnis: Die Steuer bezieht sich auf die Erträge im Fonds, die Höhe der Ausschüttung wird beschlossen. Somit besteht zwischen Ausschüttung und Steuern kein unmittelbarer Zusammenhang.

Wie setzt sich die Steuer zusammen?
Wie oben erwähnt gibt es mehrere Arten von Erträgen, die eine Steuer auslösen. Dies sind:

  • Ordentliche Erträge: Das sind Erträge aus Zinszahlungen bzw. aus Dividendenzahlungen. Zinserträge sind mit 27,5 % zu besteuern. Inländische Dividenden (für diesen Fonds nicht relevant) kommen schon mit 27,5 % Vorwegbesteuerung in den jeweiligen Fonds, bei ausländischen Dividenden werden bereits bezahlte Quellensteuern angerechnet (max. bis zu 15 %).
  • Außerordentliche Erträge: Dies sind Erträge aus realisierten Kursgewinnen z.B. wenn eine Anleihe zu einem höheren Kurs verkauf als gekauft wurde. Mindestens 60 % dieser Erträge (abzüglich möglicher realisierter Verluste) sind mit 27,5 % zu versteuern.

Hinweis: Seit 01.01.2016 beträgt der Steuersatz 27,5 % (bis Ende 2015: 25 %). Bezugszeitpunkt für den Steuersatz ist das Ausschüttungsdatum. Es gibt keine Abgrenzung für Erträge, die vor 2016 angefallen sind.

Erkenntnis: Erträge, die in einem Fonds im Rechnungsjahr anfallen, sind wie oben dargestellt zu versteuern – eventuelle Verluste bzw. Verlustvorträge werden gegengerechnet. Diese Steuer wird mit der nächsten Ausschüttung abgeführt. Ob die Fondsanteile aus Sicht der Anlegerin bzw. des Anlegers Alt- oder Neubestände sind, ist dabei nicht relevant.

Wo liegt der Unterschied zwischen Altbestand (vor 2011) und Neubestand?
Bisher wurde die Ebene des Fonds beleuchtet. Die Fondsanteile liegen auf einem Wertpapier-Depot. Anteile, die vor 2011 erworben wurden sind sogenannte Altbestände. Für diese gilt die Kursgewinnsteuer (auf Depotebene) nicht. Danach erworbene Anteile sind sogenannter Neubestand. Bei diesen Anteilen kann es (bei Verkauf) möglicherweise noch zu einer weiteren Steuerbelastung kommen (Kursgewinnsteuer auf Differenz zw. Anschaffungskosten und Veräußerungserlös). Die Vermeidung einer Doppelbesteuerung erfolgt hier über die Anpassung des durchschnittlichen Anschaffungskurses (DAK).

Erkenntnis: Seit der letzten Steuerreform (Kursgewinnsteuer-Regime) ist die Versteuerung von Investments etwas komplizierter geworden. Auf Fonds-Ebene werden alle Anlegerinnen und Anleger gleich behandelt. Im Fonds werden alle Erträge ab 01.01.2016 mit 27,5 % besteuert (Gegenrechnung von realisierten Kursverlusten bzw. Verlustvorträgen möglich). Auf Depot-Ebene macht es einen Unterschied, ob das Investment vor oder nach dem Jahr 2011 angeschafft wurde.

Steuer und Ausschüttung anhand eines Beispiels
Als Beispiel um die Ausschüttung und die Steuer zu erklären, wählen wir den ESPA BOND COMBIRENT, der per 01. Februar 2016 ausgeschüttet hat.

Die Steuer setzt sich wie folgt zusammen:

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In Summe ergibt sich daraus: Alle steuerpflichtigen Erträge, die im Beobachtungszeitraum in diesem Fonds angefallen sind, wurden mit 27,5 % versteuert. Allerdings wurden nicht alle Erträge ausgeschüttet. Daher ergibt sich eine (auf den ersten Blick) hohe Steuerbelastung bezogen auf die Ausschüttung von 50 %. Aber wie gesagt: Die Ausschüttung und die Steuer hängen nicht zusammen.

Häufig gestellte Fragen von Anlegerinnen und Anlegern:

Wer legt die Höhe der Ausschüttung fest und nach welchen Kriterien wird hierbei vorgegangen?

Bei Fonds der Erste Asset Management entscheidet die Fondsgesellschaft über die Höhe der Ausschüttung. Dies ist auch in den jeweiligen Fondsbestimmungen so festgehalten, wobei die Untergrenze durch die Höhe der anfallenden Steuer (Regelung gem. Investmentfonds Gesetz) vorgegeben ist. Bei unseren Entscheidungen berücksichtigen wir die möglichen Erträge (WP-Renditen bzw. Dividendenrendite) des zugrunde liegenden Marktes sowie einen mittel- bis längerfristigen Erhalt des Rechenwerts des Fonds.

Ist die Steuer (in EUR) jedes Jahr gleich hoch – kann ich als Anlegerin bzw. als Anleger die Höhe der Steuer vorweg planen?

Die Steuer setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Einen hohen Einfluss haben außerordentliche Erträge. Dies sind realisierte Kursgewinne bzw. realisierte Kursverluste, die gegengerechnet werden können. Ob es in einem Rechnungsjahr solche außerordentliche Erträge gibt, hängt von den Marktentwicklungen ab – und von den Aktivitäten des Fondsmanagements. Die Steuer kann somit nicht geplant werden bzw. sie kann in einem Jahr sogar Null ausmachen. Realisierte Kursverluste können innerhalb des Fonds auch in Folgejahre vorgetragen werden.

Fazit: Die Ausschüttung ist für viele Anlegerinnen und Anleger ein wichtiges Kriterium für ein Investment. In Zeiten niedriger Zinsen sinken auch die Ausschüttungen von Fonds. Steuern können dennoch anfallen und müssen zum Zeitpunkt der Ausschüttung abgeführt werden. Die Höhe der Steuer hängt immer mehr von den außerordentlichen Erträgen ab. Ob es allerdings in jedem Jahr außerordentliche Erträge (= realisierte Kursgewinne) gibt, ist fraglich. Es können auch realisierte Kursverluste anfallen, die die Steuerbasis schmälern.

Nochmals der wichtigste Punkt: Zwischen der Höhe der Ausschüttung und der Höhe der Steuern (in EUR je Anteil) besteht kein Zusammenhang!

 

Warnhinweise gemäß InvFG 2011:
Der ESPA BOND COMBIRENT beabsichtigt gemäß den von der Österreichischen Finanzmarktaufsicht genehmigten Fondsbestimmungen mehr als 35% seines Fondsvermögens in Wertpapieren und/oder Geldmarktinstrumenten von öffentlichen Emittenten anzulegen. Eine genaue Auflistung dieser Emittenten finden Sie im Prospekt, Abschnitt II, Punkt 12.

 

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Wichtige rechtliche Hinweise

Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. Sofern nicht anders angegeben, Datenquelle ERSTE-SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Erste Asset Management GmbH und ERSTE Immobilien Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. Unsere Kommunikationssprachen sind Deutsch und Englisch.

Der Prospekt für OGAW-Fonds (sowie dessen allfällige Änderungen) wird entsprechend den Bestimmungen des InvFG 2011 idgF erstellt und im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ veröffentlicht. Für die von der ERSTE-SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Erste Asset Management GmbH und ERSTE Immobilien Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. verwalteten Alternative Investment Fonds (AIF) werden entsprechend den Bestimmungen des AIFMG iVm InvFG 2011 „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ erstellt und im Falle der ERSTE Immobilien Kapitalanlagegesellschaft m.b.H. im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ bzw. auf der Homepage unter www.ersteimmobilien.at veröffentlicht.

Der Prospekt, die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ sowie die Wesentliche Anlegerinformation/KID sind in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf der Homepage www.erste-am.com bzw. www.ersteimmobilien.at abrufbar und stehen dem interessierten Anleger kostenlos am Sitz der jeweiligen Verwaltungsgesellschaft sowie am Sitz der jeweiligen Depotbank zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung des Prospekts, die Sprachen, in denen die Wesentliche Anlegerinformation/KID erhältlich ist sowie allfällige weitere Abholstellen der Dokumente sind auf der Homepage www.erste-am.com bzw. www.ersteimmobilien.at ersichtlich.

Diese Unterlage dient als zusätzliche Information für unsere Anleger und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss. Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse unserer Anleger hinsichtlich des Ertrags, steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.

Johann Griener

Johann Griener ist seit 01.01.2001 in der Erste Asset Management GmbH im Bereich „Sales Retail“ tätig. In dieser Funktion betreut er v.a. die Sparkassen in Österreich mit aktuellem Schwerpunkt auf Oberösterreich. Der Aufgabenbereich umfasst die Servicierung, Schulung, Aus- und Weiterbildun...

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