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Protest, Zusammenbruch und Neuanfang: Wie junge Stimmen Madagaskars politische Landschaft verändern

Vor 6 Stunden aktualisiert

Protest, Zusammenbruch und Neuanfang: Wie junge Stimmen Madagaskars politische Landschaft verändern
(c) APA-Images / AFP / RIJASOLO
(c) APA-Images / AFP / RIJASOLO

Als im September 2025 die ersten Demonstrationen in Antananarivo unter dem Motto „Leo be“ („es reicht uns“) aufflammten, schienen sie zunächst ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte sozialer Spannungen Madagaskars zu sein. Doch was als Protest der Generation Z gegen chronische Strom- und Wasserausfälle begann, entwickelte sich binnen weniger Wochen zu einer landesweiten Bewegung, die schließlich in eine politische Neugestaltung mündete. Knapp 4 Monate nach dem präsidialen Wechsel stellt sich die Frage, ob die Weichen nun in die richtige Richtung stehen.

Die Ausgangssituation

Die ökonomische Lage Madagaskars war schon vor den Protesten prekär. Jahrelange Schrumpfung staatlicher Kapazitäten in der Energie- und Wasserversorgung hatten 2025 einen kritischen Punkt erreicht; tägliche Stromabschaltungen und Ausfälle in der Wasserversorgung brachten Haushalte, Betriebe und die exportorientierte Industrie an den Rand des Stillstands. Ein Bericht der Weltbank deckte bereits 2018 auf, dass nur 15 % der Bevölkerung Stromzugang haben – damit belegt das Land Platz 184 von 190. Das staatliche Versorgungsunternehmen JIRAMA, dessen Sanierung vom Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Millionen unterstützt wurde, erwies sich als hochverschuldet, ineffizient und politisch überfrachtet.

Gleichzeitig litt die Bevölkerung unter einer anhaltend hohen Inflation von durchschnittlich 8,5 % p. a. seit 1997, das Lohnwachstum blieb dauerhaft darunter. Die Weltbank warnte Anfang 2025 vor sinkender Produktivität, schwacher Wettbewerbsfähigkeit und zunehmender sozialer Spaltung. Vor diesem Hintergrund ist es kaum überraschend, dass die junge, digital vernetzte Gen Z zur treibenden Kraft der Proteste wurde.

Mikrofinanzierung in Madagaskar

Parallel zur strukturellen Schwäche des Energie- und Industriesektors offenbarte auch das Finanzsystem deutliche Defizite. Der Zugang zu klassischen Bankdienstleistungen gehört zu den niedrigsten in Subsahara-Afrika: Nur rund 18 % der Erwachsenen verfügen über ein Bankkonto oder eine Mobile-Money-Lösung. In dieser Lücke entwickelte sich der Mikrofinanzsektor zu einem entscheidenden Stabilitätsfaktor – insbesondere für ländliche Haushalte, Kleinstunternehmen und informelle Betriebe.

2023 finanzierten die 16 im Land tätigen Mikrofinanzinstitutionen die Wirtschaft mit rund 1.050 Mrd. Ariary (rund 240 Mio. US-Dollar), und sie erreichten etwa 2,45 Mio. Kund:innen in 22 Regionen Madagaskars. Für viele Haushalte stellte Mikrofinanzierung die einzige Möglichkeit dar, Einkommensaktivitäten aufzubauen, kurzfristige Liquiditätsengpässe zu überbrücken oder nach Naturkatastrophen wirtschaftliche Resilienz wiederherzustellen. Der Sektor stärkt damit nicht nur die Armutsbekämpfung, sondern auch die Krisenfestigkeit der Bevölkerung.

Allerdings steht die Mikrofinanzbranche selbst unter Druck: Fachkräftemangel, begrenzte Digitalisierung und zunehmende klimabedingte Risiken erschweren eine nachhaltige Entwicklung. Damit wird deutlich, dass finanzielle Inklusion zwar ein wichtiger Stabilisator ist, die strukturellen Schwächen des Landes jedoch nicht kompensieren kann, solange grundlegende Reformen ausbleiben.

Von Protesten zum Machtwechsel

Als sich am 25. September tausende junge Menschen auf den Straßen Madagaskars versammelten, um gegen die Missstände zu protestieren, führte die gewaltsame Reaktion der staatlichen Sicherheitskräfte zu einer Eskalation, die mindestens 22 Tote forderte. Dieser Eingriff befeuerte die Proteste weiter und erhöhte den Druck auf Präsident Andry Rajoelina, der am 29. September die gesamte Regierung entließ – ein Schritt, den viele Demonstrierende als rein kosmetisch werteten. In den folgenden Tagen schlossen sich breite Bevölkerungsteile der Gen Z an und forderten Rajoelinas Rücktritt.

Als die Spezialeinheit CAPSAT am 11. Oktober den Befehl zur Niederschlagung der Proteste verweigerte, verlor Rajoelina endgültig die Kontrolle über sein wichtigstes Machtinstrument – das Militär. Bereits am nächsten Tag übernahm dieses unter Oberst Michael Randrianirina die Führung des Landes, während der Präsident unter bisher ungeklärten Umständen ins Ausland floh.

Ein unsicherer Neuanfang

Mit der Einsetzung einer militärisch geführten Übergangsregierung steht Madagaskar an einem möglichen Wendepunkt, doch die grundlegenden ökonomischen Probleme sind ungelöst. Ohne tiefgreifende Reformen des Energie- und Infrastruktursektors, transparente Institutionen und ein investitionsfreundliches Klima wird eine nachhaltige Stabilisierung kaum gelingen. Der Machtwechsel von 2025 war daher weniger ein klassischer politischer Umsturz als vielmehr das Symptom eines umfassenden wirtschaftlichen Zusammenbruchs.

Nur wenn die strukturellen Ursachen, inklusive der mangelnden finanziellen Inklusion, konsequent adressiert werden, kann Madagaskar hoffen, aus dem Kreislauf von Instabilität, Armut und Fragilität auszubrechen.

Im Kontext der Erste Asset Management


Die Erste Asset Management GmbH verfolgt die Entwicklungen des madagassischen Mikrofinanzmarktes hauptsächlich durch die Portfolioverwaltung des I-AM Vision Microfinance Local Currency Fonds, welcher in seiner mehr als 15jährigen Historie immer wieder Darlehen denominiert in Madagaskar Ariary (MGA) analysierte und an MFIs in Madagaskar vergab.  

Mehr Informationen zu dem Fonds und Investitionen in Mikrofinanz finden Sie auf der Website der Impact Asset Management 👉 Home: Impact Asset Management


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