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Winzer der Woche: Ausreißerrisiko

Vor 2 Stunden aktualisiert

Winzer der Woche: Ausreißerrisiko
(c) APA-Images / AFP / BRENDAN SMIALOWSKI
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Vergangene Woche wurde die Waffenruhe im Iran-Krieg auf unbestimmte Zeit verlängert. Das verringert einerseits zwar das Risiko einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen und einer weiteren Eskalation, die unter anderem die private Energieinfrastruktur in der Golfregion weiter schädigen könnte. Dennoch bleibt für Wirtschaft und Finanzmärkte ein erhebliches Ausreißerrisiko bestehen.

In unserem Basisszenario ist der stagflationäre Impuls des Iran-Konflikts zwar spürbar, jedoch nicht so stark, dass das günstige Umfeld eines „inflationären Wachstums“ kippt. Vor dem Anstieg der Energiepreise lag das globale Wachstum über dem Potenzial, zugleich bewegten sich die Inflationsraten oberhalb des Zentralbankziels von 2 %. Gleichwohl ist das Risiko eines abrupten Übergangs in ein Umfeld aus hoher Inflation und schrumpfender Wirtschaftsleistung nicht zu unterschätzen.

Verhandlungen alternativlos

Zu Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA gibt es faktisch keine Alternative. Eine militärische Lösung erscheint nicht zielführend. Eine anhaltende Blockade der Straße von Hormuz würde nicht nur den Iran selbst massiv schädigen, sondern auch das Risiko einer globalen Wirtschaftskrise bergen. Die Frage ist also nicht, ob ernsthafte Verhandlungen aufgenommen werden, sondern wann. Die Zeit drängt. Entsprechend dürfte auch der Druck anderer Staaten – etwa Chinas oder weiterer asiatischer Länder – auf beide Konfliktparteien zunehmen, einen Kompromiss zu finden.

Je länger die Straße von Hormuz geschlossen bleibt, desto größer ist das Risiko eines weiteren Energiepreisschubs sowie konkreter Energieengpässe. Irgendwann sind die Lagerbestände erschöpft und die derzeit eingepreisten Erwartungen eines baldigen Energiepreisrückgangs nicht mehr haltbar. Mit anderen Worten: Je länger die Pattsituation zwischen den USA und dem Iran andauert, desto höher ist das Risiko einer Rezession.

Engpässe größte Gefahr für Weltwirtschaft

Dabei geht es nicht primär um die Höhe der Energiepreise. Das größte Risiko für die Wirtschaft geht von möglichen Energieengpässen aus. So lässt sich wirtschaftliche Aktivität meist weder einfach auf andere verfügbare Energieformen verlagern (etwa durch eine rasche Umstellung auf Solarstrom), noch kann schnell auf weniger energieintensive Produktionsprozesse umgestellt werden. Häufig bleibt nur die Reduktion der wirtschaftlichen Aktivität selbst – etwa durch geringere Produktion oder weniger Autofahren mit fossiler Energie.

Ein zusätzlicher kräftiger Energiepreisanstieg erhöht das Rezessionsrisiko, da Konsumenten:innen und Unternehmen weniger finanziellen Spielraum für andere Ausgaben haben. Noch gravierender wäre ein erzwungener Nachfragerückgang infolge realer Energieknappheit – dieser würde deutlich stärker und unmittelbarer auf die Wirtschaft durchschlagen.

Bis jetzt zeigen sich die Wirtschaftsindikatoren jedoch robust. Die Preisindikatoren – sowohl die umfragebasierten als auch die Verbraucherpreisindizes – sind zwar signifikant, aber nicht in großem Ausmaß angestiegen. Auch die Wachstumsindikatoren, etwa die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für April, haben sich zumindest oberflächlich betrachtet als resilient erwiesen.

Notenbanken ringen um Glaubwürdigkeit

Die Zentralbanken haben mit ihrer Steuerung der Markterwartungen durch jüngste Aussagen stärker auf das Inflationsrisiko und weniger auf das Arbeitsmarktrisiko hingewiesen und damit eine hawkische Haltung eingenommen. In der Folge sind die im Markt gepreisten Erwartungen für die zukünftigen Leitzinsen angestiegen. Beispielsweise wird für die Europäische Zentralbank bis Ende 2026 eine Leitzinsanhebung von 2 % auf 2,5 % eingepreist.

In dieser Woche finden zahlreiche wichtige Zentralbanktreffen statt. Weder bei der US-amerikanischen Fed noch bei der Europäischen Zentralbank oder den Zentralbanken im Vereinigten Königreich und Kanada werden konkrete Zinsschritte erwartet. Dennoch liegen die Inflationsraten bereits seit fünf Jahren über dem angestrebten Zentralbankziel. Damit steht zunehmend die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken auf dem Spiel, die Inflation dauerhaft unter Kontrolle bringen zu können.

Fazit


Für die Wirtschaft und die Finanzmärkte stellt eine Sperre der Straße von Hormuz ein Tail-Risiko dar. Trotz der positiven Aktienentwicklung im April, unter anderem befeuert durch eine unterstützende Entwicklung im Bereich Informationstechnologie & Künstliche Intelligenz, erscheint eine vorsichtige Grundhaltung weiterhin angebracht.

 

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