Im Iran-Krieg gibt es Anzeichen für eine Entspannung. Die Kriegsparteien USA, Israel und Iran haben sich einen zweiwöchigen Waffenstillstand geeinigt. Zentrale Voraussetzung für die USA war, dass Teheran der sofortigen Öffnung der Straße von Hormus zustimmt. Pakistan hat zwischen den Konfliktparteien vermittelt und der Iran habe laut US-Präsident einen „umsetzbaren Zehn‑Punkte‑Friedensvorschlag“ vorgelegt, der als Grundlage für Verhandlungen dienen könne. Die politischen Hürden für eine dauerhafte Lösung sind jedoch hoch.
Marktreaktion
Die unmittelbare Marktreaktion fiel dem Lehrbuch entsprechend aus: Die Aktien- und Anleihenmärkte legten zu, während die Ölpreise und der US-Dollar fielen. Auch die Markterwartungen für die zukünftigen Leitzinsen, die in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen waren, sind gefallen.
Das Muster ist typisch für einen zunehmenden Risikoappetit, getragen von der Hoffnung auf eine Beruhigung an einem der zentralsten geopolitischen Nadelöhre der Weltwirtschaft.
Konfliktlinien
Der Weg zu einem dauerhaften und belastbaren Friedensplan ist jedoch herausfordernd. Einerseits ist der Waffenstillstand nur für zwei Wochen vereinbart. Andererseits haben die Verhandlungsparteien diametrale Meinungen zu den wichtigsten Punkten:
- Kontrolle über die der Straße von Hormus
- Irans Atomprogramm
- Irans Raketenprogramm
- Die Sanktionen gegen den Iran
- Militärische Präsenz der USA in der Golfregion
- Reparations‑ oder Kompensationszahlungen an den Iran
- Sicherheitsgarantien für den Iran
Diese Punkte berühren die geopolitische Machtbalance in der gesamten Region. Entsprechend erhöht ist das Risiko, dass einzelne Themen den Verhandlungsprozess blockieren oder verzögern. Das Marktgeschehen könnte also weiterhin getrieben von den veröffentlichten Nachrichten sein: Entspannungsrallyes sind ebenso vorstellbar wie abrupte Rückschläge.
Auch bei einem raschen politischen Durchbruch bleiben die makroökonomischen Nachwirkungen des Energiepreisschocks noch für einige Zeit spürbar.
Kurzfristig dürfte ein Waffenstillstand zu einem spürbaren Anstieg der Schifffahrt durch die Straße von Hormus führen. Dennoch ist selbst im günstigen Fall einer Verhandlungslösung davon auszugehen, dass es Monate dauern wird, bis der Schiffsverkehr wieder Vorkriegsniveau erreicht. Logistische Engpässe, beschädigte Infrastruktur, Sicherheitsauflagen und Versicherungsfragen wirken mit Verzögerung.
Zudem werden die bereits erfolgten Energiepreissteigerungen Überwälzungseffekte erzeugen, von den höheren Energiepreisen auf andere Produkte und Dienstleistungen. Insgesamt kann der Effekt mit signifikant, aber nicht groß beschrieben werden.
Art der Verhandlungslösung
Selbst wenn eine dauerhafte Verhandlungslösung erzielt wird, stellt sich die Frage, ob daraus ein echter, nachhaltiger Friedensprozess entsteht. Für einen stabilen Frieden müsste der Verhandlungsrahmen wahrscheinlich breiter werden. Neben den USA und dem Iran wären Europa, Israel, die anderen Golfstaaten und China als zentrale Stakeholder einzubinden. Ohne einen solchen multilateralen Ansatz dürfte die Region weiterhin politisch und instabil bleiben. Das langfristige Risiko, dass von der Region für die Energieversorgung, davon abgeleitete Produkte, globale Lieferketten und Vermögenswerte ausgeht, wird wahrscheinlich nicht verschwinden.
Vor allem könnte ein denkbares Ergebnis der Verhandlungen sein, dass der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus behält. Produkte, die verschifft werden (Rohöl, Flüssiggas, petrochemische Vorprodukte, Düngemittel), könnten strukturell teurer bleiben als in der Vergangenheit, unter anderem aufgrund höherer Versicherungsprämien und möglicher Transitgebühren, die der Iran (illegal) einhebt.
Der Krieg im Kran hat wahrscheinlich die Zersplitterung der Welt in Einflusssphären und die Notwendigkeit, sich unabhängiger von Nadelöhren zu machen, befördert. Denn auch andere Staaten oder Akteure könnten das iranische Vorgehen als Blaupause nutzen und geopolitische Chokepoints als Druckmittel einsetzen.
Mittelfristig günstig für Vermögenswerte
Auf die mittlere Sicht ist für die Märkte entscheidend: Der energiepreisgetriebene, stagflationär wirkende Impuls der vergangenen Wochen war wahrscheinlich nicht stark genug, um das übergeordnete Basisszenario eines inflationären Wachstums grundsätzlich zu kippen. Hierbei liegt das Wirtschaftswachstum am oder über dem Potenzial und die Inflation leicht über dem Zentralbankziel von 2%. Dieses Umfeld ist generell günstig für risikobehaftete Vermögenswerte wie Aktien.
Kurzfristig noch vorsichtig
Insgesamt ist es jedoch verfrüht, auf eine permanente Markterholung zu setzen. Die Verhandlungen könnten sich als holprig erweisen und der zeitliche Rahmen ist mit zwei Wochen kurz. Deshalb bleiben wird vorerst eher defensiv positioniert. Das heißt vor allem, Aktien und Anleihen bleiben unter der langfristigen Ausrichtung positioniert, während der Geldmarkt übergewichtet bleibt.
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