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Erneuerbare Energien: Warum der KI-Boom die Börse noch nicht erreicht hat

Vor 1 Stunde aktualisiert

Erneuerbare Energien: Warum der KI-Boom die Börse noch nicht erreicht hat

Künstliche Intelligenz benötigt immer mehr Strom. Das sorgt für volle Auftragsbücher bei vielen Unternehmen aus den Bereichen erneuerbare Energien und Strominfrastruktur. Dennoch haben die Kurse bei Erneuerbaren zuletzt nachgegeben. Wie passt das zusammen? Und was bedeutet das für Anleger:innen?

Die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz verändert nicht nur die Technologiebranche, sondern zunehmend auch den Energiesektor. Weltweit werden Milliarden in neue Rechenzentren investiert, die enorme Mengen an Strom benötigen. Gleichzeitig schreitet die Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Gebäuden voran.

Für Unternehmen, die Strom erzeugen, Stromnetze ausbauen oder Technologien zur effizienteren Energienutzung entwickeln, sind das grundsätzlich gute Nachrichten. Dennoch spiegelte sich diese Entwicklung zuletzt nicht in den Aktienkursen wider. Im Gegenteil: Viele Unternehmen aus dem Umwelttechnologie-Sektor mussten im dritten Quartal deutliche Kursverluste hinnehmen.

Auch unsere Umweltaktienfonds ERSTE GREEN INVEST und ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT konnte sich diesem schwierigen Marktumfeld nicht entziehen. Doch warum entwickeln sich die Aktienkurse so schwach, obwohl die Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen vieler Unternehmen steigt?

Hinweis: Investitionen in Wertpapiere bergen neben Chancen auch Risiken.

Volle Auftragsbücher, fallende Aktienkurse

Ein Blick auf die jüngsten Unternehmenszahlen zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen der Geschäftsentwicklung und der Stimmung an der Börse derzeit sind. So verzeichnete beispielsweise der US-Energietechnologiekonzern GE Vernova im zweiten Quartal einen Anstieg des Auftragseingangs um 88 Prozent auf 24,2 Milliarden US-Dollar. Auch der Windkraftanlagenhersteller Vestas meldete einen hohen Auftragsbestand und hob seine Jahresprognose an.

Hinweis: Die in diesem Beitrag angeführten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt worden und stellen keine Anlageempfehlung dar.

Besonders auffällig war die Entwicklung bei Solarunternehmen. Obwohl zahlreiche Unternehmen bessere Umsatz- und Gewinnergebnisse als erwartet vorlegten, verlor der entsprechende Solaraktienindex im dritten Quartal fast 27 Prozent. Für den Index war das das schwächste Quartal seit mehr als zehn Jahren.

Die Beispiele verdeutlichen ein Phänomen, das wir derzeit in vielen Bereichen der Umwelttechnologie beobachten: Die Nachfrage ist vorhanden, doch die Börse bewertet die Zukunftsaussichten zunehmend vorsichtiger. Wie geht das zusammen?

Warum steigende Zinsen Umweltaktien besonders treffen

Ein wesentlicher Grund dafür ist die Zinsentwicklung. Der Bau von Windparks, Solaranlagen oder Stromnetzen erfordert hohe Anfangsinvestitionen. Diese Projekte werden häufig über Kredite finanziert, während die Einnahmen erst über viele Jahre erwirtschaftet werden. Steigen die Zinsen, verteuert sich die Finanzierung. Gleichzeitig werden zukünftige Gewinne aus Sicht der Anleger:innen weniger wert.

Hinzu kommt, dass die Erwartungen an viele Unternehmen nach den starken Kursanstiegen der vergangenen Jahre bereits sehr hoch waren. Selbst gute Geschäftszahlen reichen dann nicht immer aus, um die Aktienkurse weiter steigen zu lassen.

Bereits im Zinsanhebungszyklus 2022 hatten beide Fonds unter steigenden Zinsen gelitten – wie man in Grafik 1 am Beispiel des ERSTE GREEN INVEST erkennen kann, hat sich diese negative Korrelation zuletzt allerdings reduziert.

Hinweis: Die Entwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für künftige Wertentwicklungen. Die Berechnung der Wertentwicklung erfolgt lt. OeKB Methode. Die Wertentwicklung unterstellt eine vollständige Wiederveranlagung der Ausschüttung und berücksichtigt die Verwaltungsgebühr sowie eine allfällige erfolgsbezogene Vergütung. Der bei Kauf gegebenenfalls anfallende einmalige Ausgabeaufschlag und allenfalls individuelle transaktionsbezogene oder laufend ertragsmindernde Kosten (z.B. Konto- und Depotgebühren) sind in der Darstellung nicht berücksichtigt.

Der Unterschied zu damals liegt darin, dass Umwelttechnologie-Unternehmen ihre Geschäftsmodelle inzwischen weiterentwickelt haben. Sie erwirtschaften heute stabilere Gewinne und verfügen über eine bessere finanzielle Basis. Außerdem ist der Umwelttechnologie-Sektor heute wesentlich breiter aufgestellt und besteht nicht mehr ausschließlich aus der Solar- und Windindustrie. Die Investmentstory reicht von Netzinfrastruktur und Stromerzeugung über Energieeffizienz und Gebäudetechnik bis zu Recycling, Wasser, Mobilität und industrieller Transformation.

KI braucht Strom – aber auch die passende Infrastruktur

Auch wenn der Markt bei Aktien der Erneuerbaren derzeit zurückhaltend ist – der Strombedarf wächst doch rasant weiter und mit ihm die Rolle von erneuerbaren Energien. Besonders deutlich wird das beim Ausbau künstlicher Intelligenz. Neue Rechenzentren benötigen nicht nur leistungsfähige Computerchips, sondern auch große Mengen an zuverlässig verfügbarem Strom. Genau hier zeigen sich zunehmend Engpässe.

Denn während neue Rechenzentren vergleichsweise schnell errichtet werden können, dauert der Ausbau von Stromnetzen, Transformatoren und zusätzlicher Erzeugungskapazität oftmals wesentlich länger. In einigen US-Bundesstaaten wird deshalb bereits darüber diskutiert, wie neue Rechenzentren an die bestehende Energieinfrastruktur angeschlossen werden können und wer die notwendigen Investitionen bezahlt. Nach den Midterm-Wahlen dürfte diese Debatte wohl weiteren Rückenwind erhalten.

Für uns ist das eine entscheidende Entwicklung. Der KI-Boom ist längst nicht mehr nur eine Frage der Rechenleistung, sondern zunehmend auch der Energieversorgung. Der entscheidende Engpass ist immer häufiger die Verfügbarkeit von Strom und Netzanschlüssen. Für unseren Investment Case ist das grundsätzlich positiv, da der Bedarf an Stromerzeugung, Speichern, Netztechnik, Transformatoren, Kabeln und Energiemanagement steigt.

Nicht alle Umwelttechnologien entwickeln sich gleich

Trotz der langfristig positiven Nachfrageaussichten lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Bereiche. Während Unternehmen aus dem Netzausbau und der Energieinfrastruktur derzeit eine hohe Nachfrage verzeichnen, ist das Marktumfeld beispielsweise für Anbieter von Solaranlagen für private Haushalte in den USA deutlich schwieriger.

Die Aktien dieser Unternehmen gehörten auch im vergangenen Quartal zu den schwächeren Titeln. Positive Beiträge kamen dagegen aus Bereichen wie dem Netzausbau und der Energie-Infrastruktur. Hier kommt uns also die zunehmende Breite des Umwelttechnologie-Sektors zu Gute. Gerade in Phasen, in denen einzelne Themen an der Börse stark schwanken, wird diese Diversifikation wichtiger.

Unternehmen im Fokus: Fastned – Ladeinfrastruktur für die Mobilität von morgen


Steigende Spritpreise und geopolitische Krisen machen Elektroautos zunehmend attraktiv. In vielen Ländern steigen die Neuzulassungen deutlich. Damit wächst auch der Bedarf an einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur.

Davon könnte das niederländische Unternehmen Fastned profitieren. Es betreibt Schnellladestationen entlang wichtiger Verkehrsverbindungen in Europa und ermöglicht unkompliziertes Laden unterwegs. Eine eigene App erleichtert die Routenplanung und den Ladevorgang.

Fastned zeigt, wie Unternehmen von der zunehmenden Elektromobilität profitieren können, indem sie die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Im ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT zählt das Unternehmen zu den größten Positionen. Im dritten Quartal 2026 legte die Aktie um rund 70 Prozent zu.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass Investitionen in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhalten.

Ausblick: Warum die Energieinfrastruktur immer wichtiger wird

Unsere langfristige Einschätzung hat sich durch die jüngsten Kursverluste nicht verändert. Allerdings zeigt sich immer deutlicher, worauf es beim steigenden Strombedarf durch künstliche Intelligenz künftig ankommt: Es muss nicht nur ausreichend Strom vorhanden sein, sondern dieser muss auch am richtigen Ort und zur richtigen Zeit verfügbar sein.

Genau hier liegt eine der größten Herausforderungen. Während neue Rechenzentren vergleichsweise schnell gebaut werden können, dauert der Ausbau von Stromnetzen, Kraftwerken und anderen wichtigen Anlagen oft deutlich länger. In den USA haben einige Regionen deshalb bereits vorübergehende Beschränkungen für neue Rechenzentren beschlossen. Wir erwarten, dass künftig verstärkt darüber diskutiert wird, unter welchen Bedingungen neue Projekte entstehen dürfen und wer die dafür notwendige Infrastruktur finanziert. Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Stromerzeugung, Stromnetze, Energiespeicherung und Energieeffizienz dürfte das zu Gute kommen.

Gleichzeitig zeigt die jüngste Kursentwicklung, dass hohe Wachstumserwartungen allein nicht ausreichen. Für Anleger:innen wird es zunehmend wichtiger, welche Unternehmen tatsächlich von der steigenden Nachfrage profitieren, finanziell solide aufgestellt sind und ihre Aufträge auch in höhere Gewinne umwandeln können. Auf diese Faktoren achten wir bei der Auswahl unserer Investments besonders.

Wir setzen daher in unseren Umwelttechnologiefonds weiterhin einen klaren Schwerpunkt auf den Energiebereich. Daneben investieren wir in Unternehmen aus der Wasserwirtschaft und Recycling. Im ERSTE GREEN INVEST werden diese Themen noch mit industrieller Transformation und der Anpassung an den Klimawandel ergänzt.

Wir sind überzeugt, dass diese Technologien langfristig wichtige Lösungen für die wachsenden Herausforderungen bei der Energieversorgung und beim Umweltschutz bieten. Kurzfristige Kursschwankungen und weitere Rückschläge bleiben dabei jedoch möglich.

Fazit


Der steigende Strombedarf durch künstliche Intelligenz ist ein langfristiger Wachstumstreiber für zahlreiche Umwelttechnologien. Die jüngsten Kursverluste zeigen allerdings, dass selbst attraktive Zukunftstrends an der Börse nicht ohne Rückschläge verlaufen. Umso wichtiger ist es, zwischen kurzfristigen Marktschwankungen und der tatsächlichen Geschäftsentwicklung der Unternehmen zu unterscheiden.


Risikohinweise ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT

Der Fonds verfolgt eine aktive Veranlagungspolitik und orientiert sich nicht an einem Vergleichsindex. Die Vermögenswerte werden diskretionär ausgewählt und der Ermessensspielraum der Verwaltungsgesellschaft ist nicht eingeschränkt.

Weitere Ausführungen zur nachhaltigen Ausrichtung des ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT sowie zu den Angaben gemäß Offenlegungs-Verordnung (Verordnung (EU) 2019/2088) und Taxonomie-Verordnung (Verordnung (EU) 2020/852) sind dem aktuellen Prospekt, Punkt 12 und Anhang „Nachhaltigkeitsgrundsätze“ zu entnehmen. Bei der Entscheidung, in den ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT zu investieren, sollten alle Eigenschaften oder Ziele des ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT berücksichtigt werden, wie sie in den Fondsdokumenten beschrieben sind.

Risikohinweise ERSTE GREEN INVEST

Der Fonds verfolgt eine aktive Veranlagungspolitik und orientiert sich nicht an einem Vergleichsindex. Die Vermögenswerte werden diskretionär ausgewählt und der Ermessensspielraum der Verwaltungsgesellschaft ist nicht eingeschränkt.

Weitere Ausführungen zur nachhaltigen Ausrichtung des ERSTE GREEN INVEST sowie zu den Angaben gemäß Offenlegungs-Verordnung (Verordnung (EU) 2019/2088) und Taxonomie-Verordnung (Verordnung (EU) 2020/852) sind dem aktuellen Prospekt, Punkt 12 und Anhang „Nachhaltigkeitsgrundsätze“ zu entnehmen. Bei der Entscheidung, in den ERSTE GREEN INVEST zu investieren, sollten alle Eigenschaften oder Ziele des ERSTE GREEN INVEST berücksichtigt werden, wie sie in den Fondsdokumenten beschrieben sind.

 

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