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Winzer der Woche: Eskalation im Nahen Osten

Vor 2 Stunden aktualisiert

Winzer der Woche: Eskalation im Nahen Osten

Alleine in diesem Jahrzehnt wurden die Weltwirtschaft und die Märkte einige Male auf die Probe gestellt: die Pandemie, der Ukraine-Krieg, der Inflationsanstieg, die US‑Handelspolitik und aktuell der Krieg im Nahen Osten. Dazu kommen die disruptiven Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz.

Bis jetzt waren die Schockwellen nicht stark genug, das insgesamt günstige Umfeld an den Börsen umzustoßen. Die Frage ist: Halten die Märkte auch den Stresstest eines Energiepreisschocks aus?

Energiepreise stark gestiegen

Der Ölpreis ist inzwischen auf über 100 US‑Dollar pro Fass gestiegen und auch Flüssiggas hat sich auf mehr als 60 US‑Dollar verteuert. Inflationsbereinigt ist der Ölpreis zwar immer noch verhältnismäßig niedrig, aber die Preisentwicklung kann nunmehr als Schock angesehen werden. Darunter versteht man eine starke Preisänderung innerhalb kurzer Zeit. Immerhin lag der Rohölpreis Anfang 2026 noch bei rund 60 US‑Dollar pro Fass. Der Preis für Flüssiggas notierte um die 27 US‑Dollar.

Auch wenn mittlerweile deutlich weniger Energie für die Produktion einer Einheit Bruttoinlandsprodukt benötigt wird – die Ölintensität ist im Vergleich zu den 1970er‑Jahren viel geringer – bleibt die Weltwirtschaft weiterhin vom Transport von Rohöl und Flüssigerdgas durch die Straße von Hormus abhängig. Immerhin findet über 20 % des globalen Transports von Rohöl und Erdgas in dieser Meeresstraße statt. Zudem ist der Anteil des Nahen Ostens am globalen Produktionsvolumen von Rohöl zwar gefallen, beträgt aber immer noch rund 30 %. Der Anteil an der globalen Erdgasförderung ist deutlich geringer, aber mit 17 % immer noch hoch.

Die Verletzlichkeit der Weltwirtschaft auf mittlere Sicht wird deutlich, wenn man einen Blick auf die bestätigten Reserven wirft: Die Region beherbergt circa 55 % der weltweiten Rohölreserven und verfügt über etwa 40 % der globalen Erdgasreserven. In diesem Gebiet findet nun ein sich ausweitender Krieg statt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Märkte nervös reagieren.

Droht das Wachstumsszenario zu kippen?

Der Krieg im Nahen Osten bleibt der entscheidende Faktor für die Märkte. Die Frage ist, ob der stagflationäre Schock (höhere Energiepreise verringern die Kaufkraft) groß genug ist, um das derzeit gültige und eigentlich günstige Basisszenario „inflationsäres Wachstum“ zu kippen. Ökonom:innen verstehen unter diesem Szenario ein Wirtschaftswachstum, das am beziehungsweise über dem Trend liegt, und eine Inflation, die rund um den Zielwert von rund 2% oder etwas darüber liegt.

Dem Lehrbuch entsprechend ist das positiv für risikobehaftete Vermögenswerte, wie Aktien. Allerdings: Ein stagflationärer Impuls beeinträchtigt Aktien und Anleihen gleichzeitig. Denn der Wert der Kupons sinkt, wenn die Inflation ansteigt, und die Gewinnmargen der Unternehmen sinken, wenn sich die Wirtschaft abschwächt.

Die größte Unsicherheit besteht hinsichtlich des Ausmaßes und der Dauer der Energiepreiswelle. Hinzu kommt, dass die Unsicherheit selbst die Stimmung in der Wirtschaft und auf den Märkten trüben könnte. Wie groß kann die Preiswelle werden? Das hängt maßgeblich von der Dauer des Krieges ab. Da jedoch die strategischen Kriegsziele der USA einen Interpretationsspielraum lassen, sind sowohl die Dauer als auch die Intensität der Schockwelle ungewiss.

In jedem Fall dürfte ein Regimewechsel ein Schlüsselelement der Kriegsziele sein. Sollte dies gelingen, würde das zu niedrigeren Energiepreisen und wahrscheinlich auch zu einem Wirtschaftsboom in der Region führen. Bleibt die bestehende politische Struktur an der Macht, sind die Aussichten weniger klar. Da der Machtapparat im Iran bislang keine Hinweise für ein Einlenken liefert – Mojtaba Khamenei wurde zum Nachfolger seines Vaters als oberster Führer des Iran ernannt – sind die Energiepreise weiter angestiegen. Damit sind die Kurse von Aktien und Anleihen auch zu Wochenbeginn unter Druck geraten.

Wie reagiert das Portfoliomanagement?

Im derzeitigen Umfeld werden sogenannte sichere‑Hafen‑Instrumente und Rohstoffe attraktiver. Aus diesem Grund haben wir entsprechende Maßnahmen gesetzt:

  • Erhöhung des Geldmarktanteils der Eurozone – eine klassische Maßnahme zur Risikoreduktion.
  • Geringere Währungsabsicherung gegenüber Schwankungen des US‑Dollars in manchen Portfolios. Tendenziell findet in Phasen erhöhter Kursschwankungen eine Festigung des US‑Dollars statt.
  • Erhöhung des Rohstoffanteils – je länger und intensiver der Energiepreisschock wirkt, desto günstiger für Rohstoffe.
  • Gleichzeitig wird der Anteil von Staatsanleihen in der Eurozone reduziert. Die Aussicht auf einen Inflationsanstieg ist negativ.
  • Der Aktienanteil bleibt bis auf Weiteres defensiv‑neutral positioniert.

In der aktuellen Situation ist aktives Management gefragt. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und den Trend von Schwankungen zu unterscheiden.

Hinweis: Eine Investition in Wertpapiere birgt neben Chancen auch Risiken.

 

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