Die vom KI-Boom getriebene Technologierally an den Börsen hält an. Nachdem zuletzt Sicherheitsbedenken nach autonomen Hackerangriffen ausgebüxter KI-Systeme und Sorgen um zu hohe Börsenbewertungen den Höhenflug von Aktien mit KI-Fantasie etwas gebremst hatten, nahmen die KI-Werte zuletzt wieder Fahrt auf. Die US-Technologiebörse Nasdaq erreichte damit neue Rekordstände.
Hinweis: Eine Veranlagung in Wertpapiere ist mit Chancen und Risiken verbunden. Die hier angeführten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt worden und stellen keine Anlageempfehlung dar.
Nasdaq auf Rekordhoch
Stark gesucht waren weiter die Aktien von Halbleiterherstellern, die besonders stark am KI-Boom partizipieren. Die Titel des KI-Chip-Platzhirschen Nvidia stiegen etwa auf neue Allzeithochs, der Pionier unter den Herstellern von Chips für KI-Anwendungen könnte damit bald als erstes Unternehmen einen Börsenwert von 6 Billionen US-Dollar erreichen.
Ausbau von Rechenzentren treibt Halbleiternachfrage an
Für neue Zuversicht an den Börsen sorgten zuletzt einige optimistische Prognosen großer Chipproduzenten. So hat der Chiphersteller Marvel Technology zuletzt seine Umsatzprognose angehoben. Auch die Chefin des Branchenkollegen AMD Lisa Su hat eine deutliche Ausweitung der Chip-Produktion für 2027 angekündigt. Angetrieben wird die Nachfrage nach Chips weiter vom weltweit rasanten Aufbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen.
Der Branchenverband World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) erwartet seinen letzten Prognosen zufolge für heuer ein Wachstum des weltweiten Halbleitermarkts von 89 Prozent auf 1,5 Bio. US-Dollar. Laut den WSTS-Hochrechnungen dürften Speicherchips 2026 das größte Umsatzwachstum verbuchen und damit erstmals Logikchips, zu denen auch Prozessoren zählen, als bisher umsatzstärkstes Segment überholen.
Die hohe Nachfrage der Rechenzentren übersteigt derzeit das Angebot und hat die Preise für Speicherchips zuletzt weiter nach oben schnellen lassen. Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung rechnet mit einer Verschärfung des weltweiten Chipmangels bis ins Jahr 2028. „Der Engpass wird sich 2027 im Vergleich zu diesem Jahr voraussichtlich weiter zuspitzen und 2028 anhalten“, sagte der Chef der Speichersparte, Jaejune Kim, bei der Vorstellung der jüngsten Quartalszahlen.
Hinweis: Prognosen und die Wertentwicklung in der Vergangenheit sind keine verlässlichen Indikatoren für künftige Entwicklungen.

KI-Entwickler Anthropic könnte noch heuer an die Börse gehen
Mit der guten Branchenstimmung dürfte bald der nächste große Tech-Börsengang anstehen: Der KI-Spezialist Anthropic will Insidern zufolge noch heuer an die Börse gehen. Der Anbieter der KI-Software Claude will ab dem 9. November formell bei Investor:innen für die Aktien werben, berichtete zuletzt die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.
Damit könnte der Handel mit den Anthropic-Aktien noch vor dem US-Feiertag Thanksgiving beginnen. Der Börsengang könnte mit einem Volumen von bis zu 100 Milliarden Dollar der größte der Geschichte werden. Der KI-Entwickler strebt dabei eine Marktkapitalisierung von mehr als zwei Billionen Dollar an, geht aus dem Emissionsprospekt hervor, den die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte. Der ebenfalls mit Spannung erwartete Börsengang des ChatGPT-Entwicklers OpenAI dürfte allerdings laut jüngsten Angaben von Firmenchef Sam Altman erst 2027 über die Bühne gehen.
Quantencomputer könnten eine ähnliche Revolution wie KI bringen
Während der KI-Boom weitergeht, bahnt sich bereits die nächste technologische Revolution an: Quantencomputer nutzen für ihre Berechnungen die physikalischen Gesetze der Quantenmechanik, die für subatomare Teilchen wie Elektronen oder Photonen gelten. Sie arbeiten mit sogenannten Qubits als kleinste Recheneinheit. Anders als Bits in herkömmlichen Rechnern nehmen Qubits nicht nur die Zustände Null oder Eins an, sondern theoretisch unendlich viele Zwischenzustände. Dadurch können mehrere Rechenschritte gleichzeitig abgearbeitet werden. Außerdem benötigen die Anlagen deutlich weniger Strom als ein herkömmlicher Server, sind aber bisher deutlich störungsanfälliger.
Quantencomputer könnten die Welt nach Einschätzung vieler Expert:innen noch grundlegender verändern als KI, weil sie bestimmte Aufgaben um ein Vielfaches schneller erledigen als bisherige Superrechner. Sie eignen sich besonders gut für die Ver- und Entschlüsselung von Daten oder bestimmten KI-Anwendungen. Viele Expert:innen erwarten, dass sie klassische Computer nicht ersetzen, sondern vielmehr ergänzen werden.
Die Entwicklung von Quantencomputern steht allerdings noch ganz am Anfang, die ersten Rechner sind noch im Experimentierstadium. Anders als bei anderen Technologiebereichen ist Europa hier noch nicht abgehängt und liefert sich mit den USA und Asien ein Kopf-An-Kopf-Rennen. Um das Potenzial deutscher Forschungsinstitute dabei zu unterstützen, hat etwa die deutsche Bundesregierung kürzlich den Entwicklerwettbewerb Quantum Computing Competition (QCC) ins Leben gerufen. Dort bewerben sich Unternehmen und Forschungseinrichtungen um insgesamt 640 Mio. Euro an Fördergeldern.
Marktreife für 2029 erwartet
China hat Quantencomputer ebenfalls auf der Agenda des heuer präsentierten Fünfjahresplans und auch US-Präsident Donald Trump hat eine beschleunigte Entwicklung von Quantencomputern und deren Einsatz durch die US-Regierung angeordnet. So soll das US-Energieministerium 2028 einen Quantencomputer bekommen, der leistungsstark genug für Forschungsaktivitäten ist. Große US-Technologiekonzerne wie Alphabet, IBM oder Microsoft investieren bereits Milliarden in die Entwicklung von Quantencomputern. „Wir erwarten, bis 2029 den ersten fehlertoleranten Quantencomputer zur Marktreife zu bringen“, sagte die IBM-Schweiz-Chefin Katharina Göppinger in einem Interview. Auch Microsoft peilt 2029 für den ersten kommerziellen Rechner auf Basis dieser Technologie an.
Neben Quantencomputern wurden auch Rechenzentren im All zuletzt wiederholt als mögliches Zukunftsszenario ins Spiel gebracht. Ein erster Vorstoß kam hier zuletzt von Alphabet. Der Internet-Konzern schickt vier seiner KI-Chips in die Erdumlaufbahn, um zu testen, wie gut sie das vertragen. Probleme könnten schon in der Startphase drohen, weil die Prozessoren Erschütterungen und einem Vielfachen der Erdanziehungskraft ausgesetzt sein werden, erläuterte Google in einem Blogeintrag.
Wie in Technologieaktien investieren?
Anleger:innen, die an den langfristigen Wachstumsperspektiven von Technologie, Künstlicher Intelligenz und Digitalisierung partizipieren möchten, können dies auch über einen breit gestreuten Technologie-Aktienfonds tun. Der ERSTE STOCK TECHNO investiert weltweit in führende Technologieunternehmen entlang zentraler Zukunftstrends wie KI, Halbleiter, Software, Cloud Computing und digitale Infrastruktur. Fondsmanager Bernhard Ruttenstorfer setzt dabei auf ein aktives Management und die gezielte Auswahl von Unternehmen mit attraktiven Wachstumsperspektiven. Der Fonds zählt seit vielen Jahren zu den performance-stärksten und konnte langfristig an der dynamischen Entwicklung des Sektors partizipieren.
Anleger:innen sollten jedoch berücksichtigen, dass Technologieaktien überdurchschnittlichen Kursschwankungen unterliegen können. Dies gilt insbesondere für Halbleiterwerte, die neben ihrem hohen Wachstumspotenzial auch empfindlich auf Konjunktur-, Investitions- und Bewertungsänderungen reagieren. Wie stark die Schwankungen ausfallen können, zeigte sich zuletzt im Sommer, als viele Technologie- und KI-Aktien nach ihrem vorherigen Höhenflug deutlich korrigierten. Eine Veranlagung in Aktienfonds ist daher mit Risiken verbunden und kann zu Wertverlusten führen.
Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen.

Technologie-Aktien im Fokus der GEWINN-Messe 2026
Wer mehr über die Perspektiven von Technologie- und KI-Aktien erfahren möchte, hat dazu auch bei der diesjährigen GEWINN-Messe Gelegenheit. Dort gibt Bernhard Ruttenstorfer, Fondsmanager des ERSTE STOCK TECHNO, einen Ausblick auf die Entwicklung des Technologiesektors und beleuchtet insbesondere die Chancen und Herausforderungen rund um Künstliche Intelligenz.
Vortragsthemen:
- Entwicklung und Bewertung von Technologieaktien mit Schwerpunkt KI-Werte
- Wer sind die größten Profiteure des KI-Booms?
- Künftiges Wachstumspotenzial
Titel: Technologie-Aktien: Das nächste Kapitel – Wo der Tech-Sektor weiterhin Potenzial bietet
Datum: 23. Oktober, 13:00 bis 13:30 Uhr
Ort: Congress Center Messezentrum Wien
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