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Winzer der Woche: Sektorrotation

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Winzer der Woche: Sektorrotation

Weltweit gesehen verzeichnen die Aktienmärkte seit Jahresbeginn Kursgewinne. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit: Unter der Oberfläche findet eine deutliche Sektorrotation statt – weg von bisher gut gelaufenen Werten wie den großen US‑Technologieaktien und hin zu bislang weniger beachteten Sektoren und Anlagestilen.

Gleichzeitig hat die größte und wichtigste Kryptowährung Bitcoin massive Kursverluste erlitten. Andere alternative Anlageformen wie Gold und Silber liegen zwar noch im Plus, verzeichneten in den vergangenen Tagen jedoch ebenso starke Rückgänge. Damit stellt sich die Frage, ob es sich dabei nur um zufällige Bewegungen handelt – das berühmte „Rauschen“ – oder ob diese Entwicklungen Hinweise auf zukünftige Trends liefern.

Inflationäres Wachstum

Zunächst das Wichtigste: Die wirtschaftlichen Daten bestätigen die Einschätzung, dass wir aktuell in einer für Aktien günstigen Wirtschaftszyklusphase sind. Diese lässt sich als „inflationäres Wachstum“ bezeichnen. In einem solchen Umfeld wächst die Wirtschaft am oder sogar über dem langfristig erwartbaren Potenzial, während die Inflation am oder über dem Zentralbankziel von rund 2% liegt. Dieses Umfeld ist im Allgemeinen positiv für Aktien, insbesondere für sogenannte Substanzwerte – also Titel mit vergleichsweise niedrigen Kurs‑Gewinn‑Verhältnissen. Auch Rohstoffe bekommen davon Rückenwind.

Hinweis: Eine Investition in Wertpapiere birgt neben Chancen auch Risiken.

Gute Konjunkturindikatoren

Der globale Einkaufsmanagerindex (PMI) ist von 52 im Dezember auf 52,5 im Jänner gestiegen. Als frühzeitiger Indikator basiert der PMI auf Umfragen unter Einkaufsleitern und zeigt an, ob die wirtschaftliche Aktivität zunimmt, stagniert oder abnimmt. Da der PMI schneller verfügbar ist als viele amtliche Statistiken, liefert er früh Hinweise auf die konjunkturelle Entwicklung – und das global. Mit dem aggregierten Jännerwert deutet er auf ein solides Wachstum der Weltwirtschaft im ersten Quartal hin, hochgerechnet etwa 2,5 % annualisiert.

Auf der Ebene der „harten“ Daten zeigt der US‑Konsum weiterhin ordentliche Zuwächse. Zwar sind die Einzelhandelsumsätze im Dezember mit −0,1 % im Monatsabstand etwas enttäuschend ausgefallen, im vierten Quartal 2025 ergibt sich jedoch ein annualisiertes Quartalswachstum von 2,6 %. Die Schätzung für den privaten Konsum (Güter und Dienstleistungen) liegt bei 2,5 % annualisiert.

Leicht erhöhte Inflation

Die aktuellen Inflationsberichte deuten auf eine leicht erhöhte Teuerungsrate von rund 2,6 % im Jahresabstand in den entwickelten Volkswirtschaften hin. Am Freitag werden die US‑Konsumentenpreise für Jänner veröffentlicht. Für die Kernrate (ohne die volatilen Komponenten Nahrungsmittel und Energie) wird ein leichter Rückgang von 2,6 % auf 2,5 % erwartet. Aufwärtsrisiken könnten sich bei den Monatswerten zeigen: Die Prognosen liegen bei +0,3 %, was annualisiert etwa 3,6 % ergibt. Es bleibt somit offen, ob sich die Inflation in den USA eher in Richtung 2 % oder 3 % bewegt.

In der Eurozone zeigte die Schnellschätzung für Jänner einen Rückgang der Kerninflation von 2,3 % auf 2,2 %. Die Gesamtinflation ist mit 1,7 % sogar unter die 2-%-Marke gefallen. In beiden Regionen bleibt die Preisdynamik im Dienstleistungssektor höher als im Güterbereich. Für einen weiteren Rückgang der Dienstleistungsinflation wäre eine Abschwächung der Lohnentwicklung (oder ein Produktivitätsanstieg) notwendig. In den USA deutete der Arbeitskostenindex darauf hin: Die Löhne und Gehälter im privaten Sektor stiegen im vierten Quartal um 3,3 % im Jahresabstand nach 3,5 % im Vorquartal.

Stagnierende US‑Beschäftigung

Traditionellerweise stehen die US‑Arbeitsmarktdaten besonders im Fokus der Finanzmärkte, da Beschäftigungswachstum üblicherweise Rückschlüsse auf das Wirtschaftswachstum zulässt und die Arbeitslosenrate Hinweise auf die Position im Konjunkturzyklus gibt. Die Daten für Jänner werden am kommenden Mittwoch veröffentlicht. Erwartet wird ein weiterhin niedriger Beschäftigungszuwachs bei einer gleichbleibend niedrigen Arbeitslosenrate von 4,4 %. Darauf weisen auch die privaten ADP‑Daten hin. Auffällig ist: Die Beschäftigung stagniert seit Monaten, während das Wirtschaftswachstum kräftig ausfällt. Diese Kombination ist ungewöhnlich und wohl nicht dauerhaft.

Daraus ergeben sich drei Szenarien für dieses Jahr:

  1. Das Wirtschaftswachstum passt sich nach unten an das schwächere Beschäftigungswachstum an.
  2. Das Beschäftigungswachstum zieht an und schließt zur Wirtschaftsdynamik auf.
  3. Die Produktivität steigt deutlich (Stichwort: KI) – weniger wahrscheinlich, aber inzwischen eine geläufigere Erklärung.

Sektorrotation

Damit sind wir beim zentralen Punkt. Seit Oktober 2025 läuft eine ausgeprägte Rotation von Wachstums‑ zu Substanzwerten, die sich zuletzt deutlich verstärkt hat. So legte der Russell 1000 Value Index um rund 10,7 % zu, während der Russell 1000 Growth Index um 2,0 % nachgab.

👉 Value‑Aktien (Substanzwerte) zeichnen sich durch niedrige Kurs‑Gewinn‑Verhältnisse aus und umfassen typischerweise Finanzwerte, Energie, Industrie und Rohstoffe.

👉 Growth‑Aktien (Wachstumswerte) basieren stärker auf zukünftigen Erträgen, investieren viel in Expansion und Innovation und weisen höhere Bewertungen auf – typische Sektoren sind Technologie, E‑Commerce, Biotech, KI, Cloud und Software.

Hinweis: Die Entwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für künftige Wertentwicklungen. Darstellung eines Index, kein direktes Investment möglich.

Ob diese Entwicklung nachhaltig ist, bleibt offen und Teil weiterer Research‑Arbeiten. Historisch betrachtet haben Substanzwerte von den 1970er‑Jahren bis zur Finanzkrise 2007/2008 global tendenziell besser abgeschnitten – mit einer wichtigen Ausnahme: In der zweiten Hälfte der 1990er‑Jahre während der „Dotcom‑Blase“ dominierten die Wachstumstitel. Seit 2007 hingegen haben Wachstumswerte Substanzwerte klar übertroffen.

Der aktuell wichtigste Treiber der Rotation ist eine Kombination aus Sorge über die hohen Bewertungen vieler Technologietitel und der Erwartung, dass Künstliche Intelligenz tatsächlich disruptiv wirkt. Die Marktführerschaft verschiebt sich weg von den KI‑Produzenten hin zu jenen Unternehmen, die letztlich von den Produktivitätsgewinnen profitieren werden, die KI verspricht. Eine mögliche Anlegerstrategie lautet daher: „Kaufen, was KI ermöglicht – verkaufen, was KI überflüssig macht.“  Die Kurskorrekturen bei Gold, Silber und Bitcoin lassen sich teilweise durch Gewinnmitnahmen erklären – nicht nur bei Technologiewerten, sondern generell bei Vermögenswerten mit besonders starken, teils parabolischen Kursanstiegen.

Fazit


Für den Gesamtmarkt stellt sich die Frage, ob das positive Wachstumsumfeld die negativen Auswirkungen der Sektorrotation kompensieren kann. Jedenfalls ist die Risikoliste durch diese Rotation – auf der sich auch Themen wie Deglobalisierung oder politischer Druck auf die US‑Zentralbank befinden – um einen Punkt länger geworden. In unserem Basisszenario gehen wir dennoch weiterhin von einer anhaltenden Resilienz der Märkte aus. Heißt: Positives Fundament schlägt Sektorrotation.

 

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