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Nachhaltiges Wassermanagement: Ein spannender Investmentcase?

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Nachhaltiges Wassermanagement: Ein spannender Investmentcase?

Wasser ist lebensnotwendig – und zugleich eine stark unterschätzte wirtschaftliche Ressource, denn schließlich ist für die Herstellung von so ziemlich jedem Produkt Wasser notwendig. Gleichzeitig erhöhen Bevölkerungswachstum, steigender Wohlstand und der Klimawandel den Druck auf globale Wassersysteme. Vielerorts ist die Wasserinfrastruktur veraltet, was mit hohem Verlust des kostbaren Guts einhergeht. Hinzu kommt mit Künstlicher Intelligenz ein zusätzlicher, dynamischer Nachfragetreiber: Rechenzentren benötigen nicht nur Strom, sondern auch Kühlung – und damit Wasser.

Warum Wasser auch für Anleger:innen ein relevantes Thema ist, wie sich Trockenheit und Wassermangel auf die Wirtschaft auswirken und wie innovative Technologien dabei helfen können nachhaltiger und effizienter mit dem kostbaren Gut Wasser umzugehen, erklärt Fondsmanager Clemens Klein im Interview.

Was macht das Themen Wasserwirtschaft und -verbrauch aus Ihrer Sicht aktuell zu einem interessanten Investmentcase?

Clemens Klein: Aus Investmentsicht ist das Thema Wasser deshalb spannend, weil hier mehrere langfristige Megatrends zusammenkommen die Investitionen in funktionierende Infrastruktur und effizientes Wassermanagement notwendig machen. Dazu zählen Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und ein weltweit wachsender Mittelstand. Mit einem höheren Lebensstandard in vielen Ländern steigt auch der Wasserverbrauch, etwa durch Haushaltsgeräte, bessere sanitäre Versorgung oder veränderte Konsummuster.

Gleichzeitig sehen wir in entwickelten Märkten einen enormen Investitionsbedarf in bestehende Infrastruktur. In den USA gehen durch veraltete und defekte Wasserleitungen täglich mehr als 22 Milliarden Liter Trinkwasser verloren. Das entspricht dem 19-Fachen dessen, was alle österreichischen Haushalte an einem Tag verbrauchen und zeigt sehr deutlich: Es geht nicht nur um neue Wasserquellen, sondern auch darum, vorhandenes Wasser effizienter zu nutzen und Verluste zu vermeiden.

Beim Thema Wasserverbrauch kommen einem schnell die immer häufigeren Meldungen zu extremer Trockenheit und Wassermangel auf hierzulande in den Sinn. Wie wirken sich diese Entwicklungen auf die Wirtschaft aus?

Wassermangel ist längst nicht mehr nur ein Thema einzelner trockener Regionen. Auch in Europa sehen wir häufiger extreme Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände oder Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Industrie und privaten Haushalten. Für die Wirtschaft ist Wasser ein zentraler Produktionsfaktor – auch wenn er oft nicht als solcher wahrgenommen wird. Um das etwas plakativer zu verdeutlichen: Für die Herstellung einer Jeans werden beispielsweise rund 7.000 – 10.000 Liter Wasser benötigt. Der überwiegende Anteil davon entfällt mit 80-90% auf die Bewässerung der Baumwolle.

Man sieht: Vor allem die Landwirtschaft hat einen sehr hohen Wasserbedarf. Sie ist weltweit der größte Wasserverbraucher, und ineffiziente Bewässerungssysteme führen in vielen Regionen zu enormen Verlusten. Wenn Wasser knapp wird, steigen Risiken für Ernteerträge, Lebensmittelpreise und Lieferketten. Aber auch Industrie, Energieproduktion und Infrastruktur sind betroffen. Viele Produktionsprozesse benötigen Wasser – direkt in der Herstellung oder indirekt über Energieerzeugung und Kühlung.

Der Klimawandel verschärft diese Situation zusätzlich. Er verändert den Wasserkreislauf, führt zu instabileren Niederschlagsmustern und erhöht die Wahrscheinlichkeit von Dürren, Starkregen und Überschwemmungen. Für Unternehmen bedeutet das mehr Unsicherheit, höhere Kosten und steigenden Investitionsbedarf in Resilienz, Effizienz und Versorgungssicherheit. Wasser wird damit zunehmend zu einem Standortfaktor. Unternehmen und Regionen, die verlässlichen Zugang zu Wasser haben und effizient damit umgehen, können langfristig im Vorteil sein.

Stichwort Kühlung: Welche Rolle spielen die gigantischen KI-Rechenzentren für den steigenden Wasserverbrauch?

Künstliche Intelligenz ist ein neuer und sehr dynamischer Treiber der Wassernachfrage. Der Grund liegt vor allem in der Infrastruktur dahinter: Rechenzentren erzeugen enorme Wärmemengen und müssen kontinuierlich gekühlt werden. Häufig kommen dabei wasserbasierte Kühlsysteme zum Einsatz.

Ein einzelner KI-Prompt verbraucht für sich betrachtet nur sehr wenig Wasser. Entscheidend ist aber die Skalierung: Milliarden von Anfragen, immer größere Modelle und der Ausbau von Rechenzentren führen dazu, dass der Wasserverbrauch der digitalen Infrastruktur stark zunimmt. Große Rechenzentren können bis zu 19 Millionen Liter Wasser pro Tag benötigen. Schätzungen zufolge liegt der globale Wasserverbrauch von Rechenzentren bereits bei rund 560 Milliarden Litern pro Jahr und könnte sich bis 2030 mehr als verdoppeln.

Wichtig ist außerdem der indirekte Wasserverbrauch. Ein großer Teil des Wasserfußabdrucks von Rechenzentren entsteht nicht direkt durch Kühlung vor Ort, sondern über die notwendige Stromproduktion. Damit wird der reale Wasserverbrauch digitaler Infrastruktur häufig unterschätzt. Für den Wassersektor eröffnet das aber auch neue Wachstumsfelder. Gefragt sind effizientere Kühlsysteme, alternative Wasserquellen, Wasseraufbereitung und digitale Mess- und Steuerungstechnologien. Wasser wird damit nicht nur ein Nachhaltigkeitsthema, sondern auch ein kritischer Faktor für die weitere Skalierung der KI-Technologie.

Wie kann man in diese Themen investieren?

Der Wassermarkt ist sehr breit und besteht aus mehreren Subsegmenten. Anleger:innen können nicht einfach „in Wasser“ investieren, sondern in Unternehmen, die Lösungen entlang der Wertschöpfungskette anbieten. Dazu zählen Wasserversorger, die stabile und regulierte Cashflows erwirtschaften, aber auch Industrie- und Technologieunternehmen. Beispiele sind Anbieter von Pumpen, Ventilen, Filtrationslösungen, Wasseranalyse, Aufbereitungstechnologien, digitalem Monitoring oder effizienter Bewässerung. Auch Unternehmen aus den Bereichen Sanitärtechnik, Infrastruktur und Recycling spielen eine Rolle.

Inwiefern setzen Sie im ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT auf das Thema Wasser?

Im ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT ist Wasser eines der Umweltthemen neben Bereichen wie Energie, Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, Abfall und Recycling. Der Fonds investiert in Unternehmen, die Lösungen für ökologische Herausforderungen anbieten. Im Bereich Wasser geht es dabei vor allem um Versorgung, Verteilung, Wiederaufbereitung, Effizienz, Bewässerung, Hygiene und digitale Steuerungssysteme.

Dass das Thema Wasser in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen dürfte, verdeutlicht eine Zahl besonders: Die US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) und die Amerikanische Gesellschaft der Bauingenieure (ASCE) gehen davon aus, dass der gesamte Finanzierungsbedarf für die US-Wasserinfrastruktur für die nächsten 20 Jahre bei über 1,25 Billionen US-Dollar liegt.

Wir betrachten Wasser auch deshalb als strukturelles Langfristthema – wobei man auch festhalten muss, dass das Thema im Fonds aktuell nur mit rund 10% gewichtet ist da wir bei anderen Bereichen wie vor allem erneuerbaren Energien derzeit mehr Potenzial sehen. Im Portfolio geht es nicht darum, nur auf klassische Wasserversorger zu setzen. Interessant sind vielmehr Unternehmen, die konkret zur Lösung der Wasserprobleme beitragen – etwa durch moderne Infrastruktur, intelligente Messsysteme, Wasseraufbereitung, Filtration oder effizientere Nutzung in Landwirtschaft und Industrie. Ein konkretes Beispiel ist etwa Xylem. Das Unternehmen bietet Technologien rund um Pumpen, Wasserinfrastruktur, Monitoring und effizientes Wassermanagement an und steht exemplarisch für einen Lösungsanbieter entlang der Wasser-Wertschöpfungskette.

Hinweis: Die in diesem Beitrag angeführten Unternehmen sind wurden beispielhaft ausgewählt und stellen keine Anlageempfehlung dar. Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Wertpapiere neben Chancen auch Risiken beinhaltet.

Investieren in Umweltaktien


Mit dem Umweltaktienfonds ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT können Anleger:innen breit gestreut in Unternehmen aus Bereichen wie erneuerbare Energien oder Wasserwirtschaft investieren.

Risikohinweise ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT

Der Fonds verfolgt eine aktive Veranlagungspolitik und orientiert sich nicht an einem Vergleichsindex. Die Vermögenswerte werden diskretionär ausgewählt und der Ermessensspielraum der Verwaltungsgesellschaft ist nicht eingeschränkt.

Weitere Ausführungen zur nachhaltigen Ausrichtung des ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT sowie zu den Angaben gemäß Offenlegungs-Verordnung (Verordnung (EU) 2019/2088) und Taxonomie-Verordnung (Verordnung (EU) 2020/852) sind dem aktuellen Prospekt, Punkt 12 und Anhang „Nachhaltigkeitsgrundsätze“ zu entnehmen. Bei der Entscheidung, in den ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT zu investieren, sollten alle Eigenschaften oder Ziele des ERSTE WWF STOCK ENVIRONMENT berücksichtigt werden, wie sie in den Fondsdokumenten beschrieben sind.

 

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