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Royalties – Eine differenzierte Anlageklasse mit Ertragscharakter

Vor 6 Stunden aktualisiert

Royalties – Eine differenzierte Anlageklasse mit Ertragscharakter

Menschen konsumieren unabhängig von der Konjunkturlage: Sie essen, trinken, hören online Musik und benötigen medizinische Versorgung. Investitionen in Royalties setzen genau an diesen dauerhaften Bedürfnissen an.

Was sind Royalties?

Der Begriff „Royalty“ hat seinen Ursprung im mittelalterlichen England. Damals vergab die Krone Schürfrechte an Bodenschätzen an private Betreiber:innen. Diese durften die Ressourcen abbauen und entrichteten im Gegenzug einen Teil ihrer Umsätze an die königliche Verwaltung. Diese Zahlungen wurden als Royalties bezeichnet.

Heute beschreibt der Begriff laufende Vergütungen, die an die Eigentümer:innen eines Vermögenswertes als Gegenleistung für dessen Nutzung gezahlt werden. Die zugrunde liegenden Rechte können dabei sehr unterschiedlich sein. Dazu zählen beispielsweise:

  • Musik- und Urheberrechte
  • Markenrechte
  • Arzneimittelpatente
  • Verlagsrechte
  • Förderrechte an Rohstoffen
  • Wasser- und Mineralrechte

Royalties werden häufig als Lizenz- oder Beteiligungseinnahmen bezeichnet. Wie andere Vermögenswerte können auch diese Rechte gehandelt, gekauft oder verkauft werden. Fonds, die Lizenzrechte erwerben und verwalten, generieren damit laufende Zahlungsströme, deren Entwicklung häufig nur begrenzt mit den Schwankungen der Aktienmärkte korreliert:

  • Der Wert von Wasserrechten hängt beispielsweise wenig von der globalen Wirtschaftslage ab.
  • Die Nutzung von Streaming-Diensten blieb selbst in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten stabil oder nahm sogar zu.

Die zugrunde liegenden Erträge folgen daher oft anderen Einflussfaktoren als bei klassische Kapitalmarktanlagen.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass eine Veranlagung in Royalties neben Chancen auch Risiken beinhaltet.

Royalties als Finanzierungsinstrument

Die Vergabe von Royalties dient oftmals der Unternehmensfinanzierung und wird den sogenannten Mezzaninfinanzierungen zugeordnet. Anders als bei Eigenkapitalinvestitionen, wie z.B. Aktien, erhalten die Investor:innen keinen Anteil am Unternehmensgewinn, sondern können an den erzielten Umsätzen aus den Nutzungsrechten partizipieren.

Diese Struktur ermöglicht Unternehmen den Zugang zu Kapital, ohne zusätzliche Fremdverschuldung aufzunehmen oder Unternehmensanteile abzugeben. Investor:innen können wiederum an den laufenden Erträgen aus der wirtschaftlichen Nutzung der Rechte partizipieren.

Praxisbeispiele

Ein bekanntes Beispiel findet sich im Musiksektor. Streaming-Anbieter wie Spotify zahlen Lizenzgebühren für die Nutzung von Musikrechten. Die Inhaber:innen dieser Rechte erhalten für jede Nutzung ihrer Werke laufende Einnahmen. In vielen Fällen befinden sich diese Rechte ganz oder teilweise im Besitz spezialisierter Investmentgesellschaften oder Fonds.

Im Pharmabereich werden Royalties häufig auf marktreife Medikamente vergeben. Das Pharmaunternehmen erhält durch den Verkauf der Umsatzrechte sofort Kapital, das beispielsweise für die Entwicklung neuer Medikamente genutzt werden kann. Die Investor:innen sind im Gegenzug an den zukünftigen Umsätzen des jeweiligen Präparats beteiligt.

Hinweis: Die in diesem Beitrag angeführten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt worden und stelle keine Anlageempfehlung dar.

Besondere Merkmale von Royalty-Investitionen

Geringe Korrelation zur Gesamtwirtschaft

Die Wertentwicklung von Royalties ist häufig weniger von Kapitalmärkten und Unternehmensbewertungen abhängig als jene traditioneller Anlageklassen. Entscheidend sind vielmehr die Umsätze der zugrunde liegenden Vermögenswerte.

Viele Bereiche, in denen Royalties eingesetzt werden, weisen zudem eine vergleichsweise robuste Nachfrage auf. Musik, Medikamente, Wasserrechte oder bestimmte Rohstoffvorkommen bleiben oft auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen relevant. Da Royalty-Investor:innen an Umsätzen und nicht an Gewinnen beteiligt sind, wirken sich steigende Kosten oder sinkende Margen der Betreiber:innen nicht unmittelbar auf die Höhe der Royalty aus.

Solange Umsätze erzielt werden, besteht grundsätzlich auch ein Anspruch auf die vereinbarten Lizenzzahlungen.

Stabile Einkommensströme und potenzieller Inflationsschutz

Da Royalties meist als prozentualer Anteil am Umsatz ausgestaltet sind, können sie an steigenden Preisen partizipieren. Erhöhen sich die Verkaufspreise eines Produkts infolge einer höheren Inflation, steigen häufig auch die daraus resultierenden Royalty-Zahlungen.

Gleichzeitig tragen Royalty-Investor:innen in der Regel keine operativen Betriebs- oder Investitionskosten. Steigende Produktionskosten oder sinkende Unternehmensmargen wirken sich daher deutlich weniger auf den Zahlungsstrom aus als bei einer direkten Unternehmensbeteiligung.

Selbstliquidierende Struktur

Ein wesentliches Merkmal vieler Royalty-Investitionen ist ihre selbstliquidierende Struktur. Ein großer Teil der erwarteten Rendite wird über die laufenden Zahlungseingänge erwirtschaftet und ist nicht ausschließlich von einem späteren Verkauf der Beteiligung abhängig. Dadurch reduziert sich die Abhängigkeit von Marktpreisen und Exit-Bewertungen, was insbesondere in volatilen Marktphasen vorteilhaft sein kann.

Regelmäßige Zahlungsströme

Royalties generieren häufig kontinuierliche Erträge. Selbst bei rückläufigen Umsätzen sinken die Zahlungsströme zwar, fallen jedoch nicht zwangsläufig vollständig aus. Dadurch können sie einen stabilisierenden Effekt innerhalb eines diversifizierten Portfolios entfalten.

Chancen und Risiken

Chancen

  • Laufende und häufig planbare Erträge
  • Potenzieller Inflationsschutz durch Umsatzbeteiligung
  • Geringere Abhängigkeit von klassischen Kapitalmärkten
  • Diversifikation innerhalb eines Private-Markets-Portfolios
  • Beteiligung an langfristigen Konsum- und Nutzungstrends

Risiken

  • Wirtschaftliche Schwankungen, Zinsen oder geopolitische Ereignisse können sich negativ auf Projekte und Unternehmen auswirken.
  • Rückläufige Umsätze führen unmittelbar zu niedrigeren Royalty-Zahlungen.
  • Im Insolvenzfall sind Royalty-Ansprüche in der Regel nachrangig gegenüber klassischem Fremdkapital, beispielsweise Bankkrediten oder Anleihen.
  • Im Vergleich zu Eigenkapitalinvestitionen ist das Aufwärtspotenzial häufig begrenzter, da Investor:innen lediglich an den vereinbarten Umsatzanteilen partizipieren und nicht am gesamten Unternehmensgewinn oder an Bewertungssteigerungen des Unternehmens.
  • Der Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich.

Die Rolle von Royalties im Portfolio

Innerhalb eines diversifizierten Private-Markets-Portfolios können Royalties eine interessante Ergänzung darstellen. Die Anlageklasse zeichnet sich durch regelmäßige Zahlungsströme aus, die oftmals unabhängig von klassischen Marktbewegungen entstehen. Dadurch können Royalties zur Stabilisierung des Risiko-Rendite-Profils beitragen.

Ihre Stärke liegt insbesondere in der Kombination aus laufenden Zahlungsströmen, begrenzter Abhängigkeit von klassischen Kapitalmärkten und der Möglichkeit, an langfristigen wirtschaftlichen Nutzungstrends zu partizipieren. Gleichzeitig sollten die mit Umsatzentwicklungen und der vertraglichen Struktur verbundenen Risiken sorgfältig berücksichtigt werden.

Hinweis: Bitte beachten Sie die genannten Chancen und Risiken von Investitionen in Royalties.

 

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