
Die ökonomischen Folgen des Iran-Kriegs sind noch kaum absehbar, dürften sich aber durch fast alle Regionen und Branchen ziehen. Zu den in Folge des Kriegs stark gestiegenen Energiepreisen kommt die Unterbrechung wichtiger Lieferketten. Noch ist unklar wie der Handelsverkehr in der Straße von Hormuz nach der Einigung auf einen zweiwöchigen Waffenstillstand wieder anlaufen wird. Nachdem die Verhandlungen bislang schleppend verlaufen, kündigten die USA am Wochenende eine Seeblockade der Meeresenge an.
Neun von zehn Industrieunternehmen in Deutschland sehen ihre Geschäfte durch den Iran-Krieg beeinträchtigt, geht etwa aus einer jüngsten Umfrage des deutschen ifo-Instituts hervor. Zur Begründung nennen mit 78 Prozent die meisten Unternehmen gestiegene Energiepreise. 36 Prozent betonen jeweils Einschränkungen bei Schifffahrtswegen und Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen.
In einem Blogbeitrag beschrieb der Internationale Währungsfonds (IWF) den Konflikt zuletzt als „globalen, aber asymmetrischen Schock“, der vor allem über drei Kanäle wirkt: Energiepreise, Handel und Finanzbedingungen. Besonders gravierend sei dabei die Störung der Energieversorgung. „Der Krieg verändert auch die Lieferketten für Güter des täglichen Bedarfs und kritische Produktionsmittel“, betont der IWF. Die Umleitung von Tankern und Containerschiffen erhöhe die Fracht- und Versicherungskosten und verlängere die Lieferzeiten. Flugausfälle an wichtigen Drehkreuzen am Golf beeinträchtigten den globalen Tourismus und verkomplizierten den Handel.

Stand der Daten: 31.3.2026
Chemiebranche leidet mehrfach unter den Folgen des Konflikts
Einige Branchen wie etwa die Chemieindustrie leiden derzeit besonders stark unter dem Konflikt. Die jüngsten Öl- und Gaspreisanstiege belasten die Chemiebranche gleich doppelt, denn Öl ist für sie nicht nur ein Energieträger, sondern auch ein wichtiger Rohstoff für die Herstellung unzähliger Produkte. Dazu kommt, dass mit der Störung wichtiger Lieferketten auch andere Rohstoffe knapp werden.
Schon Mitte März meldete die deutsche Chemieindustrie Anzeichen für ernste Störungen in den Lieferketten. „Unsere Unternehmen berichten von Signalen für erste extreme Engpässe und dem Abbrechen von Lieferketten“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des deutschen Branchenverbands VCI, Wolfgang Große Entrup. Viele wichtige chemische Rohstoffe wie etwa Aluminium, Helium oder Schwefel können derzeit nicht mehr über die Straße von Hormuz transportiert werden.
Düngemittel-Knappheit lässt starke Anstiege von Nahrungsmittelpreisen befürchten
Besonders stark betroffen sind aber die Ammoniak-Exporte, die für die Produktion von Düngemitteln bestimmt sind. 20 Prozent des Welthandels mit Ammoniak wird aus Nahost durch die Straße von Hormuz geliefert, so Große Entrup. Ammoniak ist der mit Abstand wichtigste Rohstoff für die Produktion von Düngemitteln, insbesondere die wichtigen Harnstoffdünger.
Dazu kommt: Die Herstellung von Dünger ist extrem energieintensiv und basiert auf Erdgas. Ein Großteil der Weltproduktion findet daher im Nahen Osten statt. Angriffe auf Energieanlagen in der Golfregion haben dort nicht nur die Öl- und Gasförderung, sondern auch die Düngemittelproduktion weitgehend zum Erliegen gebracht. Aber auch in vielen anderen Regionen leidet die Düngemittelproduktion. In Indien mussten mehrere Anlagen ihre Produktion drosseln. Bangladesch hat vier seiner fünf Düngemittelfabriken geschlossen.
Das trifft in Folge die Agrar- und Lebensmittelbranche – und das inmitten der wichtigen Aussaat-Saison auf der Nordhalbkugel. In Kanada und in den USA sind Düngemittel bereits knapp. Die USA importieren in manchen Jahren die Hälfte ihres Harnstoffdüngers aus dem Ausland. Den US-Bauern und -Bäuerinnen fehlen nach Angaben des Branchenverbands The Fertilizer Institute nun etwa 25 Prozent der üblichen Vorräte für die Frühjahrsaussaat. Die Preise für verfügbare Lieferungen seien seit Kriegsbeginn um mehr als ein Drittel gestiegen. Bäuerinnen und Bauern, die ihre Düngemittel noch nicht gekauft haben, finden vielerorts leere Lager vor oder müssen Preise zahlen, die für manche unbezahlbar sind. Auch Brasilien, das fast seinen gesamten Bedarf an Harnstoffdüngern importiert, bezieht knapp die Hälfte davon über die Straße von Hormuz.
Der Düngemittelmangel in Kombination mit höheren Produktions- und Transportkosten durch die Energiepreisanstiege könnten in Folge auch bald die Preise von Lebensmitteln deutlich steigen lassen. Die hohen Öl- und Gaspreise schlagen sich nicht nur im Transport nieder, auch viele Kühl- und Produktionsprozesse wie Trocknen oder Backen sind auf Erdgas angewiesen. Schließlich könnten die hohen Energiepreise auch viele landwirtschaftliche Produzent:innen dazu verleiten, einen Teil ihrer Ernte zu Treibstoff zu verarbeiten, was wiederum das Lebensmittelangebot verknappt.
Teurer könnten insbesondere Grundnahrungsmittel wie Brot oder Butter werden, sagte der Wifo-Agrarökonom Franz Sinabell im APA-Gespräch. Auch Michael Grömling, Forscher am Institut der deutschen Wirtschaft (IW), hält solche Folgen für möglich: „Die aktuelle Nahostkrise dürfte die gesamte Rohstoffproblematik und damit die inländischen Produktionskosten weiter beeinträchtigen“. Wann und wie stark dies auf die Lebensmittelpreise für Endverbraucher:innen durchschlägt, sei derzeit aber schwer abzuschätzen.
Schifffahrts- und Logistikunternehmen leiden unter Blockade und Energiepreisen
Empfindlich getroffen vom Iran-Krieg und der Hormuz-Blockade sind naturgemäß auch die Logistik- und Schifffahrtskonzerne. Weil die Straße von Hormuz derzeit nicht sicher passierbar ist, sitzen etwa sechs Schiffe der deutschen Containerreederei Hapag-Lloyd mit 150 Seeleuten an Bord im Persischen Golf fest, sagte Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen vergangene Woche auf einer Pressekonferenz. Durch den Iran-Krieg entstehen laut Habben Jansen für die Reederei nun wöchentlich Zusatzkosten von 40 bis 50 Millionen Dollar, vor allem für teureren Treibstoff und längere Strecken sowie für höhere Versicherungsprämien und Lagergelder.
Hinweis: Die in diesem Beitrag angeführten Unternehmen sind beispielhaft ausgewählt worden und stellen keine Anlageempfehlung dar.
Alarmiert zeigen sich auch die deutschen Logistikverbände und fordern staatliche Unterstützung. Die hohen Öl- und Gaspreise setzen die gesamte Logistikkette unter Druck. Transportunternehmen, Paketdienste, Möbelspediteure, Eigenlogistiker und Verlader stünden derzeit vor der Herausforderung, steigende Energiekosten zu bewältigen und gleichzeitig Lieferketten stabil zu halten, erklärten die Verbände.
Deutschlands größtem Seehafen Hamburg kommen die Umleitungen der Handelsschifffahrt um das Rote Meer hingegen indirekt zugute. Wie die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) als Betreiberin von drei Containerterminals in der Hansestadt mitteilte, wurden 2025 im Verkehr mit Hochseehäfen in Großbritannien, Belgien, Spanien und den Niederlanden deutlich erhöhte Ladungsmengen verzeichnet.
Hohe Kerosinpreise könnten Flugpreise nach oben treiben
Stark von den steigenden Kerosinpreisen ist die Luftfahrtbranche betroffen. Der Krieg im Nahen Osten wird nach Einschätzung des Weltluftfahrtverbands IATA die Preise für Flüge hochtreiben. „Es wird dabei keine Gewinner geben“, sagte IATA-Chef Willie Walsh der Nachrichtenagentur Reuters. Die globale Nachfrage sei derzeit noch robust, aber höhere Ticketpreise könnten sie dämpfen.
Sollte der Konflikt andauern und zu Engpässen bei Kerosin führen, könnten Fluggesellschaften zudem ihre Kapazitäten kürzen. Die US-Fluggesellschaft United Airlines hat bereits jetzt in Reaktion auf die Spritpreisanstiege ihren Flugplan zusammengestrichen. Rund fünf Prozent der für heuer geplanten Kapazitäten werden zeitweise stillgelegt, kündigte Firmenchef Scott Kirby an. Mit den teureren Ticketpreisen bangt in Folge auch die Tourismusbranche um ihr Geschäft.
Europas Airlines könnte Ausfall der Mitbewerber aus dem Nahen Osten zu Gute kommen
Europas Airline-Branche könnte aber auch Nutznießer des Wegfalls wichtiger Mitbewerber aus dem Nahen Osten sein, wie etwa Lufthansa-Chef Carsten Spohr zuletzt erklärte. Von einem Tag auf den anderen standen damit die Drehkreuze von Fluggesellschaften wie Emirates, Qatar, Etihad und Gulf Air still, über die zuvor jeden Tag Tausende Tourist:innen aus Europa zu Zielen in Asien, Australien und Afrika umgestiegen sind.
Stark getroffen vom Einbruch des Geschäfts im Nahen Osten sind auch die Produzenten von Luxusautos, denn das Geschäft in der Region ist mit dem Konflikt praktisch zum Erliegen gekommen. Zwar liefern die meisten Luxusauto-Produzenten weniger als zehn Prozent ihrer Fahrzeuge in den arabischen Raum. Der Anteil am Gewinn liegt jedoch deutlich darüber. Grund sind Sonderanfertigungen, die den Preis der ohnehin sehr teuren Fahrzeuge verdoppeln oder verdreifachen können. Autokäufer:innen von der arabischen Halbinsel sind bekannt für kostspielige und ausgefallene Sonderwünsche. Bentley-Chef Frank-Steffen Walliser bezeichnete den Nahen Osten kürzlich als „besten Markt der Welt“.
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