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Die Suche nach dem Haar in der (Hühner)suppe

Die Suche nach dem Haar in der (Hühner)suppe
Die Suche nach dem Haar in der (Hühner)suppe
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Hohe Cashflows, eine niedrige Verschuldung, starke Wachstumsraten und ein attraktiver Kupon. Hinzu kommt eine Marktführerschaft im Heimatmarkt sowie Wettbewerbsvorteile aufgrund sehr niedriger Produktionskosten. Für die meisten traditionellen Fondsmanager wären mehr als genug Gründe für einen Kauf gegeben. Für die Erste AM, die eines der größten Nachhaltigkeitsteams im deutschsprachigen Raum beschäftig, sind jedoch noch viele Fragen ungeklärt:

  • Wie schneidet der Geflügelproduzent im Umgang mit seinen MitarbeiterInnen und der lokalen Bevölkerung ab?
  • Wie sieht es mit dem Tierwohl und der Entsorgung von verunreinigten Abwässern und Tierfäkalien aus?
  • Hat das Unternehmen einen unabhängigen Aufsichtsrat, betreibt es eine aggressive Steuer(spar)politik?

Intensive Recherchen ergeben, dass schwere Vorwürfe seitens mehrerer NGOs vorliegen. In Punkto Umweltschutz gibt es Anschuldigungen was die Belastung des Grundwassers betrifft. Und anstatt die lokale Bevölkerung in die Planungen des weiteren Ausbaus einzubinden, wird sie von Großfabriken umzingelt.

Dies führt nicht nur zu massiven Geruchsbelästigungen sondern auch zu einem hohen Verkehrsaufkommen durch Tiertransporte mit LKWs. Jene, die dagegen protestieren, sollen eingeschüchtert worden sein. Sitz des Unternehmens ist im Niedrigsteuerland Zypern. Mehr als genug Gründe für die ESG-Analysten der Erste AM, das Unternehmen als nicht investierbar zu qualifizieren.

Knochen in der Hühnerbrust

Zwei Jahre später ergeben Nachrecherchen im Zuge des regelmäßigen ESG-Updates der analysierten Unternehmen, dass bei diesem Unternehmen nicht nur ein Haar in der Suppe ist. Die ESG-Analysten der Erste AM finden einen ganzen Knochen in der Hühnerbrust. Was hat es damit auf sich?

Unternehmen außerhalb der EU unterliegen strengen Importbeschränkungen bei Hühnerbrüsten. Diese Beschränkungen gelten allerdings nicht für minderwertiges Fleisch, wie beispielsweise Hühnerbrüste, die nicht vollständig ausgelöst wurden. Wird dieses Fleisch jedoch in die EU importiert und der Knochen dort entfernt, hält man plötzlich statt als minderwertig klassifiziertes ukrainisches Hühnerfleisch eine mit Stolz geschwellte, in der EU produzierte Hühnerbrust in Händen. Dass dies nicht der ursprünglichen Intention des Gesetzgebers entspricht, erscheint naheliegend.

Mehr als die Suche nach dem Haar in der Suppe

Bei der ESG-Analyse von Unternehmen geht es allerdings um viel mehr als der Suche nach dem Haar in der Suppe. Es geht auch darum, Chancen zu entdecken, wie das in einem separaten Beitrag vorgestellte Unternehmen AUGA-Group eindrucksvoll zeigt. Um diese Chancen und Risiken identifizieren zu können, benötigt es erfahrene ESG-Analysten, die nicht nur in der Lage sind, kritisch zu hinterfragen, sondern vor allem die richtigen Fragen zu stellen.

Zusätzlich benötigt es Fondsmanager, die das Wissen und die Begeisterung mitbringen, mit diesen zusätzlichen ESG Informationen zu arbeiten und diese in ihren Investmentprozess einfließen lassen. Es erfüllt mich mit Demut und macht mich zugleich sehr stolz, ab sofort die Verantwortung für ein ESG-Team übernehmen zu dürfen, das über die letzten Jahre mehr als bewiesen hat, genau diese Eigenschaften vereint zu haben.

 

Fleisch

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Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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