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China will den Exportboom am Laufen halten

China will den Exportboom am Laufen halten
China will den Exportboom am Laufen halten
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Nachdem Chinas Wirtschaft dank boomender Exporte überraschend stark ins Jahr gestartet war, kam der Konjunkturmotor zuletzt etwas ins Stottern. Als Belastungsfaktoren für die chinesische Wirtschaft gelten die Krise auf dem Immobilienmarkt, eine hohe Jugendarbeitslosigkeit und die schwache Verbraucherstimmung im Inland. Kompensiert wird die Inlands-Schwäche durch eine auf Hochtouren laufende Exportwirtschaft, dieser droht aber ein Handelskrieg mit dem Westen.

Im ersten Quartal war Chinas Wirtschaft um 5,3% und damit stärker als erwartet gewachsen. Mittlerweilte könnte das Wachstum aber etwas an Schwung verloren haben. Auch das von Chinas Regierung für 2024 ausgerufene Wachstumsziel von 5% gilt unter Experten mittlerweile als ambitioniert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2024 nur mehr mit einem Wachstum von 4,6% nach 5,4% im Vorjahr.

Anleiheemissionen und Infrastrukturinvestitionen sollen Wirtschaft ankurbeln

Chinas Regierung hat daher zuletzt seine Investitionen in die Infrastruktur erhöht und setzt auf Hightech-Produkte um die Wirtschaft anzukurbeln. Zuletzt hat das Land eine Staatsanleihe im Gesamtvolumen von über 138 Mrd. Dollar begeben, um damit weitere Infrastrukturinvestitionen zu finanzieren. China exportiert jetzt schon Batterien, Solarmodule, Halbleiter, Elektroautos und andere Industriegüter in großen Stückzahlen auf den Weltmarkt.

(c) STR / AFP / picturedesk.com

Damit soll die Industrie des Landes weiter in Schwung gehalten werden. Im April ist die Industrieproduktion überraschend deutlich um 6,7 % gewachsen. Das Wachstum lag damit über dem März-Wert von 5,5 % und dem Schnitt der Expertenprognosen von ebenfalls 5,5 %. Der als Vorlaufindikator für die Industrie geltende Einkaufsmanagerindex für die verarbeitende Industrie fiel hingegen im April auf 50,4 von zuvor 50,8 Punkten. Der Index liegt damit zwar weiter über der Schwelle von 50 Punkten und signalisiert damit Wachstum, zeigt aber auch ein Nachlassen der Dynamik.

Verbraucherstimmung im Inland schwächelt

Schwach entwickelten sich laut Chinas Statistikamt zuletzt die Investitionen und die Einzelhandelsumsätze. Die Investitionen außerhalb des Landwirtschaftssektors zogen in den ersten vier Monaten um 4,2% an. Bis Ende März war das Plus noch bei 4,5% gelegen. Die Einzelhandelsumsätze wuchsen im April nur mehr um 2,3%, während Volkswirte ein Plus von fast 4% erwartet hatten.

Die schlechte Konsumlaune im Inland gilt derzeit als eines der größten Probleme der Volkswirtschaft. Kompensieren konnte China das zuletzt weiter mit einer starken Exportwirtschaft. Im April wuchsen die Exporte um 1,5%, nachdem es im März noch einen Einbruch von 7,5% gegeben hat.

Viele chinesische Exporteure haben ihre Preise gesenkt, um die schwache Binnennachfrage durch Auslandsverkäufe auszugleichen. Chinas Fabriken produzieren derzeit auf Hochtouren für den Export, damit spitzt sich aber auch der Handelsstreit mit den USA und der EU weiter zu. Der Westen wirft China vor, mit staatlichen Subventionen den Wettbewerb zu verzerren und Waren im Überfluss zu produzieren. Billigprodukte würden dann gezielt Richtung USA oder Europa gelenkt, so der Vorwurf westlicher Staatschefs.

USA reagieren mit Strafzöllen auf Produktschwemme aus China

Die USA hatten deswegen zuletzt angekündigt, eine Reihe von chinesischen Produkten wie etwa Batterien oder Elektroautos mit Sonderzöllen zu belegen. Auf E-Autos werden sie zum Beispiel von 25 auf 100% erhöht. Damit dürfte der Weg für chinesische Elektroautos in die USA de facto versperrt sein.

Auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte bei ihrem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping Anfang Mai vor „harten Entscheidungen“ aus Brüssel gewarnt, sollte Peking die Wettbewerbsverzerrungen nicht beheben. Die EU werde nicht zulassen, dass ihr Markt mit staatlich subventionierten Gütern aus China „überschwemmt“ werde. „Die Welt kann nicht Chinas Überproduktion absorbieren“, so von der Leyen.

Handel mit Russland und dem Süden wurde weiter ausgebaut

China selbst hat im Handelsstreit mittlerweile weitere Vergeltungsmaßnahmen in Aussicht gestellt. Zudem setzt das Land im Handel stark auf seinen Allianzpartner Russland. Dank der Waren aus China kann Russland einen Teil der westlichen Sanktionen umgehen.

Durch die Ausfuhrbeschränkungen der EU und anderer westlicher Länder fehlen in Russland dem Münchner Ifo-Institut zufolge etwa ein Drittel der sanktionierten Produkte im Vergleich zur Vorkriegszeit. „China ist für Russland das wichtigste alternative Herkunftsland für sanktionierte Produkte“, heißt es in einer zuletzt veröffentlichten Untersuchung des Instituts. Demnach kommen 61% aller sanktionierten Produkte mittlerweile aus China. 2021 war dieser Anteil nur bei 35% gelegen. Die chinesischen Exporte nach Russland sind im April zwar um 10,8% eingebrochen, trotz dieses Einbruchs ist der bilaterale Handel zwischen China und Russland in den ersten vier Monaten dieses Jahres insgesamt um 7,9% gewachsen.

Aber auch seine starken Handelsbeziehungen mit dem Süden hat Russland weiter gefestigt. Der Anteil der Volksrepublik am wirtschaftlichen Austausch mit 25 Schwellen- und Entwicklungsländern sei seit 2010 von etwa 12 auf 20% gestiegen, wie der „Spiegel“ auf Grundlage einer Auswertung des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) berichtete. Die Dominanz Chinas in der Region hat sich in den vergangenen Jahren dem Bericht zufolge weiter verstärkt. Trotz der Coronapandemie stieg der Handel des Landes mit dem Globalen Süden zwischen 2019 und 2023 um 47% auf mehr als 1,9 Billionen Dollar.

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2 Kommentare

  1. Franz Buchegger sagt:

     Eine interessante Analyse, aber als Investor werde ich dadurch nicht unbedingt klüger. Soll ich in chinesische Aktien bzw. China-Fonds investieren. Was habt Ihr da zu bieten?

    • mm Erste AM Communications sagt:

      Hallo Herr Buchegger,

      vielen Dank für Ihr Interesse an unserem Beitrag! Wir wollen damit ein Update zur Entwicklung in China geben. Interessanterweise gibt es derzeit ja sowohl positive (Export-Boom), als auch negative (Immobilienkrise, schwache Verbraucherstimmung) Faktoren am chinesischen Markt. Aus unserer Produktpalette können Sie mit dem ERSTE STOCK EM GLOBAL unter anderem in chinesische Aktien investieren, sollten Sie den Markt und seine Aussichten interessant finden. Der Fonds investiert breit gestreut in Aktien aus den globalen Schwellenländern – chinesische Papiere sind darin aktuell mit rund 29% gewichtet.

      Beste Grüße,
      das Erste AM Communications Teams