Crash bei Crypto-Währungen: Was steckt dahinter

Crash bei Crypto-Währungen: Was steckt dahinter
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Ein Blick auf coinmarketcap.com offenbart einen massiven Verlust der meisten Crypto-Währungen in den letzten Tagen. Bitcoin hat alleine in der letzten Woche 30,4% verloren (Stand 12.5.2022), Ether 36,6%, die übrigen Altcoins z.T. 50% und mehr. Aus der Top Ten Liste konnten sich einzig die Stable Coins Tether, USD Coin und Binance USD stabil halten.

Kursentwicklung Bitcoin / USD (05/2012 – 05/2022 – logarithmiert)

Kursentwicklung Bitcoin / USD (05/2017 – 05/2022 – absolut)

Quelle: Coinmarketcap.com, Daten per 12.5.2022

Risk off Phase an den Börsen und Problem bei Stable Coin UST (Terra) als Ursache

Die Verluste der letzten Tage prolongieren nur eine Tendenz, die bereits ein halbes Jahr dauert. Bitcoin hat damit seit dem Höchststand vom November letzten Jahres ca. 60% an Wert eingebüßt. Im Grunde ist diese Entwicklung nicht neu. Die Kursentwicklung bei Bitcoin folgt einem 4-Jahreszyklus, der sich aus dem Halfing der Miner-Rewards ableitet. Kurz nach einem Halfing (der letzte fand im April 2020 statt) beginnt ein neuer Aufwärtstrend, der ca. 1,5 Jahre dauert, danach folgt ein Jahr mit größeren Verlusten (2022 ist nach diesem Rhythmus so ein Jahr), gefolgt von einem leicht positiven Jahr.

Dazu kommt, dass wir derzeit eine generelle Risk Off Phase haben, die durch steigende Inflation, den Krieg in der Ukraine und Zinsen ausgelöst wurde. Zum Beispiel haben die Wachstumsaktientitel der Nasdaq seit Jahresbeginn alleine um mehr als 25% eingebüßt.

Stable Coin UST (Terra) mitverantwortlich für den Crypto-Crash

Zu all diesen negativen Faktoren gesellt sich seit dem 7. Mai ein weiteres Problem mit dem Stable Coin UST (Terra), der für das aktuelle Kursgemetzel zumindest mitverantwortlich ist. UST (Terra) ist ein sogenannter algorithmischer Stable Coin, d.h. er ist weder durch Fiat Währungen und Anleihen gedeckt (z.B. Tether) noch durch Crypto-Währungen (Bsp. DAI). In der Theorie funktioniert UST so, dass durch Arbitrage-Geschäfte immer ein Gleichgewicht (d.h. UST = USD) hergestellt wird. Liegt der Wert von UST über 1USD, werden Luna „verbrannt“ (vernichtet) und UST zum Gegenwert von 1USD gekauft. Dadurch entsteht ein Arbitragegewinn. Aufgrund dieser Geschäfte erhöht sich die Menge von UST bis ein Gleichgewicht hergestellt wird. Liegt der Wert von UST unter 1USD, können Markteilnehmer:innen UST gegen (neu geschaffene) Luna im Gegenwert von 1USD tauschen. Das funktioniert solange der Luna Kurs (halbwegs) stabil ist. Und hier liegt das Problem. Ab 7. Mai haben sogenannte Crypto Wale gleichzeitig ca. 285 Mio. UST verkauft und Luna leerverkauft (short). Der Dollar Peg begann zu bröckeln. Was folgte waren Panikverkäufe von UST, der PEG konnte bis dato nicht wieder hergestellt werden, weil der Luna Kurs von 86$ auf unter 0,1$ implodierte.   

Chart 1: UST Stable Coin; Quelle: TradingView; per 12.5.2022

Zum Zeitpunkt des Schreibens beträgt der Wechsel-Kurs UST-USD statt der theoretischen 1 nur 0,48. Im Tiefst lag der Kurs sogar bei 0,25. 

Chart 2: Luna Kurs; Quelle: TradingView; Daten per 12.5.2022

Die Luna Foundation Guard (LFG), das ist die Organisation hinter dem Terra-Luna System (eine NGO), hat angekündigt alles zu unternehmen, um die Stabilität wieder herzustellen. Vor kurzem (vor dem Crash) gab die Organisation bekannt Bitcoin im Gegenwert von $1,5Mrd. erworben zu haben und über einen Bestand von über $3Mrd. zu verfügen. Dieser Bestand soll nun dafür verwendet werden, um UST zu retten. Manche befürchten nun, dass gerade diese Maßnahme einen massiven Verkauf-Druck auf Bitcoin auslösen könnte. Davon betroffen sind aber auch andere Coins wie zum Beispiel Avalanche. Ist der Abwärtstrend einmal im Gange, gewinnt er oft an Intensität, weil Investor:innen in Panik geraten oder Stopp-Loss Limits aktiviert werden. Die Panik wird dann oft noch verstärkt durch Meldungen wie  z. B. von Binance (eine der größten Crypto Exchanges), die keine Abhebungen von Luna und UST mehr ermöglichen wollen. Binance hat die Aktion damit gerechtfertigt, dass es durch extrem hohe Transaktionsvolumina zu Überlastungen gekommen ist. Wenn sich die Lage beruhigt werde man die Maßnahme wieder zurücknehmen.    

Ob der überhaupt nicht „stable coin“ Terra überleben wird ist unklar

Zusammengefasst kann derzeit keine Prognose darüber verfasst werden, ob Terra diesen Angriff überleben wird. Terra wäre nicht der erste algorithmische „Stable“ Coin, der scheitert. Terra würde sich nur einreihen hinter Empty Set Dollar oder Basis Cash, die dasselbe Schicksal erlitten haben. Terra ist aber dennoch eine Besonderheit aufgrund der Größe. Hinter Ethereum war Terra zeitweise die zweitgrößte Blockchain in der sogenannten dezentralisierten Finanzwelt mit einem (an der Spitze) Gegenwert von $40Mrd. (Total Value locked = Wert der in Summe  hinterlegten Coins)

Ein massiver Vertrauensverlust und erhöhte Unsicherheit belasten derzeit die Crypto-Welt

Bei einem Scheitern von Terra könnte das Thema Algorithmische Stable Coins endgültig tot sein. Die Nachfrage nach Stable Coins wird aber hoch bleiben, Investoren werden aber vertrauenswürdige Projekte bevorzugen, die transparent und eine Deckung in Form von Fiat oder Crypto aufweisen können. Staaten werden nach diesem Drama das Thema Regulierung noch verstärkt vorantreiben. In Europa werden Stable Coins in Zukunft unter MiCA (Regulierung Crypto Assets) reguliert sein.

Zusätzlich wird das Sentiment für Crypto-Währungen durch die erhöhte Unsicherheit an den Kapitalmärkten negativ beeinflusst. Die Unsicherheitsfaktoren sind die hohen Inflationsraten und die damit verbundenen Zinsschritte, der Krieg in der Ukraine und die damit erhöhte Stagflationsgefahr für die Weltwirtschaft.

Erläuterungen zu Fachausdrücken finden Sie in unserem Fonds ABCFonds-ABC | Erste Asset Management

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Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

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