Erste Asset Management Investment Blog

Deutschlands Wirtschaft erholt sich

Deutschlands Wirtschaft erholt sich
Deutschlands Wirtschaft erholt sich
(c) Unsplash
Beitrag teilen:
IFA: Smartphone-Hersteller

Deutschlands Wirtschaft ist zurück auf Wachstumskurs und erholt sich damit von der Pandemiedelle vom Jahresbeginn. Im zweiten Quartal ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent gestiegen, nach einem Einbruch von 2,1 Prozent im ersten Quartal. Im Detail ist das Bild aber durchwachsen: Während Dienstleister und Einzelhändler von den Lockerungen der Corona-Maßnahmen profitieren, wird die Industrie von Materialmangel und Lieferengpässen gebremst.

Dabei hat sich die Auftragslage der Industrie zuletzt weiter verbessert: Laut jüngsten Daten des statistischen Bundesamts stieg der preisbereinigte Auftragseingang im Juni überraschend deutlich um 4,1 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen hatten im Schnitt einen nicht einmal halb so starken Anstieg von 1,9 Prozent erwartet. Die Aufträge liegen damit auch schon um 11,2 Prozent über dem Niveau von Februar 2020, dem letzten Monat vor dem Start der Lockdowns.

Beigetragen hatte dazu die gute Nachfrage in den Bereichen EDV und Optik, aber auch der für Deutschlands Wirtschaft wichtige Maschinenbau kann sich über steigende Aufträge freuen. So hat der deutsche Maschinenbauverband VDMA zuletzt für das erste Halbjahr ein Auftragsplus von 29 Prozent für die Branche gemeldet.

Doch noch schlägt sich die gute Nachfrage nicht in Produktion und Umsätzen nieder: Anhaltende Lieferengpässe bremsen Deutschlands Industrie aus. So war die Produktion im verarbeitenden Gewerbe im Juni überraschend um weitere 1,3 Prozent geschrumpft. Das vom deutschen ifo-Institut ermittelte Barometer der Industrie-Erwartungen fiel zudem im Juli um 5 auf 22 Punkte.

Chipmangel bremst Automobilbranche

Hintergrund sind die anhaltenden Engpässe bei Vorprodukten und Rohstoffen wie etwa Containern, Computerchips und Bauholz. 83,4 Prozent der Unternehmen spürten im Juli laut einer Umfrage des ifo-Instituts das Fehlen von Vorprodukten. Laut den Umfragedaten ist das der größte Material-Mangel seit 30 Jahren.

Neben den Herstellern von Elektrogeräten ist die für Deutschland wichtige Automobilindustrie besonders von dem anhaltenden Engpass bei Computerchips betroffen. Die Autobauer können wegen des Halbleitermangels derzeit nicht so viele Autos bauen, wie sie verkaufen könnten. Die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland brachen entsprechend im Juli wieder um rund ein Viertel auf 235.400 Fahrzeuge ein, zeigen Daten des Kraftfahrt-Bundesamts.

Die Autohersteller selbst warnten zuletzt trotz guter Geschäftszahlen vor den Folgen des Chipmangels. So stellt sich etwa Volkswagen angesichts des Halbleitermangels auf ein „sehr herausforderndes“ drittes Quartal ein. Der Autobauer verweist vor allem auf Lieferengpässe in Südostasien, wo es in mehreren Ländern mit wichtigen Standorten der Halbleiterindustrie wegen der neu aufflammenden Pandemie zu Produktionsstillständen gekommen ist. Auch BMW gab sich bei der Präsentation eines unerwartet starken zweiten Quartals für den Ausblick vorsichtig: Der Halbleitermangel und höhere Rohstoffpreise dürften auch das zweite Halbjahr belasten, warnte der Konzern.

Einzelhändler und Dienstleister profitieren von Öffnungen

Positiv entwickelten sich hingegen zuletzt dank der Lockerungen der Corona-Beschränkungen der Einzelhandel und der Dienstleistungssektor. Die deutschen Dienstleister sind im Juli gemessen am IHS-Einkaufsmanagerindex so stark gewachsen wie überhaupt noch nie: Der vom Institut IHS Markit auf Basis von monatlichen Umfragen ermittelte Index stieg gegenüber dem Vormonat um 4,3 auf 61,8 Punkte. Ab 50 Punkten signalisiert das Barometer Wachstum.

Das schlägt sich bereits im Arbeitsmarkt nieder. „Viele Firmen stellten mit neuer Rekordrate zusätzliche Mitarbeiter ein“, erklärte der Markit-Ökonom Andrew Harker. Damit ist die Arbeitslosigkeit im Juli zuletzt weiter gesunken, das war seit 15 Jahren der erste Rückgang in dem traditionell schwachen Urlaubsmonat. Normalerweise steigt die Arbeitslosigkeit in diesem Monat wegen der Sommerpause in vielen Bereichen, doch dieser Effekt wurde nun durch die starke Erholung am Arbeitsmarkt überkompensiert.

Die deutschen Einzelhändler spürten das Ende der Lockdowns und den Effekt der Wiedereröffnungen von Geschäftslokalen naturgemäß besonders stark. Ihre Einnahmen stiegen im Juni inflationsbereinigt überraschend kräftig um 4,2 Prozent. Ökonomen hatten nur ein Plus von 2,0 Prozent erwartet. Im April hatten die Lockdown-Verordnungen laut dem Statistischen Bundesamt noch für Einbußen von 6,8 Prozent gesorgt, im Mai schlugen sich die ersten Öffnungen dann in einem Plus von 4,6 Prozent nieder.

DAX nahe Rekordhoch, Delta-Variante und Inflation bleiben Unsicherheitsfaktoren

An der Börse schlug sich die Wirtschaftserholung zunächst in neuen Höchstständen nieder, zuletzt zeigte sich der Markt aber unentschlossen. Der deutsche Aktienindex DAX bewegt sich nun schon seit Wochen knapp unterhalb seines im Sommer erreichten Rekordhochs bei gut 15.800 Punkten. Den guten Aussichten vieler Branchen stehen die Sorgen wegen der rasanten Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus gegenüber. Vor allem Dienstleister fürchten die damit möglicherweise drohenden neuen Lockdowns.

Dazu kommen noch Ängste wegen der mit einem Wirtschaftsaufschwung einhergehenden Inflation und drohenden Gegenmaßnahmen der Notenbanken in Form einer schrittweisen Abkehr von ihrer aktuell konjunkturstützenden Geldpolitik. Dazu beigetragen hat die jüngste Rohstoffpreisrally, die sich zunehmend in Endprodukten und damit den Verbraucherpreisen niederschlägt.

Im Juli waren die deutschen Verbraucherpreise um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat gestiegen, das war der stärkste Preisanstieg seit 1993. „Verantwortlich für den weiteren Anstieg der Inflationsrate im Juli 2021 ist insbesondere ein Basiseffekt, der auf die coronabedingte Senkung der Mehrwertsteuersätze im Juli 2020 zurückzuführen ist“, erklärten die Experten vom statistischen Bundesamt. Die deutsche Regierung hatte die Mehrwertsteuer 2020 im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie temporär gesenkt, was viele Waren und Dienstleistungen günstiger machte. Nun kehrt sich dieser Effekt um.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

REAGIEREN SIE AUF DEN ARTIKEL

WICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE

Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. Sofern nicht anders angegeben, Datenquelle Erste Asset Management GmbH. Die Kommunikationssprache der Vertriebsstellen ist Deutsch und jene der Verwaltungsgesellschaft zusätzlich auch Englisch.

Der Prospekt für OGAW-Fonds (sowie dessen allfällige Änderungen) wird entsprechend den Bestimmungen des InvFG 2011 idgF erstellt und veröffentlicht. Für die von der Erste Asset Management GmbH verwalteten Alternative Investment Fonds (AIF) werden entsprechend den Bestimmungen des AIFMG iVm InvFG 2011 „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ erstellt.

Der Prospekt, die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ sowie das Basisinformationsblatt sind in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf der Homepage www.erste-am.com jeweils in der Rubrik Pflichtveröffentlichungen abrufbar und stehen dem/der interessierten Anleger:in kostenlos am Sitz der jeweiligen Verwaltungsgesellschaft sowie am Sitz der jeweiligen Depotbank zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung des Prospekts, die Sprachen, in denen das Basisinformationsblatt erhältlich ist, sowie allfällige weitere Abholstellen der Dokumente, sind auf der Homepage www.erste-am.com ersichtlich. Eine Zusammenfassung der Anlegerrechte ist in deutscher und englischer Sprache auf der Homepage www.erste-am.com/investor-rights abrufbar sowie bei der Verwaltungsgesellschaft erhältlich.

Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb von Anteilscheinen im Ausland getroffen hat, unter Berücksichtigung der regulatorischen Vorgaben wieder aufzuheben.

Hinweis: Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das schwer zu verstehen sein kann. Bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen, empfehlen wir Ihnen, die erwähnten Fondsdokumente zu lesen. Diese Unterlagen erhalten Sie zusätzlich zu den oben angeführten Stellen kostenlos am jeweiligen Sitz der vermittelnden Sparkasse und der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG. Sie können die Unterlagen auch elektronisch abrufen unter www.erste-am.com.

Wichtig: Die im Basisinformationsblatt angeführten Performance-Szenarien beruhen auf einer Berechnungsmethodik, die in einer EU-Verordnung vorgegeben ist. Die künftige Marktentwicklung lässt sich nicht genau vorhersagen. Die dargestellten Performance-Szenarien zeigen nur mögliche Erträge auf, basieren dabei aber auf den Erträgen in der jüngeren Vergangenheit. Die tatsächlichen Erträge könnten niedriger ausfallen als angegeben.

Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Merkmale unserer Anleger:innen hinsichtlich des Ertrags, der steuerlicher Situation, Erfahrungen und Kenntnisse, des Anlageziels, der finanziellen Verhältnisse, der Verlustfähigkeit oder Risikotoleranz.

Bitte beachten Sie: Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu. Eine Veranlagung in Wertpapieren birgt neben den geschilderten Chancen auch Risiken. Der Wert von Anteilen und deren Ertrag können sowohl steigen als auch fallen. Auch Wechselkursänderungen können den Wert einer Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Es besteht daher die Möglichkeit, dass Sie bei der Rückgabe Ihrer Anteile weniger als den ursprünglich angelegten Betrag zurückerhalten. Personen, die am Erwerb von Investmentfondsanteilen interessiert sind, sollten vor einer etwaigen Investition den/die aktuelle(n) Prospekt(e) bzw. die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“, insbesondere die darin enthaltenen Risikohinweise, lesen. Ist die Fondswährung eine andere Währung als die Heimatwährung des/der Anleger:in, so können Änderungen des entsprechenden Wechselkurses den Wert der Anlage sowie die Höhe der im Fonds anfallenden Kosten - umgerechnet in die Heimatwährung - positiv oder negativ beeinflussen.

Wir dürfen dieses Finanzprodukt weder direkt noch indirekt natürlichen bzw. juristischen Personen anbieten, verkaufen, weiterverkaufen oder liefern, die ihren Wohnsitz bzw. Unternehmenssitz in einem Land haben, in dem dies gesetzlich verboten ist. Wir dürfen in diesem Fall auch keine Produktinformationen anbieten.

Zu den Beschränkungen des Vertriebs des Fonds an amerikanische oder russische Staatsbürger entnehmen Sie die entsprechenden Hinweise dem Prospekt bzw. den „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“.

In dieser Mitteilung wird ausdrücklich keine Anlageempfehlung erteilt, sondern lediglich die aktuelle Marktmeinung wiedergegeben. Diese Mitteilung ersetzt somit keine Anlageberatung und berücksichtigt weder die Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen, noch unterliegt sie dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Die Unterlage stellt keine Vertriebsaktivität der Verwaltungsgesellschaft dar und darf somit nicht als Angebot zum Erwerb oder Verkauf von Finanz- oder Anlageinstrumenten verstanden werden.

Die Erste Asset Management GmbH ist mit den vermittelnden Sparkassen und der Erste Bank verbunden.

Beachten Sie auch die „Informationen über uns und unsere Wertpapierdienstleistungen“ Ihres Bankinstituts.

Druckfehler und Irrtümer vorbehalten.