Mehr Strom für mehr Klimaschutz

Mehr Strom für mehr Klimaschutz
Mehr Strom für mehr Klimaschutz
(c) WWF Österreich
Beitrag teilen:

Zwei Drittel unserer Energieversorgung in Österreich bestehen derzeit aus importierter fossiler Energie, also Erdöl, Erdgas und Kohle. Dadurch wird nicht nur die Erderwärmung angefeuert, sondern auch ein jährliches Defizit von acht bis zehn Milliarden Euro für unsere Volkswirtschaft verursacht.

Ein klimaschädlicher und sozial ungerechter Zustand der kurzfristige Profite für wenige bringt, für die jedoch viele langfristig bezahlen müssen. Was es daher jetzt braucht, ist eine Vollversorgung mit naturverträglichen erneuerbaren Energien.

Um dies zu erreichen, gilt es eine Vielzahl an neuen Herausforderungen zu meistern.

Energieeffizienz und Stromsparen als oberstes Gebot

Der Energieverbrauch in Österreich ist zu hoch, um ihn zu 100 Prozent durch heimische erneuerbare Energien decken zu können. Ein weiterer Ausbau ist zwar notwendig, es müssen aber immer klare Kriterien eingehalten werden, die den Schutz unserer letzten noch intakten Flüsse und Wälder sicher stellen. Dadurch bleiben unserer Naturräume zur Abfederung der Klimakrise erhalten.

Folgt man diesen Kriterien kommen unterschiedliche Studien wie u.a. das Szenario „Energie- und Klimazukunft Österreich  (Link: https://www.wwf.at/de/energiezukunft-oesterreich/) zu dem Schluss, dass auf naturverträgliche Art etwa die Hälfte des derzeitigen Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden kann. Was wiederum bedeutet, dass der Energieverbrauch in den nächsten Jahren auch drastisch reduziert werden muss.

Nur ein sparsames Energiesystem ist zukunftsfähig

Etwa 20 Prozent unseres gesamten Energieverbrauchs in Österreich wird derzeit durch Strom gedeckt. Im internationalen Vergleich ist dies vorbildhaft, denn etwa 70 Prozent dieses Stroms werden aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Allen voran aus Wasserkraft, die dadurch mit ihrem Ausbaugrad schon sehr nahe am Limit ist. In Zukunft werden Photovoltaik und Windenergie dieses Angebot weiter verstärken.

Doch auch hier gelten als oberste Prinzipien: Sparsamkeit und Naturschutz. Beispiele wie schlecht gedämmte Häuser oder Diesel- und Benzinmotoren verdeutlichen das große Einsparungspotential. Sie zeigen, wie der größte Teil der teuer eingekauften Energie als Abwärme verschwendet wird.

Während bei einem Verbrennungsmotor nur 30 Prozent der Energie zu den Rädern gelangt und 70 Prozent als Abwärme verschwendet wird, nutzt ein Elektromotor 97 Prozent des eingesetzten Stroms für den Antrieb. Bei Gebäuden kann dem durch bessere Wärmedämmung entgegengetreten werden.

Bei äußerst verschwenderischen fossilen Fahrzeuge hilft jedoch nur eine Kombination aus einem Umstieg auf öffentlichen Verkehr und die Nutzung von alternativen Antriebssysteme– beides am effektivsten mit Strom betrieben!

Österreichs Energiequellen

Bruttoenergieverbrauch (Vgl Andreas, 2017 für Global 2000, Greanpeace, WWF)

Kein Ausbau ohne strenge Naturschutz- und Biodiversitätskriterien

 Bei Wasserkraft sind heute bereits 90 Prozent des Potenzials ausgeschöpft, bei Photovoltaik allerdings nur zwei Prozent. Dazwischen liegt die Windenergie. Da gibt es noch hohe Steigerungspotenziale durch neue, größere Anlagen, ohne dabei neue Standorte erschließen zu müssen. Die Frage der Eignungsflächen ist über gute Zonierungen in allen Bundesländern zu klären. So unterschiedlich die Nutzungsgrade der verschiedenen Erneuerbaren auch sind, eins ist bei allen wichtig: Kein Ausbau ohne strenge Naturschutzkriterien, um die Klimakrise und die ebenso dramatische Biodiversitätskrise nicht noch mehr zu verschärfen.

Dafür brauchen wir dringend entsprechende politische Weichenstellungen:

  • Zonierungen in allen Bundesländern und für alle erneuerbaren Energiequellen, die explizit die naturschutzrelevanten Flächen von jeglicher Nutzung ausnehmen. So etwas gibt es bereits in einigen Bundesländern für Windkraftanlagen, wenn auch in sehr unterschiedlichen Qualitäten. Doch für Wasserkraft bestehen solche Zonierungen nicht, obwohl sie gerade in diesem Bereich zum Schutz der letzten intakten Flüsse (nur mehr 15 Prozent der Flüsse in Österreich) extrem wichtig wären.
  • Konsequente Genehmigungsverfahren für alle Projekte und keine weiteren Ausnahmegenehmigungen bei negativen Naturschutzbescheiden.
  • Naturschutzkriterien bei der Vergabe von Mitteln aus der Ökostromförderung. So müssen etwa Biomasseanlagen für eine Ökostromförderung mindestens 60 Prozent Jahres-Wirkungsgrad aufweisen – für andere Erneuerbare gibt es solche Ambitionen derzeit noch nicht. Bei der Wasserkraft ist neben anderen Kriterien ein Ausschluss von Projekten in Strecken mit sehr guter ökologischer Qualität und in Schutzgebieten ebenso wichtig wie eine Reihung von Modernisierungsprojekten vor Neubauten. Für den WWF ist ganz klar: Nur mit konsequenten Naturschutzkriterien kann der Ausbau erneuerbarer Energien in Österreich erfolgreich sein.

Erneuerbare Stromquellen als Energieversorgung der (nahen) Zukunft

Der Stromverbrauch in Österreich wird sich in den nächsten 25 Jahren um 50 bis 60 Prozent erhöhen. Diese Vorschau umfasst das gesamte Energiesystem, also auch die Industrie inklusive der Stahlerzeugung und der Personen- und Güterverkehr.

Gleichzeitig muss zur CO2-Reduktion und zum Erreichen der Klimaschutzziele die fossile Stromproduktion aus Kohle- und Gaskraftwerden schrittweise beendet werden. Um den Strombedarf trotzdem zu decken, ist eine Verdoppelung der Produktion von Strom aus erneuerbaren Energiequellen erforderlich.

Unser Dossier zu Umdenken bei Energieerzeugung und -verbrauch finden Sie unter: https://blog.de.erste-am.com/dossier/strom-energie/

Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

DOSSIER

REAGIEREN SIE AUF DEN ARTIKEL

1 Kommentar

  1. Raffael Winkler sagt:

    Liebes Erste-am Team,

    im Artikel steht folgender Satz:
    „Etwa 20 Prozent unseres gesamten Energieverbrauchs in Österreich wird derzeit durch Strom gedeckt.“

    Bei mir trat folgende Frage auf: Wenn 20 Prozent des Energieverbrauchs in Österreich durch Strom gedeckt wird, woraus setzt sich dieser andere weitaus größer Bestandteil von 80 Prozent zusammen, wenn es sich hierbei nicht um Strom handelt?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

    Vielen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen
    Raffael Winkler

WICHTIGE RECHTLICHE HINWEISE

Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. Sofern nicht anders angegeben, Datenquelle Erste Asset Management GmbH. Unsere Kommunikationssprachen sind Deutsch und Englisch.

Der Prospekt für OGAW-Fonds (sowie dessen allfällige Änderungen) wird entsprechend den Bestimmungen des InvFG 2011 idgF erstellt und im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ veröffentlicht. Für die von der Erste Asset Management GmbH verwalteten Alternative Investment Fonds (AIF) werden entsprechend den Bestimmungen des AIFMG iVm InvFG 2011 „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ erstellt. Der Prospekt, die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ sowie die Wesentliche Anlegerinformation/KID sind in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf der Homepage www.erste-am.com jeweils in der Rubrik Pflichtveröffentlichungen abrufbar und stehen dem/der interessierten AnlegerIn kostenlos am Sitz der Verwaltungsgesellschaft sowie am Sitz der Depotbank zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung des Prospekts, die Sprachen, in denen die Wesentliche Anlegerinformation/KID erhältlich ist, sowie allfällige weitere Abholstellen der Dokumente, sind auf der Homepage www.erste-am.com ersichtlich. Eine Zusammenfassung der Anlegerrechte ist in deutscher und englischer Sprache auf der Homepage www.erste-am.com/investor-rights abrufbar sowie bei der Verwaltungsgesellschaft erhältlich.

Die Verwaltungsgesellschaft kann beschließen, die Vorkehrungen, die sie für den Vertrieb von Anteilscheinen im Ausland getroffen hat, unter Berücksichtigung der regulatorischen Vorgaben wieder aufzuheben.

Diese Unterlage dient als zusätzliche Information für unsere AnlegerInnen und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss. Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse unserer AnlegerInnen hinsichtlich des Ertrags, steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu.