Türkische Wirtschaft wankt zwischen Erholung und Konflikten

Türkische Wirtschaft wankt zwischen Erholung und Konflikten
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Jüngste Konjunkturdaten weisen auf eine Entspannung in der türkischen Wirtschaft hin. Zuletzt ist das Bruttoinlandsprodukt der ehemals äußerst dynamischen Volkswirtschaft wieder gewachsen und die Inflation nach wesentlich höheren Teuerungsraten in den einstelligen Bereich zurückgekehrt. Auch der Kurs der türkischen Lira hatte sich nach der Währungskrise im Vorjahr weitgehend stabilisiert. Doch der Einmarsch türkischer Truppen in Nordsyrien und der Konflikt darüber mit den USA setzte die Lira erneut unter Druck und ließ Sorgen um die Erholung der türkischen Wirtschaft aufkommen. Für die weitere Entwicklung gibt es unterschiedliche Signale.

Entspannung in Sicht

Im Vorjahr hatte ein diplomatischer Streit mit den USA sowie Zweifel an der Unabhängigkeit der türkischen Zentralbank den Kurs der Landeswährung um fast ein Drittel einbrechen lassen. Aufgrund  der dadurch stark steigenden Einfuhrpreise legte die Inflation zwischenzeitlich auf bis zu fast 25 Prozent zu. In der zweiten Jahreshälfte 2018 rutschte die türkische Wirtschaft schließlich in eine Rezession.

Zuletzt hatten sich die Hinweise auf eine Stabilisierung der türkischen Wirtschaft wieder verdichtet. Auch wenn im Jahresvergleich das BIP negativ blieb, legte die Wirtschaftsleistung zwischen April und Juni dieses Jahres im Quartalsvergleich das zweite Mal in Folge zu (+1,2 Prozent). Im September fiel zudem die Teuerung mit 9,3 Prozent erstmals seit Mitte 2017 wieder unter einen zweistelligen Wert.

Weitere Nachrichten lieferten Grund zur Zuversicht. So erklärte die Türkei noch im Vormonat, sie und die USA wollten als Reaktion auf den Handelsstreit mit China den bilateralen Warenaustausch auf 100 Mrd. Dollar pro Jahr vervierfachen.

Der deutsche Volkswagen-Konzern kündigte unterdessen an, sein neues Osteuropa-Werk in der Türkei anzusiedeln. Darüber hinaus senkte die türkische Zentralbank – nachdem Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Mitte des Jahres den Zentralbankchef ausgetauscht hatte – das zweite Mal in Folge die Leitzinsen deutlich.

Dies dürfte einerseits die Wirtschaft des Landes noch weiter ankurbeln, steigert gleichzeitig aber auch das Risiko einer wieder höheren Teuerungsrate.

Unterschiedliche Erwartungen und Herausforderungen

Geht es nach Präsident Erdogan, soll die türkische Wirtschaft im Jahr 2020 schon wieder um 5,0 Prozent wachsen. Während von Reuters befragte Ökonomen durchschnittlich Stagnation erwarten, rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im laufenden Jahr noch mit einer realen Schrumpfung des türkischen BIP um 2,6 Prozent und 2020 mit einem leichten Plus von 1,6 Prozent.

Das Umfeld für die Konjunktur der Türkei bleibt herausfordernd. Nicht nur die Geldpolitik, die nach der Auswechslung des obersten Währungshüters als nicht mehr unabhängig gilt, steht im Fokus der Anleger. Aufgrund der geopolitischen Lage spielen vor allem die internationalen Beziehungen eine entscheidende Rolle. Pläne der türkischen Regierung, russische Raketensysteme zu beschaffen, hatten die Beziehungen zu den USA in diesem Jahr belastet und könnten die Pläne engerer Handelsbeziehungen gefährden.

entwicklung der türkischen wirtschaft

Nach dem Einmarsch in die Kurdengebiete kam die türkische Lira erneut unter Druck Hinweis: Die Wertentwicklung in der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu.

 

In der Vorwoche schien die Lage mit dem Vorrücken der Türkei gegen kurdische Milizen in Nordsyrien wieder zu eskalieren. Im Vorfeld hatte US-Präsident Donald Trump durch einen Truppenabzug zwar den Weg dort für die türkischen Militäroperation freigemacht, gleichzeitig aber gedroht, die „Wirtschaft der Türkei total zerstören“ zu wollen, sollte Istanbul etwas unternehmen, das er als falsch bewerte. Daraufhin gab der Kurs der Lira um gut 2 Prozent nach und rief die Währungskrise im Vorjahr in Erinnerung, die eben erst überstanden schien.

 

 

 

 

Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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