Die Türkei nach den Lokalwahlen

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Die Lokalwahlen in der Türkei wurden von Präsident Erdogan zu einem Stimmungstest über seine Politik hochstilisiert. Die AK-Partei von Präsident Erdogan liegt zwar landesweit in Führung,  in den Großstädten musste die Regierungspartei  Niederlagen einstecken. So verlor die AK-Partei nach 20 Jahren Herrschaft die Wahl in Ankara und auch in Istanbul liegt der Oppositionskandidat bei der Auszählung voran.  Die Wirtschaftskrise im Gefolge der Währungskrise vom  letzten Jahr ist sicher als Hauptgrund für den Sieg der Opposition zu nennen. Die Wirtschaft durchlebt eine schwere Rezession, die Arbeitslosigkeit ist im Steigen begriffen und  die Inflationsrate ist auf über 20% angestiegen.

Türkische Assets sind unter Druck gekommen

Im Vorfeld dieser Wahlen sind türkische Assets wie schon im Laufe des letzten Jahres erneut stark unter Druck gekommen. So verlor die Lira gegenüber dem Euro seit Anfang März mehr als 3%, die Rendite der 5-jährigen Lokalwährungsanleihe stieg um mehr als 200 Basispunkte auf 18,50% an und der Spread von USD-denominierten Staatsanleihen weitete sich um 95 Basispunkte auf 495 Basispunkte aus. Die türkische Zentralbank war gezwungen ihre Geldpolitik zu straffen, intervenierte am Devisenmarkt und die lokalen Banken wurden angehalten die Liquidität am TRY-Markt zu reduzieren. Dies führte dazu, dass die kurzfristigen Zinsen am lokalen Geldmarkt auf mehr als 1000% anstiegen.

Türkische Haushalte haben vermehrt ihre Ersparnisse von TRY in USD konvertiert.  Dadurch sind die Nettofremdwährungsreserven weiter zurückgegangen und betragen trotz starker Emissionstätigkeit des Staates auf den internationalen Kapitalmärkten derzeit nur 24,7 Mrd USD. Das Leistungsbilanzdefizit ist zwar durch die Rezession und Dank des Rückgangs des Ölpreises fast verschwunden (nur 0,7% des BIP im Jänner), die kurzfristige Auslandsverschuldung von 130 Mrd. USD ist aber durch die Währungsreserven bei weitem nicht gedeckt.

Erdogans Expansive Fiskalpolitik

Ein Faktor der in den letzten Monaten einer zusätzlichen Verbesserung der Leistungsbilanz im Wege stand war sicherlich eine expansive Fiskalpolitik. Bedingt durch die Rezession enttäuschend niedrige Steuereinnahmen verbunden mit höheren Ausgaben, die teilweise dem Wahlzyklus geschuldet sind, haben zu einer Ausweitung des Defizits auf ein 10-Jahreshoch geführt. Um die Wahlchancen der AK-Partei von Präsident Erdogan zu erhöhen wurden außerdem die Staatsbanken angehalten ihre Kreditvergabe auszuweiten (Kreditimpuls von 2% des BIP) , was einerseits stabilisierend auf das Wachstum wirkt, andererseits aber eine noch tiefergreifende Anpassung der Leistungsbilanz verhindert hat.

Ausblick:

Wir gehen nach den Lokalwahlen durch die Abnahme des politischen Risikos von einer Beruhigung der Situation aus.  Präsident Erdogan hat zwar durch den Verlust des Bürgermeistersessels von Ankara und wahrscheinlich Istanbul eine Niederlage erlitten, wir erachten allerdings das Gesamtresultat als nicht ausreichend um nachhaltige Änderungen nach sich zu ziehen. Eine hohe nominelle Zinsdifferenz, positive Realzinsen, eine stark verbesserte Leistungsbilanz und ein mögliches Zurückfahren der wahlbedingten Stimulusmaßnahmen sind die lokalen Faktoren, die türkische Assets unterstützen sollten. Zusätzlich sollte die zurzeit stattfindende globale Lockerung der Geldpolitik Länder wie die Türkei unterstützen. Hauptrisikofaktoren sind die nach wie vor vorhandenen Ungleichgewichte, mögliche Fehler in Geld- und Fiskalpolitik, die Verhängung von Sanktionen durch die USA im Zusammenhang mit dem Kauf von russischen Raketenabwehrsystemen durch die Türkei. Des weiteren  könnte  eine weitere Abschwächung des globalen Wachstums eventuell verbunden mit einer Umkehr der Kapitalströme in Richtung Emerging Markets Druck auf türkische Assets ausüben.

 

Der ESPA STOCK ISTANBUL ist ein auf langfristigen Substanzzuwachs ausgerichteter Aktienfonds. Die Strategie des Fonds legt den Schwerpunkt auf Aktien von Unternehmen aus der Türkei.

 

 

 

 

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Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

 

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