Weltweiter Halbleiter-Mangel fordert Automobil- und Elektronikbranche heraus

Weltweiter Halbleiter-Mangel fordert Automobil- und Elektronikbranche heraus
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(c) unsplash
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IFA: Smartphone-Hersteller

Der weltweite Halbleiter-Mangel könnte die erhoffte Erholung der Automobilbranche ausbremsen. So war die Chipkrise zuletzt auch ein bestimmendes Gesprächsthema unter den bei der Automesse Shanghai vertretenen Branchenvertretern. Der Direktor der Vereinigung der chinesischen Autohändler, Jia Xinguang, erwartet etwa für die zweite Jahreshälfte nur eine leichte Besserung, aber keine Lösung des Problems. Auch der Automobilriese Volkswagen stellt sich darauf ein, dass die Versorgung angespannt bleiben wird.

Autohersteller kämpfen derzeit weltweit mit den Engpässen bei Halbleitern. So hat Volkswagen zuletzt seine Fertigung im Werk in Emden wegen der Chipkrise für zwei Wochen geschlossen. Auch Ford hat wegen der Engpässe zuletzt die Produktion in einigen Werken angehalten. Hyundai hatte seine Produktion in einem Werk in Südkorea von 7. bis 14. April gestoppt.

Digitalisierung und Lockdowns schoben Chipnachfrage weltweit an

Auslöser der Chipkrise war der Ausbruch der Corona-Pandemie zu Beginn des Jahres 2020. Die weltweiten Lockdowns und Quarantänemaßnahmen infolge der Pandemie hatten der Digitalisierung einen enormen Schub verpasst. So hatte der Home Office Boom zu einer starken Steigerung der Laptop-Nachfrage und damit in Folge nach Computerchips geführt.

Die weitgehende Einschränkung der Freizeitgestaltung auf die eigenen vier Wände hatte gleichzeitig auch die Nachfrage nach Unterhaltungselektronik von Fernsehern bis Videospielkonsolen nach oben getrieben. Die Verlagerung von Arbeit und Freizeitaktivitäten in die digitale Welt hat schließlich auch die Anforderungen an die bestehende Internet-Infrastruktur erhöht. Die Nachfrage nach Speicherchips für Server und Rechenzentren ist kräftig gestiegen. Insgesamt waren die Umsätze mit Halbleitern laut den Marktforschern von Gartner 2020 weltweit um gut zehn Prozent auf 466 Mrd. Dollar gestiegen.

Die Automobilbranche selbst war davon anfangs nicht betroffen: Die Branche kämpfte zunächst mit hauseigenen Problemen wie pandemiebedingten Werkschließungen. Doch als die Automobilhersteller bereit waren ihre Produktion weltweit wieder hochzufahren, gab es ein neues Problem: Halbleiterhersteller weltweit waren ausgelastet und produzierten auf Hochtouren für die Elektronikbranche. Die für die Autos benötigten Computerchips waren plötzlich Mangelware.

Auch die Computerbranche dürfte die Folgen des weltweiten Chipmangels bereits spüren. Laut einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“ von April, schlagen die Lieferengpässe bei Apple bereits auf die Produktion von Laptops und Tablets durch. Apple selbst hatte derartige Probleme bisher nicht bestätigt. Ein Ende der starken Nachfrage und des Chipmangels sind derzeit nicht in Sicht. Trends wie die Digitalisierung des Berufslebens oder autonomes Fahren dürften die Nachfrage eher noch verstärken, erwarten Marktforscher. Dazu kamen zuletzt noch einige Sonderfaktoren wie ein Ausfall der Chipproduktion in Texas nach einer Kältekatastrophe und Stromausfällen in dem US-Bundesstaat.

Kapazitäten der Chip-Auftragsfertiger am Limit

Ins Rampenlicht gerieten mit den Chip-Engpässen vor allem die großen Auftragsfertiger von Halbleitern, die sogenannten „Foundries“. Denn zahlreiche Chiphersteller wie etwa AMD, Nvidia oder Qualcomm operieren ohne eigene Fertigung als „Fabless companies“: Sie designen und vertreiben ihre Chips, die Fertigung selbst wird aber bei den Foundries in Auftrag gegeben.

Die dritte Gruppe am Chipmarkt sind die integrierten Hersteller – „Integrated Device Manufacturer“ bzw. „IDMs“, bei denen die ganze Kette von Design, Produktion bis zu Vertrieb im Haus erfolgt. Doch auch prominente IDMs wie Intel lagern ihre Produktion teilweise an die großen Auftragsfertiger aus. Viele prominente Chipfirmen sind damit selbst von der Chipkrise betroffen, da die Foundries derzeit an der Kapazitätsgrenze arbeiten und der Nachfrage nicht mehr nachkommen.

Um die Dienste der Foundries ist damit eine Art globaler Verteilungskampf entstanden. Im Rampenlicht stehen dabei vor allem zwei große asiatische Hersteller: Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) und der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung. Weltweit können derzeit nur diese beiden Konzerne die besonders dichtgepackten Chips auf Basis der sogenannten Fünf-Nanomenter-Technologie  produzieren.

Vor allem der Marktführer TSMC hat vom Chipmangel zuletzt stark profitiert und seinen Gewinn im ersten Quartal überraschend stark auf 140 Mrd. Taiwan-Dollar oder umgerechnet gut 4 Mrd. Euro gesteigert. Zu den größten Kunden des Konzerns zählt der iPhone-Hersteller Apple. TSMC will jetzt binnen drei Jahren 100 Mrd. US-Dollar in den Ausbau seiner Produktion investieren. 

Der deutlich kleinere Chipauftragsfertiger Globalfoundries geht einen anderen Weg und sucht die Zusammenarbeit mit seinen Kunden. Der US-Konzern will 450 Mio. Dollar in seine Produktion in Dresden investieren, ein Drittel davon sollen Kunden wie Infineon oder Bosch aufbringen. Die Abnehmer können sich über Vorauszahlungen Kapazitäten reservieren oder direkt in Produktionsanlagen investieren. Laut Informationen der Agentur Bloomberg könnte sich der Konzern zudem bald weiteres Kapital über einen möglichen Börsengang besorgen.

US-Präsident lud Konzerne zum Krisengipfel

Auch Politiker müssen mittlerweile auf die Chipkrise reagieren. Denn von dem Halbleitermangel sind nicht nur wichtige Industriezweige, sondern auch Teile der kritischen Infrastruktur betroffen. So hat die US-Regierung die Führungskräfte von fast 20 großen betroffenen Unternehmen im April zu einem Gipfeltreffen eingeladen um mögliche Strategien zu beraten. Präsident Joe Biden will die US-Halbleiterproduktion und Investitionen zur Förderung der Produktion von kritischen Gütern mit mindestens 100 Mrd. Dollar unterstützen.

Auch beim Antrittsbesuch des japanischen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga bei Joe Biden zu Beginn des Monats dürfte die Halbleiterkrise ein wichtiges Thema gewesen sein. Angesichts der Lieferengpässe der Chipindustrie planen die USA und Japan einem Bericht von „Nikkei“ zufolge ein Abkommen über die Versorgung mit kritischen Halbleiterkomponenten.

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Ein Möglichkeit an der Entwicklung von Technologie-Aktien zu partizipieren, bietet der  Technologie-Aktienfonds ERSTE STOCK TECHNO (siehe Grafik). Das Fondsmanagement setzt auf hochwertige und wachstumsstarke Unternehmen mit Schwerpunkt USA. Die Halbleiter-Branche ist aktuell mit rund 14% im Fonds gewichtet. In den Veranlagungsprozess sind ökologische und soziale Faktoren sowie Unternehmensführungsfaktoren integriert.

Hinweis: Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung zu.

Neben den langfristigen Trends zur Digitalisierung geben auch jüngste Meldungen diverser Halbleiterausrüster wie z.B. ASML (diese beliefern Foundries wie TSMC und Samsung Electronics) klare Hinweise, dass die hohe Nachfrage nach Computerchips kein kurzfristiger Effekt sein wird. „Die Orderbücher der Ausrüster sind gut gebucht, und auch auf deren Seite wird mit Hochdruck an zusätzlichen Auslieferungen gearbeitet. Strategische Überlegungen bezüglich Versorgungssicherheit aus Sicht Europas und der USA kommen noch hinzu“, betont Bernhard Ruttenstorfer, Senior Fondsmanager des ERSTE STOCK TECHNO.

Wer in Technologie-Aktien investiert, hat die Chance auf attraktive Wertsteigerung, muss aber die oftmals höheren Kursschwankungen und auch mögliche Verlustrisiken im Auge behalten. Es empfiehlt sich eine Anlagedauer von mindestens 6 Jahren. Ein Einstieg ist beim s Fondssparen schon ab regelmäßig 50 Euro möglich.

Wichtige rechtliche Hinweise:

Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.

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