Weitreichende fiskal- und geldpolitische Schritte – Coronavirus Update

Weitreichende fiskal- und geldpolitische Schritte – Coronavirus Update
Weitreichende fiskal- und geldpolitische Schritte – Coronavirus Update
(c) unsplash
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Für uns alle liegt ein ereignisreiches Wochenende hinter uns. Die österreichische Bundesregierung hat weitreichende Maßnahmen, die auch uns im täglichen Leben deutlich beeinflussen werden, erlassen.

Dasselbe gilt – wenn auch in unterschiedlichen Ausmaß – für andere Länder und  die Wirtschaft, denn seit Freitag wurden mehrere weitreichende fiskal- und geldpolitische Schritte gesetzt:

  • Am Freitag beschloss die deutsche Bundesregierung ein Maßnahmenpaket, um Unternehmen bei der Bewältigung der Auswirkungen durch das Corona-Virus zu unterstützten. Der Kreditanstalt für Wiederaufbau (einer Förderbank, KfW) kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Sie solle die kurzfristige Versorgung von Unternehmen (von Klein- bis Großbetrieben) mit ausreichend Liquidität sicherstellen. Somit werden für deutsche Unternehmen bis zu einer halben Billion Euro zur Verfügung gestellt werden. Aus unserer Sicht ist dies ein enorm wichtiger Schritt in Deutschland, denn somit ist sichergestellt, dass kurzfristige Liquiditätsengpässe bei Unternehmen und damit Konkurse verhindert werden können.
  • Ebenfalls am Freitag rief der US Präsident den landesweiten Notstand aus. Dies ermöglicht die Freigabe von Soforthilfen in der Höhe von USD 50 Mrd. Weiters wurde angekündigt, dass keine Zinszahlungen auf Studentenkredite zu leisten sind und Zuschüsse für Krankenstände.

Durch diese Schritte schlossen die Aktienmärkte am Freitag durchwegs im Plus. Europa (EuroStoxx 50) lag bei +1.6%. Am höchsten fielen jedoch die Gewinne in den USA aus. Befand sich der S&P500 tagsüber schon im Plus kam es in der letzten halben Stunde des Handelstags zu einer deutlichen Rallye.

Befeuert durch die Ankündigung von Donald Trump schloss der Leitindex bei +9.3%. Dies war der höchste Zugewinn an einem einzelnen Tag seit 2008.

Zinsschritt der US-Notenbank

Am Sonntag setzte die US Notenbank einen weiteren Zinsschritt. Obwohl dieser erwartet wurde, war der Zeitpunkt (Sonntagnachmittag – Lokalzeit USA) überraschend. Die US Fed senkte den Leitzinssatz um einen ganzen Prozentpunkt auf eine Bandbreite für den Leitzinssatz von 0%-0.25%.

Obwohl die Geldpolitik in einer Krise, die durch einen Angebots-Schock ausgelöst wird, weniger effektiv ist, erleichtert es dennoch weitere fiskalpolitische Maßnahmen. Weiters kündigte die Fed auch ein Anleihenankaufprogramm in der Größe von USD 700 Mrd. an.

Auf den Märkten wurde dieser Zinsschritt jedoch nicht positiv aufgenommen. Die hohe Volatilität zieht sich auch im heutigen Handelstag weiter. In den USA wurde wiederum (wie schon in der letzten Woche) der Handel zwischenzeitlich ausgesetzt.

Sowohl die Börsen in Europa als auch in den USA bewegen sich derzeit bei rund 10% im Minus. Die Maßnahmen der US-Zentralbank sind sehr umfangreich, aber auch sehr außergewöhnlich. Dadurch wird signalisiert, dass die Situation tatsächlich ernst ist.

Aktuelle Daten des Coronavirus vom 16.03.2020 (Link hier)

Letztes Update: 16.03.2020; Quelle:  Johns Hopkins University Link

Academic Research:

Good News

Wiederansteckung bei Rhesus Makaken unwahrscheinlich (kein peer review)

Eine chinesische Studie an Rhesusaffen hat erste klinische Beweise für eine mögliche Immunisierung durch Ansteckung durch SARS-CoV-2 erbracht. Eine Wiederansteckung nach durchgestandenen Erkrankung scheint daher unwahrscheinlich. Dies ist auch ein positives Signal für die Entwicklung eines Impfstoffes.

Eine Lungenmaschine theoretisch für 4 Patienten

Experimentelle Studie aus 2006, die demonstriert, dass eine einzelne Lungenmaschine einfach modifiziert werden kann um bis zu vier 70kg Patienten zu beatmen.

11 Kandidaten für antivirale Wirkstoffe durch Simulation gefunden (kein peer review)

Mithilfe von Simulationsverfahren konnten Schweizer Wissenschaftler 11 potenzielle antivirale Wirkstoffe aus einem Set von 687 Million Wirkstoffen identifizieren. Zumindest für einen synthetischen Wirkstoff gibt es ein natürlich vorkommendes Pendant, was die Entwicklung eines neuen antiviralen Medikaments beschleunigen würde.

Bad News

COVID19 verursacht vermutlich Leberschäden (kein peer review)

Chinesische Studie, die Indizien für signifikante Leberschäden bei hoch pathogen Patienten liefert. Diese Leberschäden sind ähnlich bei SARS und MERS beobachtet worden und könnten als Indikationen für einen schweren Krankheitsverlauf dienen.

Ibuprofen, Cortison und Bluthochdruckmedikamente erhöhen Risiko bei COVID19 (Lancet)

In den vergangenen Tagen kursierte immer wieder die Nachricht, dass Ibuprofen schädlich bei COVID-Erkrankten sein könnte. Von offizieller Seite wurde dies bis dato als „Fake News“ abgetan. Nach der Korrespondenz im Lancet Journal dürfte es sich dabei jedoch tatsächlich um geprüfte Studien handeln.

Mixed News

False Positive Rate bei asymptomatischen Patienten möglicherweise 80% (kein peer review)

Chinesische Studie, die nahelegt, dass mehr als die Hälfte aller positiv getesteten Individuen in engen Kontakt mit nachweislich Corona-Erkrankten false positives sind. Dies würde einerseits auf eine geringere Virulenz und geringere Anzahl asymptomatischer Verläufe andereseits aber auf eine höhere Mortalität bei COVID19 hindeuten.

Unser Dossier zum Thema Coronavirus mit Analysen: https://blog.de.erste-am.com/dossier/coronavirus/

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Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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