Erste Asset Management - Blog

Harald Egger

Harald Egger ist Chief Analyst und arbeitet seit 2001 bei der Erste Asset Management. Davor war er vier Jahre als Fondsmanager und Analyst für AXA Investment Management in London tätig. Er leitete den Bereich Aktien innerhalb der Erste Asset Management und war bis April 2013 CIO für das Unternehmen. Er ist seit 1992 in der Finanzindustrie tätig.

Harald Egger hat ein Studium der Volkswirtschaft der Universität Wien absolviert. Darüber hinaus besitzt er die Diplome zum CEFA (Certified European Financial Analyst) sowie CFA (Chartered Financial Analyst).

Harald Eggers Beiträge
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Harald Egger am 09. Februar 2016

Aktuelle Gewinnentwicklung mahnt bei Aktien zur Vorsicht

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Die internationalen Aktienbörsen hatten einen sehr schwachen Start in das neue Jahr. Als Begründung wurden in erster Linie China und der Ölpreisverfall genannt. Eine schwächere Wirtschaft in China wird aufgrund der Größe des Lands mit Sicherheit auch international spürbar sein. Ein schwächerer Ölpreis ist zwar positiv für den Konsumenten, verursacht aber einen nicht zu vernachlässigen Stress im Energiesektor, aber auch bei Banken, die Kredite an den Sektor vergeben.

Ein Faktor, der bislang eher vernachlässigt wird, ist die allgemeine Gewinnsituation der börsennotierten Unternehmen. Deshalb wollen wir uns in diesem Beitrag dieser Thematik widmen. Ohne Gewinnanstiege sind steigende Aktienkurse nachhaltig nicht realisierbar.

Höhepunkt des Gewinnzyklus liegt hinter uns

Was sich im Developed-Market-Aktienuniversum beobachten lässt ist die Tatsache, dass der Höhepunkt des Gewinnzyklus im Februar 2015 erreicht wurde. Seither fallen die Gewinne – zwar nur leicht – dafür aber kontinuierlich. Diese Tendenz ist besorgniserregend.

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Harald Egger am 15. Juli 2015

Wann steigt die Gewinndynamik in den europäischen Aktienmärkten?

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Seit Wochen tendieren die Börsen weltweit zu Seitwärts- bzw. Abwärtsbewegungen. Ja, es gibt genügend Unsicherheitsfaktoren wie die Griechenland-Krise, die Korrektur der chinesischen Börse und die erwartete Zinserhöhung in den USA, die als Erklärung dienen. Ein Faktor, der derzeit (noch) eher vernachlässigt wird, ist der Umstand, dass die Unternehmensgewinne kaum steigen. Aktienbörsen steigen dann fundamental gerechtfertigt, wenn die Bewertungsniveaus ohne Gewinnwachstum generell ansteigen (z. B. Kursanstiege aufgrund der tiefen Zinsen), oder die Unternehmensgewinne selbst ansteigen (und damit die Bewertungsniveaus rechtfertigen). Die Zinsen können eigentlich nicht weiter fallen. Das heißt, die Aktienbörsen können von dieser Seite keinen Impuls mehr bekommen.

Wie stellt sich das beim „Hoffnungsfaktor“ Gewinnwachstum dar? Das ist nicht so eindeutig zu beantworten. Einige Marktteilnehmer sind diesbezüglich eher skeptisch gestimmt. Ich werde in weiterer Folge diesen Faktor – Unternehmensgewinne bzw. Gewinndynamik – genauer betrachten.

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Harald Egger am 05. März 2015

Europäische Aktien – lohnt sich ein Einstieg noch?

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Seit Anfang des Jahres beobachten wir, dass europäische Aktien besser laufen als amerikanische Titel und das – währungsmäßig betrachtet – sowohl auf lokaler als auch auf Euro-Basis. Nicht einmal ein Anstieg des US-Dollar gegenüber dem Euro von 8% konnte daran etwas ändern. Woher kommt dieser Optimismus für Europa? Schließlich entwickelt sich die US-Wirtschaft deutlicher besser als der Euro-Raum. Ebenso verhält es sich mit US-Unternehmen, die Gewinnanstiege vorweisen, während die Gewinne in Europa zuletzt tendenziell eher gefallen sind. Dazu kommen die Unsicherheiten in Griechenland und in der Ukraine.

Börsen spiegeln die Zukunft wider

Börsen spiegeln selten die Gegenwart, sondern die Zukunft wider. Versuchen wir zu verstehen, was uns die Börsen mitteilen wollen? Beginnen wir mit der Gegenwart: In den USA sind die Gewinne seit den Tiefstständen nach der Lehman Krise um 177% gestiegen. In Zahlen ausgedrückt legte der US-Index etwas mehr als 187% zu. Alles in Allem ein fundamental gerechtfertigter Anstieg, der getrieben war durch die Gewinnanstiege. Ganz anders die Situation in Europa: Hier sind die Gewinne seit der Lehman Krise gerade einmal um 20% gestiegen. Vergleicht man diesen Wert mit der Gewinnsituation vor zehn Jahren, so kann man es in Europa so zusammenfassen: Nichts passiert, nichts versäumt. Obwohl sich die Gewinne seit der Lehman Krise kaum erholt haben, hat sich der Index im selben Zeitraum nahezu verdoppelt. Das hat zur Folge, dass sich die Aktienbewertung deutlich verteuert hat. Das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) ist fast doppelt so hoch wie vor sieben Jahren und liegt mit 20,5 deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 15.
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Harald Egger am 29. Januar 2015

Aktien-Bewertung: Auf welche Branchen lohnt sich der Blick?

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Die Aktienmärkte haben sich in den ersten Wochen des neuen Jahres positiv entwickelt. Im Schnitt liegen die Indizes seit Jahresbeginn um ca. 8% im Plus.

Die Entwicklung der einzelnen Branchen verläuft derzeit alles andere als synchron – und das weltweit. Diese Entwicklung ist im Grunde genommen zu begrüßen. Sie zeigt, dass die Investoren ihre Entscheidungen auf Basis rationaler und fundamentaler Überlegungen treffen und sich nicht von Emotionen treiben lassen. Wenn Märkte allgemein unterbewertet sind, tendiert oft der gesamte Markt nach oben: Das ist die Zeit des Betas. In so einem Umfeld ist es schwierig bis unmöglich mit Allokations-Entscheidungen erfolgreich zu agieren.

Derzeit sind die Märkte fair bis leicht überbewertet, d.h. man sollte sich auf Sektoren stützen, die das größte Gewinnwachstum aufweisen und dieses auch künftig halten können. Bei jeder Anlage-Entscheidung stellt sich die Frage, wieviel an gewinn-Wachstum bereits eingepreist ist? Die klare Antwort von uns: Im Moment ist Gewinnwachstum eine „Mangelware“. Damit verdienen Wachstumswerte definitiv eine Prämie.
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Harald Egger am 12. Januar 2015

Start ins neue Börsejahr 2015: die USA und Asien stechen Europa aus

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Ein neues Börsejahr beginnt. Damit stellt sich die alljährliche Frage, wie man sich als Anleger positionieren soll? Sind Aktien weiterhin attraktiv? Welche Sektoren sollte man bevorzugen?

Im letzten Jahr haben sich die USA und die Region Emerging Asia deutlich besser entwickelt als Europa, das deutlich zurückblieb. Diese Entwicklung ist fundamental leicht zu erklären. Während die Gewinne der US-Unternehmen immerhin um 8% zulegten, sind die Gewinne der Europäischen Unternehmen um 7% gefallen. Damit gehen die Gewinne in Europa seit 2010 kontinuierlich zurück. Die Erholung seit der Finanzkrise des Jahres 2008/2009 fällt mit +20% bescheiden aus. Die weltweiten Unternehmensgewinne stiegen im Vergleich um sage und schreibe 170%. Vor diesem Hintergrund sind europäische Aktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 keineswegs günstig bewertet. Zugegeben, das KGV in den USA ist etwas höher, allerdings aufgrund des Gewinnwachstums und der deutlich höheren Profitabilität durchaus berechtigt.

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Harald Egger am 27. Oktober 2014

Aktienmarkt wöchentlicher Kommentar

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Europa / USA

Europäische und amerikanische Aktien konnten letzte Woche stark zulegen; der S&P 500 verzeichnete die stärkste Woche seit Januar 2013. Getrieben wurde die Rally durch gute Unternehmenszahlen und positive Wirtschaftsdaten. 79% der S&P 500-Unternehmen, welche Quartalszahlen vorgelegt hatten, übertrafen Profiterwartungen, 61% übertrafen Umsatzerwartungen. Alle Brachen konnten zulegen, am stärksten jedoch Healthcare- und Technologie-Aktien. In den USA fielen die Neuanmeldungen für unemployment benefits auf das niedrigste Niveau seit 14 Jahren.

Auch Wirtschaftsdaten aus Europa und China waren positiver als erwartet. Caterpillar-Aktien stiegen um ca. 4,6%, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose für das laufende Jahr anhob. Yahoo stieg um ca. 13%,  nachdem die Unternehmenszahlen über den Prognosen lagen. 3M Co. stieg um ca. 8,1%, und gehörte damit zu den stärksten Unternehmen im Dow Jones Index. AbbVie-Aktien stiegen um ca. 13%, nachdem das Unternehmen seine Übernahmepläne von Shire zurückzog. IBM-Aktien fielen um ca. 11%, Amazon-Aktien um ca. 5,5%.

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Harald Egger am 21. Oktober 2014

Aktienmarkt wöchentlicher Kommentar

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Europa / USA

Amerikanische und europäische Aktien beendeten auch die letzte volatile Woche mit Verlusten. Getrieben wurde der Sell-Off durch die Angst vor einer europäischen Rezession und einer schwächelnden Konjunktur der Weltwirtschaft, dem Auslaufen des Tapering durch die Fed, sowie der Ebola-Gefahr. Die Earnings Season setzte sich fort:  Netflix-Aktien verloren ca. 21%, nachdem eine Preisanhebung zu einem Rückgang an Neukunden führte. JPMorgan Chase & Co. verlor ca. 4%, nachdem der Nettogewinn unter den Analysten-Erwartungen lag.

Spekulationen über unterstützende Maßnahmen seitens der Notenbanken führten zu einer gewissen Beruhigung an den Märkten; die EZB sagte, sie werden ihr Anleihen-Kauf Programm in den kommenden Tagen starten. Betroffen von der Ebola-Gefahr waren hauptsächlich Aktien von Transport-Unternehmen, da mit einem Rückgang an Reisen gerechnet wird.

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