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Rohstoffabbau: Nicht alles was glänzt ist Gold

Rohstoffabbau: Nicht alles was glänzt ist Gold
Rohstoffabbau: Nicht alles was glänzt ist Gold
(c) WWF
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Um Gold, Bauxit, Kupfer, Nickel, Zinn, Tantal, Wolfram und andere metallische Rohstoffe zugewinnen, werden Wälder gerodet, Flüsse vergiftet, Menschen ausgebeutet und ganze Ökosysteme zerstört. Verantwortungslose Abbaupraktiken im Bergbau sind zu einer der größten Umweltbedrohungen unserer Zeit geworden.

Warum werden manche Rohstoffe als Konfliktmineralien bezeichnet?

Metallische Rohstoffe sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken: Sie stecken in Autos, Häusern, Handys, und werden auch als Wertanlage geschätzt. Doch führt der weltweit wachsende
Konsum, getrieben durch die rasante Verbreitung von elektronischen Geräten, seit Jahren zu einer steigenden Nachfrage mit einem bitteren Beigeschmack.

Denn bei der Gewinnung dieser Rohstoffe stehen Menschenrechtsverletzungen, bewaffnete Konflikte, gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung auf der Tagesordnung. Sie ziehen sich durch die gesamten Produktionsketten. Daher stammt der Ausdruck Konfliktmineralien.

Wo werden diese Konflikte durch den Rohstoffabbau am deutlichsten sichtbar?

Bei der Umwandlung riesiger Landgebiete – insbesondere durch die Rodung großer Waldflächen für den Tagebau. Allein in Brasilien verschwanden im Zeitraum von 2005 bis 2015 fast 10 Prozent
Amazonas Regenwald. Gleichzeitig dringen Menschen in Gebiete vor, in denen die Natur bisher weitgehend unberührt war.

Straßen, Schienen, Dämme und Stromleitungen werden gebaut, um eine Infrastruktur für die Minenbetriebe herzustellen. Immer größere Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen fallen dem Bergbau dadurch zum Opfer. Entwicklungen mit katastrophalen Folgen für uns Mensch und Natur.

Welche Folgen hat der Raubbau für Natur und Umwelt?

Die wachsende Entwaldung verursacht einen hohen Verlust der Biodiversität. Doch damit nicht genug: Der Rohstoffabbau schluckt jedes Jahr auch Unmengen von Wasser. Bis zu 4,5 Prozent der
durchschnittlichen Wassernutzung in den betroffenen Ländern gehen auf den Bergbausektor zurück. Grundwasserspiegel sinken, Flüsse trocknen aus und besonders in Dürrezeiten leidet die ganze Region unter massiver Wasserknappheit.

Im verbleibenden Grundwasser finden sich konzentriert Schadstoffe und Schwermetalle, die beim Abbau freigelegt werden. Große Mengen des kontaminierten Wassers oder Schlamms werden in Absetzbecken und Halden gelagert. In Erzlagern entstehen dadurch hochgiftige, saure Grubenwässer, auch „Acid Mine Drainage“ (AMD) genannt. Sickert diese Substanz unkontrolliert in die Erde, kann sie für tausende Jahre Boden und Grundwasser vergiften.

Was passiert mit den Menschen vor Ort?

Besonders im Kleinbergbau herrschen katastrophale Bedingungen: Die Arbeiter kriechen durch knöchelhohen Schlamm, steigen ohne Helm und Sicherung in enge Schächte und sind hochtoxischen Chemikalien schutzlos ausgeliefert.

Alternativen gibt es kaum: Der nicht industrielle Bergbau ist für Menschen in abgelegenen Gebieten meist die einzige Einnahmequelle. Auch unzählige Anwohner leiden unter den Bergbauaktivitäten: Ganze Dorfgemeinschaften und indigene Völker werden für neue Abbaustätten vertrieben und ihre angestammten Gebiete zerstört. Viele Indigene fallen gewaltvollen, oft tödlich endenden, Auseinandersetzungen zum Opfer.

Welche Rolle spielt der steigende Goldpreis?

Die erhöhte Nachfrage führt dazu, dass im letzten Jahr rund 3.000 Tonnen Gold in über 100 Ländern der Welt abgebaut wurde – oft unter Verwendung hochtoxischer Substanzen und chemischer
Verfahren. So auch im Amazonasgebiet: Größtenteils sind es illegale Kleinschürfer, die Quecksilber in den Gesteinsschlamm mischen um Gold herauszulösen und zu binden. Das Nervengift landet
danach ungefiltert in Luft, Boden und Wasser – es vergiftet Pflanzen, Fische und letztlich alle Menschen, die sich von dem Fisch ernähren.

Was kann ich als Investor tun?

Jeder Cent, der von Ihnen veranlagt wird, wirkt sich automatisch auf Mensch und Natur aus. Nehmen Sie diese Verantwortung ernst und entscheiden Sie sich bewusst für nachhaltige Fonds. Informieren Sie sich vorab: Spiegeln sich meine persönlichen Werte in der Verwaltung meines Geldes wider, was bewirkt mein Geld und welche nachhaltigen Spar- und Anlageprodukte werden mir angeboten?

Hinterfragen Sie dabei schöne werbliche Versprechung und achten Sie auf Schwellenwerte bei Ausschlusskriterien. Zur Erreichung der internationalen Klimaziele und der 17 Sustainable Development Goals der United Nations gilt es jährlich Investitionen in der Höhe von 2 bis 3 Billionen US Dollar zu mobilisieren. Jeder Beitrag zählt. Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten, durch nachhaltige Finanzentscheidungen die Welt von morgen positiv zu gestalten.

Abseits der Investitionen, was kann man noch machen?

Versuchen Sie, Ihren Verbrauch an Erzeugnissen, die auf mineralstoffintensiven Produktionsverfahren basieren, zu reduzieren. Fragen Sie sich vor jedem Kauf, ob Sie dieses Produkt
wirklich brauchen und setzen Sie einen klaren Fokus auf hohe Qualität und Haltbarkeit. Soll ein neues Produkt angeschafft werden, achten Sie darauf, ob die Materialien recycelt oder neu
gewonnen wurden?

Viele Unternehmen bieten Verbrauchern*innen ein gewisses Maß an Transparenz, indem sie ihre Produkte mit Nachhaltigkeitszertifizierungen versehen.
Wann immer möglich, sollten vorhandene Produkte gewartet, repariert und wiederverwendet werden.

Damit können Sie Abfall vermeiden und somit den Abbau zusätzlicher natürlicher Ressourcen verhindern. Geben Sie alte Elektrogeräte zum Recycling. Metalle sind wiederverwendbare Ressourcen und können in neuen Produkten verarbeitet werden.

Über den Autor:

Vor seinem Eintritt in den WWF im Jahr 2005 sammelte Autor Georg Scattolin Erfahrungen in den Bereichen Zoologie, Ökologie, Umweltbildung und Umweltschutz durch Tätigkeiten an der Universität Wien, dem Naturhistorischen Museum Wien und der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau. Seit 2019 ist er Leiter des Programmbereichs Global Solutions mit den Programmen Internationales, Klima & Energie und Ernährung & Konsum.

Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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