Food Revolution

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(c) unsplash
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Die Entwicklung der Welternährung ist durch die stetig wachsende Nachfrage nach Produkten aus Tierhaltung, geprägt. Wo ist der Fleischkonsum am meisten gestiegen?

Die Food Revolution findet vor allem in Entwicklungsländern statt, die den größten Anteil am Bevölkerungswachstum tragen und Fleischprodukte nachfragen. Zwischen 1961-2014 hat sich die weltweite Fleischproduktion vervier- bis verfünffacht und liegt, nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) im Jahr 2014 bei 43 kg pro Person.

Historisch sind große Teile des Konsumwachstums auf China und Brasilien zurückzuführen: der weltweite durchschnittliche Pro-Kopf-Fleischkonsum wuchs von 30,7 kg in den 1980ern auf 36,4 kg in 1997/1999. Vor allem die in dieser Periode stark wachsende Schweinefleischproduktion in China erklärt diesen Effekt, ohne China wäre der weltweite Durchschnitt annähernd unverändert geblieben. In Brasilien stieg der Fleischkonsum zwischen 1975 bis 1990 um 55%.

Die Welternährungsorganisation rechnet außerdem damit, dass sich Schwellenländer an die sogenannte „western diet“ mit starkem Fleischanteil, angleichen werden. Bis 2050 könnte daher mit einer Fleischproduktion von 455 Mio. Tonnen zu rechnen sein.

Die Fleischproduktion ist an Futtermittel gebunden

Gebunden an die wachsende Nachfrage nach Fleisch ist auch der steigende Bedarf an Futtermitteln (hauptsächlich Getreide und Ölsaaten) deren Anbau aber auch negative Umwelt- u. Klimaeffekte hat:

  1. Durch den großflächigen Anbau von Futtermittel werden Primärwälder verdrängt die ein wichtiger CO2- Speicher sind. Besonders herausfordernd ist die Situation in Australien wie ein WWF-Bericht aus dem Jahr 2018 beschreibt: hier wird 88% der gerodeten Waldfläche in Weideland umgewandelt. In Südamerika wurden zwischen 1990 und 2015 90 Mio. Hektar Waldfläche für Sojaanbau und Weidezwecke gerodet, wobei Soja auch als Futtermittel dient um z.B. die europäische Fleischnachfrage zu bedienen.
  2. Der Einsatz von Kunstdünger ist Energie- als auch CO2-intensiv und belastet die Umwelt. Durch übermäßigen Eintrag auf Feldern (man spricht auch von Eutrophierung) geraten auch angrenzende Ökosysteme wie Fließgewässer in Mitleidenschaft, denn der erhöhte Nährstoffgehalt im Wasser macht diese Systeme für sensible Lebensformen unbewohnbar.
  3. Pestizide, die in der konventionellen Landwirtschaft ebenfalls eingesetzt werden, haben negative Umwelteinflüsse und werden einer karzinogenen Wirkung wegen, verdächtigt.

Bayer AG & Monsanto Co: Punitive Damages

Nach der Übernahme von Monsanto Co. durch die Bayer AG kam es in den Vereinigten Staaten zu mehreren Klagen bzgl. des Herbizids „Roundup“, dass sich im Produktportfolio der Monsanto Co. befindet und einer karzinogenen Wirkung wegen unter Verdacht steht.

Der Bayer AG wurde vorgeworfen die rechtlichen und Reputationsrisiken unterschätzt zu haben, die durch die Akquisition von Monsanto Co. entstanden sind und welche sich auf den Unternehmenswert negativ auswirken könnten. Der internationale Stimmrechtsberater ISS (International Shareholder Services) schlug daher vor, diese Fehleinschätzung auch in der Abstimmung über die Entlastung des Vorstands bei der diesjährigen Hauptversammlung Rechnung zu tragen. In einer Reaktion der Bayer AG wurde darauf hingewiesen, dass nach Ergebnissen zahlreicher Studien ein Zusammenhang zwischen Roundup und karzinogenen Erkrankungen, ausgeschlossen werden könnte.

In den Vereinigten Staaten kam es jedoch bereits zu 3 Gerichtsurteilen, die das Gegenteil beschlossen, bei der letzten Gerichtsverurteilung im Mai wurde einem klagenden Ehepaar die bis dato höchste Strafe von über zwei Milliarden Dollar zugesprochen. „Punitive damage“ meint in diesem Zusammenhang, dass die Strafe über den eigentlichen Schaden hinausgeht um unter anderem als Abschreckungssignal zu dienen. Bezüglich ihrer Glyphosat Produkte sieht sich die Bayer AG in Amerika mit rund 13.000 Klagen konfrontiert.

Auch über ein Einsatz-Verbot von Glyphosat wird diskutiert: in Los Angeles wurde ein solches bereits eingeführt, mit dem Hinweis, dass das Herbizid nicht mehr einzusetzen sei, bis öffentliche Gesundheitsstellen und Umweltbeauftragte sicherstellen, dass der Einsatz bedenkenlos sei und auch in Österreich könnte sich eine Mehrheit für ein solches Verbot finden.

Bayer-Vorstand nicht entlastet

Bei der Hauptversammlung am 26.4.2019 wurde schließlich mit 56%er Mehrheit beschlossen, dass der Vorstand für das vergangene Geschäftsjahr nicht zu entlasten sei, der Aufsichtsrat jedoch mit 66% schon. Bei diesem Ergebnis spricht man auch von symbolischem Charakter, da wie auch schon in der Vergangenheit bei Klimaanträgen (Exxon Mobil, 2017) bewiesen wurde, Investoren ihr Stimmrecht auch zunehmend einsetzen um Nachhaltigkeitsthemen zu adressieren die sich negativ auf den Unternehmenswert auswirken könnten. Die Erste AM übte ihr Stimmrecht im vergangenen Jahr an über 400 Hauptversammlungen aus und orientiert sich dabei an einer eigenen, nach Nachhaltigkeitskriterien ausgerichteten, Richtlinie. In der Hauptsaison 2019 unterstützte die Erste AM mit Ende Juni bereits ~100 Aktionärsanträge aus den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

Fleisch

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