Türkische Assets – Under Pressure

Türkische Assets – Under Pressure
Türkische Assets – Under Pressure
(c) unsplash
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Heuer verloren türkische Lokalwährungsanleihen in EUR gerechnet mehr als 23% und sind damit nach den brasilianischen Anleihen die zweitschlechtesten im EM-Lokalwährungsuniversum. Während sich die Risikoaufschläge von Hartwährungsanleihen seit Jahresbeginn um 250 Basispunkte ausgeweitet haben, hat allein die türkische Lira hat gegenüber dem Euro mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren.

Und dies, obwohl die Zentralbank massiv zugunsten der Währung interveniert hat und fast die Hälfte ihrer Bruttowährungsreserven in diesem Jahr verloren hat, beziehungsweise die Nettoreserven unter Berücksichtigung von Swaptransaktionen sogar ins Negative abgerutscht sind.

Hauptgrund für schlechte Performance

Ein Hauptgrund für die schwache Performance liegt sicherlich in der sich wieder verschlechternden Leistungsbilanz. Starke Inlandsnachfrage, hervorgerufen durch kräftiges Kreditwachstum, fallende Exporte sowohl im Güter- als auch im Servicebereich sowie signifikante Goldimporte ließen das Außenhandelsdefizit wieder anschwellen.

Dazu üben die Rückzahlungen von Fremdwährungskrediten durch Banken, schwache Portfoliozuflüsse sowie die Dollarisierung von Spareinlagen Druck auf die Lira aus und werden wahrscheinlich einen weiteren Rückgang der Währungsreserven verursachen.

Turkey Sovereign Spread

Source: BBG, JPM, JPSSGDTR Index, J.P. Morgan EMBIG Diversified Turkey Sovereign Spread

Während die fiskalpolitischen Maßnahmen in diesem Jahr wenig spektakulär ausfielen, ist die Politik der türkischen Zentralbank weiterhin zu expansiv, um eine weitere Abschwächung der Währung zu verhindern. Bei einer Inflationsrate von 11% können sich die türkischen Geschäftsbanken im Schnitt mit 10,5% bei der Zentralbank refinanzieren.

Unter Berücksichtigung der externen Verletzlichkeiten sind die realen Renditen somit zu niedrig um die TRY attraktiv zu machen und die regulatorischen Schritte, die gesetzt wurden um die Lira zu stützen, erwiesen sich als nicht ausreichend.

Geopolitische Ereignisse sind andere Faktoren, die türkische Assets in nächster Zeit beeinflussen könnten. Hier sind die Spannungen mit Zypern wegen der Ölbohrungen im Mittelmeer sowie die Aktivierung der russischen S400 Raketen und damit die Beziehungen zu den USA genannt. Die innenpolitische Situation sollte sich unseres Erachtens in absehbarer Zukunft nicht großartig ändern.

Ausblick

Wir sind türkischen Assets gegenüber zurzeit negativ eingestellt und in unseren Anleihenfonds entsprechend positioniert. Eine nachhaltig restriktivere Geldpolitik sollte zwar unterstützend auf die Märkte wirken, wir erwarten aber keine wirklichen Schritte in diese Richtung seitens der türkischen Politik.

Stattdessen sollte sich die externe Position, allem voran das Niveau der Währungsreserven, weiter schleichend verschlechtern, während politische Probleme jederzeit zusätzlichen Druck auf türkische Assets könnten.

 

Wichtige rechtliche Hinweise:
Prognosen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Entwicklungen.

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